Kabarett-Ensemble SanftWut

Uta Serwuschok / 30. Jun 2011

News

Gondwanaland – Gedanken kurz vor der Eröffnung

Morgen öffnen sich die Pforten von Gondwanaland und es werden Scharen von Menschen, (besonders kleine Menschen) Schlange stehen, um die Riesentropenhalle mit ihren Bewohnern, einschließlich unser aller Heidi, zu bewundern.

Vor der Eröffnung

Dahinter liegt eine fantastische Welt! Gondwanaland

Zugleich werden die Stimmen lauter, die sich gegen solche Einrichtungen aussprechen. Oft werden dann die nicht artgerechte Haltung der Tiere und die hohen Kosten kritisiert.

Vor einigen Wochen schaute ich mir den Sonntagstalk mit Peter Hahne im zdf an. Zu Gast waren der Knochenbrecher (ein anerkannter Tierarzt) und Ingrid van Bergen. Beide ausgemachte Tierliebhaber. Man sprach darüber, ob wir Deutschen uns inzwischen mehr um die Tiere, als um die Menschen kümmern und ob unsere zunehmende Liebe  zu den Vierbeinern nicht übertrieben sei. Darüber streiten sich ja eh die Geister und eigentlich langweilte mich das Gespräch.

Dann kam man auf den Sinn Zoologischer Gärten weltweit zu sprechen. Und beide Talkgäste sprachen sich gegen solche Einrichtungen aus. Diese Ablehnung wurde unter anderem mit dem Satz begründet: “Heute kann jeder selbst nach Afrika reisen und sich die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung betrachten.”

Ich wäre am liebsten in den Fernseher gesprungen und hätte sie aus dem Studio getrieben. Ich fragte mich wütend, ob die überhaupt noch wissen, wie das so läuft im Leben. Und ob sie überhaupt wissen, wie das Lohnniveau in diesem Land und anderswo ist. Jeder kann nach Afrika? Dass ich nicht lache.

Wenn meine Wege den Leipziger Zoo kreuzen, und das ist in der Regel zweimal täglich, beobachte ich eins: Da strömen Menschen unterschiedlichster sozialer Herkunft in den Zoo. Und besonders schön finde ich, wenn Omi und Opi mit dickem Portmonee dabei sind, um den Kindern eine Freude zu bereiten. :-)

Ich gebe meinen Kopf dafür: bei den vielen Besuchern in unserem Zoologischen Garten sind mindestens 40 % dabei, die niemals nach Afrika können. Einfach weil ihnen das Geld fehlt. Und selbst bis zur Rente fehlen wird.

Nein, Herr Knochenbrecher und Frau van Bergen, es gibt ganz normale und sehr nette Menschen, die für einen solchen Ausflug in den Zoo sparen müssen. So ein Tag bei Elefant, Tiger & Co. ist  für nicht wenige Familien eine finanzielle Anstrengung. Und natürlich eine ganz besondere Freude, wenn sie sich dann im Zoo anschauen können, was so auf der Erde kreucht und fleucht und wie sie entstanden ist, die Welt um Gondwana.

Den Machern vom Leipziger Zoo muss man wenige Stunden vor der Eröffnung von Gondwanaland sagen: gut gemacht und besonders gut gemacht, die Preise, die auch dem kleinen Geldbeutel von Mama und Papa oder Oma und Oma eine faire Chance einräumen.

Sanfwut sagt: WILLKOMMEN GONDWANALAND und ein Dank an alle, die diesen Traum für Leipzig nicht aufgegeben haben.

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