Uta Serwuschok / 08. Feb 2010
Heute hau'n wir auf die Pauker News
Wie lange hält die Koalition?
Dieser Frage gehen wir im Programm “Heute haun wir auf die Pauker” nach. Und wird sie am Abend gestellt, liegt das Publikum immer flach. Das liegt daran, dass keiner so richtig glaubt, dass diese Koalition in Berlin noch lange existiert. Der Grund dieser deutlich politischen Misere liegt in einem Versprechen. Eins, dass FDP-Chef Westerwelle, die Freiheitsstatue der Republik, seinen Wählern gegeben hat. Nämlich, Steuern zu senken. Das ist auch ganz prima, würden wir als Land nicht schon pleite sein. Die FDP hält an dem Versprechen fest, weil sie denkt, dann wird der Wähler sie für die Standhaftigkeit belohnen. Aber das Gegenteil ist der Fall. Dramatische Abstürze in der Wählergunst muss diese elitäre Ansammlung reicher Politiker hinnehmen. Warum wollen die meisten Wähler, dass Westerwelle von seinem Versprechen abweicht? Warum wurde die Hessen-SPD vor einiger Zeit für ein nicht eingehaltenes Versprechen in Grund und Boden gestampft und warum heute Westerwelle indirekt aufgefordert, seine Zusagen zu brechen? Das ist einfach der kleine feine Unterschied in den Fällen. Die Hessen-SPD gab ein politisches Versprechen ab. “Niemals mit den Linken”, rief sie. Ein solches Versprechen lässt sich ohne Geld machen. Kein Cent kostet ein solcher Ruf ins Volk. Die FDP übersah, dass ihr Versprechen der Steuersenkung eine Menge Geld kostet. Und zwar uns allen. Das ganze Land hält her für dieses Versprechen und würde dies auch gerne tun, wären wir eben nicht pleite. Selbst der Dümmste fragt, wo soll das Geld herkommen? Und die Omis und Opis und Mütter und Väter schauen in die großen Kulleraugen der kleinen süßen Kinder und fragen sich, was aus ihnen werden soll. Sollen die Gras fressen? Der Mensch, und mag er noch so unterbelichtet sein, kann in der Regel rechnen. Und dieser Fakt fehlt in der Rechnung unserer Freiheitsstatue Westerwelle. Und so gerät der Kampf in der Koalition zu einem bedenklichen Drama, dessen Ausgang eher einen Untergang vermuten lässt, als ein glückliches Ende. Ehrlich, ich wünsche mir die Zeit zurück, wo unsere aller Angie mit Steinbrück vor die Presse trat und sagte: “Das Geld der deutschen Sparer ist sicher.” Das konnte ich glauben, weil SPD und CDU sich sich in der Sache einig waren.” Heute beobachte ich in der Koalition ein selbstsüchtiges Theater. Und, Herr Westerwelle, politische Argumente verlieren an Kraft, werden sie nicht durch seriöse materielle Werte gestützt. Wir Ossis sind für eine solche marode Politik 1989 auf die Straße gegangen. Man nannte dies eine friedliche Revolution. Ich vermute, wir haben Grund, uns um den Frieden in unserem Land zu sorgen. Wie heißt es so schön: “Beim Geld hört die Freundschaft auf.”
Vorsicht, Guido, bissiges Volk!

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