Uta Serwuschok / 06. Nov 2009
20 Jahre Mauerfall- aber die Einkaufsschlange lebt
Gloobt ihr nicht? Doch. Die Moni geht immer auf den Leipziger Markt. Und dort gibt es Einkaufsschlangen. Ewig lange Schlangen. Wie früher, wenns Bananen gab oder eine andere Bückware. Erinnert ihr euch noch? Manchmal haben mir uns angestellt und wussten gar nicht was es gab. Hauptsache anstellen. Irgendwie orientierungslos. Heute ist eine Menschenschlange auf dem Markt ein Zeichen von Beliebtheit. Und zwar die Beliebtheit von der Ware und dem Menschen, der sie verkooft. Zum Beispiel bei mein Gemüsestand, da stehen Massen von Menschen. Dabei haben die keine Biomöhren und so. Nee, die haben nur ganz normale gut schmeckende Äppel und Mangos und Pilze und eene Verkäuferin!!!!!!! Sieht e bissel aus wie eine Ananas. Süßherb. Ein blondes Original. Die steht mit beiden “Beenen im Lähm”,wie der Sachse sagt. Und mir zwei, ( die Ananas und ich) mir schenken uns gegenseitig immer e bissel Geld. Mal ich e Cent und dann mal die e Cent. Stimmt so, sagen mir dann. Das sind die kleinen Rabatte und Aufmerksamkeiten, die die Moni so liebt. Zu dem Stand wackle ich leidenschaftlich gerne hin. Auch zu den Hühnerbeinen, zum Bäcker Schwarze (Eierschecke hm, hm, hm) oder zum Fisch. Beim Fisch ist es bei kaltem Wetter ganz schön.Da riecht das nach Räucherei und es duftet nach mehr /Meer. So stehn die Ostdeutschen also wieder Schlange. Nur heute ist das ein Zeichen, dass es dort was gibt, was gut schmeckt. Mir Leipziger lieben unseren Markt. Mir können uns sozusagen mit diesen Ständen voller Köstlichkeiten identifizieren. Ein Open-Air-Warenhaus mit Leipziger Allerlei und was sonst die Region zu bieten hat. Und weil mir grade vom identifizieren gesprochen haben. Wenn ihr ganz aufmerksam durch den Markt geht, da findet ihr einen Fischstand, da sieht die Verkäuferin aus, wie die Räucherfische, die sie verkooft. So eine Art Räuchermännin. Ne Makrele auf zwei Beinen. Moni findet das gut.
Merken für den Terminkalender: Dienstag und Freitag ist Markttag. Da wird Schlange gestanden. Im Gedenken an den Fall der Mauer. Und ganz wichtig. Bringt Zeit mit. Die quatschen wie früher über die herrlich wichtigen und unwichtigen Dinge des Lebens. Man kann dort auch die Omi abstellen oder den Kinderwagen. Aber Achtung, dort wird alles verkauft, was hübsch aussieht und gefällt. Nicht, dass anstatt des kleinen Lieblings ein Kürbis aus dem Kinderwagen rausguckt.

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