Uta Serwuschok / 10. Mai 2009
Kennen Sie Tschaggaditschaggaditschagga?
Oder „blieje“ (frz. „plier“)? Ich jetzt schon. Wissen Sie, wie schrecklich das ist, wenn unsere Choreografin mir zeigt, wie das, was sie möchte, auszusehen hat? Wissen Sie, wie klein man wird, wenn Silvia zu tanzen beginnt? Alles sieht so schön aus. Und ich komme mir vor wie eine Tausendfüßlerin, die ihre Fortbewegungsmittel nicht koordinieren kann. Ich bin ein einziger Trauerkloß.
Ingolf und ich, wir sind die Langsamen im „Tanzensemble“ und haben es bei den Choreografien besonders schwer. Die Ungerechtigkeit ist aber noch viel größer, als Sie glauben. Am Klavier, da sitzt ja Thomas Störel, was der Manni ist. Und weil er am Klavier sitzt, sozusagen begleitend, kann er nicht so viel tanzen. Das ist für ihn ganz furchtbar, weil, er ist der Nurejew im Ensemble. Und er leidet, wenn er mir und Ingolf beim Lernen zuschauen muss. Wenn er dann mal die Chance zum Tanzen hat, dann verschmelzen Choreografin und Manni zu einer Einheit. Ingolf und ich, wir gehen dann Kaffee trinken und sind froh, dass wir das Elend gemeinsam ertragen können. Aber es lohnt sich natürlich alles. Wenn Leute nach der Vorstellung ein Lob für den Tanz geben, dann denke ich immer im Stillen: Wenn ihr wüsstet!

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