Uta Serwuschok / 04. Nov 2009
Gedicht des Tages
Abschied und Wiederkehr
Als ich vor ein paar Tagen deine Wohnung verließ,
drehte ich mich noch einmal um und schaute hoch zu deinem Fenster.
Ich wollte dir noch einmal winken. Aber du warst nicht zu sehen.
Dann wurde mir bewusst, dass du mein Abschiedsritual nicht kennst.
Ich vergaß dir zu sagen, dass jedes Abschiednehmen,
und sei es nur für Stunden, bei mir so ist, als würden jene,
die mich verlassen, auf eine Weltreise gehen.
Man sieht sich noch mal in die Augen, und nimmt sich in die Arme.
Darum also schaue, herze und winke ich, so lange es geht,
meinen Freunden hinterher.
Denn nicht auf jeden Abschied folgt eine Wiederkehr.
Geschrieben 2003 und heute veröffentlicht für meine Schwester Angelika, die einem Krebsleiden erlag.
Als politisch denkender Mensch interessierte mich eine Nachricht, die vor zwei Tagen durch die Medien ging: Ein neues Therapiezentrum mit einer sensationellen medizinischen Anlage macht von sich Reden. Diese neue Methode zur Krebsbekämpfung soll zielgenau und wirkungsvoll an den Tumor gehen können, ohne die gesunden Organe zu beschädigen. Ich glaube, dass diese Erfindung schon viele Jahre auf dem Markt sein könnte, würden sich die Mächtigen dieser Erde darauf einigen können, die komplette Kriegsmaschinerie einzustampfen. Wir könnten so das Geld für eine friedliche Forschung weltweit nutzen. Ich weiß, es ist ein ziemlich naiver Traum. Aber solche Erfindungen, wie dieses neue Krebszentrum zeigen mir, wie groß unsere Chancen wären, würden wir einige Idioten weltweit nicht mehr an die Macht lassen.

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