Kabarett-Ensemble SanftWut

Uta Serwuschok / 10. Nov 2010

Erinnerungen Kabarett zum Brüllen

2001: Die Inszenierung “Kassenkampf” und ein Dank an Matthias Schwarzmüller

“Kassenkampf” ist die zweite Produktion mit der Besetzung der “Eulenspiegeleier”. Hinzu kommt Knut Ratzlaff als Pianist und Komponist. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen, ist, dass wir mit Knut eine wunderbare Zusammenarbeit beginnen, die in dem erfolgreichen Musikprogramm “Hör nicht auf deine Frau” mündet.

Die Regie führte wieder ich (Uta Serwuschok). Aber ich hatte als Co-Regisseurin Anne-Kathrin Gummich. Auch hier wird der Grundstein für eine spätere Zusammenarbeit gelegt.

Das Programm war in einem Warenhaus angesiedelt und ich erinnere mich, dass wir von Galeria Kaufhof Einkaufswagen bekamen, mit denen wir alles mögliche über die Bühne transportierten. U. a. auch Menschen. Schräge Bilder mit auch schrägen Texten. Ein Programm, das Laune machte.

Nach der Premiere übernahm Dirk Payer (unser Kneiper) die Rolle von Ingolf, der ein Kaufhausgespenst mit ganz süßem Kostüm spielte. Dirk Payer betrat damit erstmalig die Sanftwut-Bühne. Ingolf bereitete sich auf die Premiere seines Reiki-Programms für 2002 vor.

Das Ensemble im "Kassenkampf"

Das Ensemble im "Kassenkampf"

Einer der Autoren von “Kassenkampf” war Dr. Matthias Schwarzmüller. Wir alle nennen ihn nur Matsel. Unser Matsel ist an der Universiät beschäftigt, ein Akademiker sozusagen, was ihn aber nicht davon abhält, schmutzige Witze zu erzählen. Es gibt 2 – 3 Witze, die die Bühne nicht passieren durften. Aber sonst sind Matsels Texte sehr bühnentauglich. Er liebt Schüttelreime und hat sich im Sanftwut-Ensemble als Autor und Erfinder des “Mirko” einen Namen gemacht. So gesehen hat er immer bei uns einen Stammplatz.

Matsel ist ein altmodischer Mensch, was bei uns heißt, er ist zuverlässig und ein Mann von Moral. Wenn ich seine Hilfe für unser Ensemble brauchte, dann war er immer für uns da und wenn ich eine Bitte äußerte, versuchte er, sie mir zu erfüllen. Ein wiederkehrender Wunsch von mir ist zum Beispiel, dass er die “Bürgschaft” auf seine ganz eigene Weise aufführt. Ich liebe es, zuzuhören und zu sehen, wie er die dramatischen Ereignisse der Ballade auf einen witzigen Nenner zu bringen vermag.

Vielleicht liegt es daran, dass er eigentlich eine Art Grieche ist. Denn Matsel hat das studiert. Die griechische Sprache. Noch zu DDR-Zeiten. Was mich immer verwunderte, weil wir ja nicht nach Griechenland konnten. Naja, aber irgendwie waren wir mit den griechischen Kommunisten solidarisch und so gesehen machte das Sinn, die Sache mit dem Griechischen. Mit Wortendungen wie  Sopolis und Kripolis und Tzatzikinis.

Wenn man bei Matsel zu Besuch ist, dann kann man erleben, wie er verschmitzt Aufnahmen von Heinz Erhardt oder anderen großen Komikern hervorholt. Und diese immer wieder vorspielt oder liest. Diese Leidenschaft für Komik findet sich auch in seinem menschenfreundlichen Wesen und trockenen Humor wieder.

Als ich ihn kennen lernte, (1985) ging mir sein Hang zu Wortspielen im wahrsten Sinne des Wortes auf den Geist. Heute liebe ich diese “Marotte” .

Mit Matthias Schwarzmüller ist das so, wie mit einem alten Freund. Man sieht sich manchmal lange Zeit nicht. Aber wenn man sich dann wieder trifft, ist es so, als wäre man erst gestern auseinander gegangen.

Unser Matsel (rechts) in inniger Umarmung mit Mirko alias Ingolf

Unser Matsel (rechts) in inniger Umarmung mit Mirko alias Ingolf

Lieber Matsel, lass dir für deine Treue und auch Liebe zu Sanftwut danken. Und dafür, dass man immer von dir lernen kann. Lass dir und deiner Frau Elke sagen, dass ihr immer willkommene Gäste, nein Freunde seid. Es ist schön, zu wissen, dass man immer vor deiner Türe stehen kann, mit einer dienstlichen Bitte oder sei es nur, um ein ein Glas Bier mit dir zu trinken.

Deine Sanfwütigen Uta, Ingolf und Thomas

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