Kabarett-Ensemble SanftWut

Uta Serwuschok / 12. Mai 2009

Briefkästen weinen nicht

Choreografien sind nicht nur für das Auge gedacht…

…Sie erzählen ganz häufig eine kleine Geschichte und sie übertragen Rhythmus. Ein Ensemble, das die Musik auf seine Fahnen geschrieben hat, schreit nach diesem körperlichen Element. Und für mich als Künstlerin entsteht noch ein anderer Effekt.

Wenn ich heute in die Oper gehe oder mir eine Show im Fernsehen ansehe, betrachte ich Choreografien unter einem anderen Aspekt. Ich erkenne die Leistung, die dahinter steckt. Ich habe meine Freude daran, wie alles funktioniert, wie das Ballett synchron arbeitet und fantasievolle Bilder durch die Arbeit der Tänzer und Choreografen entstehen. Ich habe große Achtung vor denen, die wir häufig als Tanzmäuse bezeichnen. Diese Tanzmäuse lernen als Kinder hart zu trainieren. Sie sind jung, sehr jung, wenn sie ihre Arbeit beginnen und sie sind jung, sehr jung wenn sie ihre Karriere beenden müssen. Denn der Körper hält diese Last nur für eine gewisse Zeit aus. Dann muss die Tanzmaus auf ihre innere Stimme hören und ein neues Leben aufbauen.

Glauben Sie mir, liebe Leser, diese Künstler haben uns viel voraus. Ihre Disziplin, ihre Fähigkeit im Team zu arbeiten, und ihr Talent, bis ans Ende des Lebens die Körpersprache von uns Menschen lesen zu können. Erzähle nie einer Tanzmaus, es geht dir gut, wenn du dich mies fühlst. Unsere Körper erzählen immer die Wahrheit. Und der Tanz spürt diese Wahrheit auf.

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