Kabarett-Ensemble SanftWut

Uta Serwuschok / 25. Mai 2010

News

Pfingsten in Leipzig- schwarze Kostüme, grüne Auen und ein rammelvoller Zoo

Nun sind die Pfingstfeiertage vorbei und sie haben uns ein schönes und aufregendes Wetter beschert. Am Sonntag schien wie verrückt die Sonne und gestern am Nachmittag trommelten Hageleier an mein Fenster. Dennoch, Leipzig zeigte sich von seiner schönsten Seiten.

Am Sonntag schwang ich mich auf mein Rad und fuhr in die Stadt. Im Zentrum wimmelte es von Menschen und die dominierende Farbe war schwarz. Die Wave-Gotik-Szene bevölkerte Leipzig und wie jedes Jahr freue ich mich darüber. Die zum Teil schrägen und schrillen Kostüme wurden von allen bestaunt und wie jedes Jahr amüsierte ich mich darüber, dass ich wie ein Mann den Frauen hinterher glotze, weil mich die Sexi-Netzstrümpfe faszinieren und die Großzügigkeit bei der Gestaltung von allen nur denkbaren erogenen Zonen. Ich hielt im wahrsten Sinne des Wortes Maulaffen feil. Einige Kostüme wurden durch ausladende Reifen gehalten und ich grübelte, wie die Trägerin in die Straßenbahn kommt. Geschweige denn, einen Sitzplatz einnehmen kann. Aber wie dem auch sei. Dieses fantasievolle Bild unserer Stadt fesselte mich. In diesen Momenten wirkt sie so tolerant und damit auch so menschlich.

Ich fuhr weiter in die grünen Auen. Elsterwehr, Luppedamm und das Rosental sind meine Ziele.

Dieser Pfingstsonntag ist seit langer Zeit ein Tag ohne Regen. Die Natur präsentiert sich im satten Grün und wirkt wie ein Ort, an dem gründlich geputzt und gescheuert wurde. Die Blätter an den Bäumen sahen so blank aus, als wären 1-Euro-Arbeitskräfte von Ast zu Ast gesprungen und hätten gewienert, was das Zeug hält. Ein wahnsinnige Pracht. Das hatte sich herumgesprochen, denn mit mir waren Tausende unterwegs. Auch hier, Menschen wohin das Auge reicht. Sie schnellten mit Rädern an mir vorbei, lagen an den Flussufern oder saßen um Grillplätze herum. Und überall Kinder. Kinder ohne Ende, die auf kleinen Fahrrädern mit viel Geschick zwischen den Erwachsenen herum sausten. Immer wieder muss ich darüber lachen, wie untern den riesigen Helmen die kleinen Köpfe fast gänzlich verschwinden. Irgendwie wirken die kleinen Mäuse immer wie ferngesteuert.  

Abends entschied ich mich, noch einen kleinen Zoobummel zu machen. Und auf diese Idee kamen wohl viele andere auch. Von wegen am späten Nachmittag ist es nicht so voll! Auch hier Menschen über Menschen und auch hier alles entspannt. Man musste sich auch 18.00 Uhr mit Geschick einen Platz erobern, wenn man die Gorillas im Grünen bewundern wollte. Die Kinder hatten den Zoo in Beschlag genommen. Mit angemalten Tiergesichtern wurden sie von ihren Vätern auf die Schultern genommen oder sie spazierten die Mauern der Tiergehege entlang . Sie waren die Kings. Überall gab es Überraschungen und auf der Bühne am Gründergarten gab es sogar ein Kinderprogramm. Allerdings machte das auf mich einen ziemlich philosophisch Eindruck und ich sehnte mich nach der Zeit mit Gerhard Schöne zurück. 

Aber egal, ob Wave-Gotik, grüne Auen oder der Zoo.  Ich liebe Leipzig. Und an solchen Tagen, wie Pfingsten 2010 ganz besonders.

Eure Uta-Moni

PS: Vielleicht habt ihr auch ein schönes Pfingsterlebnis. Dann schreibt es als Kommentar. Wie freuen uns.

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Kommentare

Sary schrieb am 25. Mai 2010 um 21:17 Uhr

Auch ich war einer unter den vielen Radfahrern an diesem Pfingstsonntag. Im Clarapark war gegen 10.00 Uhr allerdings noch nicht viel von den dunkel gekleideten Menschen zu sehen. Aber Kinder mit ihren Eltern.
Am Auensee ca. eine halbe Stunde später war die Pioniereisenbahn auch noch recht wenig besetzt. Aber gegen 11.00 Uhr war kein freier Platz mehr in der kleinen Bahn.
Die Leute wirkten die Bankreihen hindurch so fröhlich, unbesorgt und gut gelaunt. Jeder tankte scheinbar Lebensfreude und ergötzte sich am schönen Wetter.
Am Abend traf ich dann die – bis dahin nicht gesichteten – Wave-Gotik-Begeisterten. Sie sammelten sich rund ums Völki, um einen Blick auf das großartige Feuerwerk zu erhaschen, dass zu herrlicher Musik den Abendhimmel in den unterschiedlichsten Farben aufleuchten ließ.
Eine sehr entspannte, angenehme und irgendwie nicht wirklich in Worte zu fassende Atmosphäre legte sich rund um den Teich am Denkmal. Fast schon ein Gemeinschaftsgefühl konnte dabei aufkommen, wenn man die Augen rund um sich begeistert blitzen sah.

Auch ich habe das Pfingten rund um in der Natur verbracht. Von Sonne über Wind & Wolken, bis hin zum Regenschauer, welcher mich schließlich vollkommen durchgeweicht mit meinem Rad und meinen Skates am Fahrradlenker nach Hause spurten ließen.

Sary

PS: Jetzt freue ich mich auf morgen Abend, wenn ich bei den “Paukern” einkehre.

Uta-Moni schrieb am 26. Mai 2010 um 07:13 Uhr

Hallo, liebe Sary, das ist ein schöner Kommentar. Wir freuen uns, dass du heute zu den “Paukern” kommst und natürlich treffen wir uns hinterher zu einem gemeinsamen Foto und kleinen Schwatz.
Die Stimmung am Völkerschlachtdenkmal war bestimmt gigantisch.
Mit besten Grüßen die Uta-Moni

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