Uta Serwuschok / 17. Mai 2009
Moni und Manni
Es wird Zeit, über die beiden zu reden. Eigentlich sind sie zwei Figuren aus dem Volk mit einem sehr schlichten Gemüt. Dieser Eindruck wird verstärkt, wenn Manni seine Hosen bis zu den Ohren hochzieht und das weibliche Geschlecht im Schlepptau mit den Männern im Publikum kreischt.

Manni auf der Bühne
Da beginnt der große Auftritt intellektueller Kritiker, die nicht müde werden, diesen beiden Figuren die Existenz auf der Kabarettbühne abzusprechen. Da fallen Bemerkungen wie: kein politisches Kabarett, Schmierentheater, unter Niveau und viele andere mehr. Nun könnten wir uns zurücklehnen und sagen, dass uns das egal ist. Der Beliebtheit der Figuren schadet das nicht. Aber besonders der Vorwurf, es sei kein politisches Kabarett, stört. Denn Moni und Manni haben ein deutliches Profil. Unter dem Deckmantel ihres schrägen Outfits und des gelebten Patriarchats von Manni sagen sie bitterböse Dinge. Nichts ist ihnen heilig. Nichts ist ihnen fremd. Außer die Heuchelei und Doppelmoral der Gesellschaft.
Wer lacht da? Ein dummes Publikum? Wohl nicht. Oder haben genau jene Leute, die zu uns kommen, einen klaren Blick auf das was in den Ämtern, in der Firma, in Schulen oder in ihrem eigenen kleinen Privatleben passiert?
Darüber lohnt sich nachzudenken und wir tun das zu diesen beiden Figuren ganz in intensiv in unseren Probennotizen zu „Ewig bockt der Manni“. Jetzt bleiben wir bei „Briefkästen weinen nicht“.

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