Kabarett-Ensemble SanftWut

Uta Serwuschok / 15. Jun 2009

Hör' nicht auf deine Frau

Er nannte uns Pappnasen:
mdr Figaro zu Besuch bei SANFTWUT

Es gibt Kunstkritiker, da würde man keine Träne weinen, fände man die eines Morgens als Leiche im Gemüsegroßhandel. Von einer Melone erschlagen. Diese Rachegelüste sind weltweit allen Künstlern bekannt. Denn es gibt Kritiker … reden wir nicht darüber.

Wir hatten am Samstag einen zu Gast, über den wir gerne reden möchten. Uns beehrte Harald Pfeifer vom MDR Figaro. Er saß vor uns mit seinem Aufnahmegerät und war während der Vorstellung mit seiner Technik beschäftigt. Dennoch tat er das, was er immer tut. Er hörte aufmerksam zu. Er bildete sich seine Meinung über das, was auf der Bühne geschah. Die schlechten Kritiker, liebe Blogleser, haben eine Erwartungshaltung, vielleicht die ihrer Oma, und erfüllen wir diese nicht, dann sieht es schlecht für uns aus. Wenn diese Betonköpfe dann noch von Profilsucht geplagt sind, kräht förmlich der Verriss aus der Zeitung. Aber daran haben sich weltweit alle Künstler gewöhnt. Diesen Kritikern hört man nicht mehr zu. Man liest sie nicht einmal mehr.

Wer interviewt hier wen?

Wer interviewt hier wen?

Harald Pfeifer, den ich persönlich seit Anfang der 80er Jahre kenne, ist kein Betonkopf und schon gar nicht profilsüchtig. Er schaut genau hin und darum ist es auch kein Wunder, dass er seine Technik am Samstag zu dem Programm „Hör nicht auf deine Frau“ in der ersten Reihe aufschlug. Er hatte sich eine Bemerkung von mir in seinem Kopf notiert. Die nämlich, dass SANFTWUT 2010 sein zwanzigjähriges Jubiläum feiert. Also kam er und nahm eines der wichtigsten Programme von uns zur Kenntnis. Ein Programm, das 20 Jahre der „Musikalischen“ unter den Kabaretts würdigt. Harald weiß, mit Musik hat bei uns alles begonnen. Und er weiß auch, dass wir schon immer gerne das Publikum zum Lachen bringen wollten. So nannte er uns gleich am Anfang unserer Laufbahn „Die Pappnasen“. Er wusste damals schon, dass Musik mit viel Witz bei uns gepaart wird und war so gesehen, ein Visionär.

Die Pappnasen Ingolf Serwuschok, Thomas Störel, Uta Serwuschok sowie Gastpianist Knut Ratzlaff (v. li. n. re.) und Harald Pfeifer MDR Figaro (vorn re.)

Die Pappnasen Ingolf Serwuschok, Thomas Störel, Uta Serwuschok sowie Gastpianist Knut Ratzlaff (v. li. n. re.) und Harald Pfeifer MDR Figaro (vorn re.)

Dennoch wahrte er uns gegenüber immer eine kritische Distanz. Am Anfang grämte uns der Begriff Pappnasen. Aber es ist ein Zeichen von Achtung zwischen Kritiker und Künstlern, dass wir heute diesen Titel lustvoll vor uns hertragen. Zwischen Harald und uns ist das so eine Art Parole. Nun also würdigt er unsere Arbeit mit 10 Minuten im MDR Figaro. Wenn der Sendetermin feststeht, dann setzen wir ihn in diesen Blog. Und in den nächsten Tagen schreiben wir mehr über das Programm „Hör nicht auf deine Frau“. Auf den Kritiker Harald Pfeifer hören wir schon. Wir wissen, er hat Substanzielles zu sagen. Und er soll bitte nicht von einer Melone erschlagen werden.

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