Kabarett-Ensemble SanftWut

Uta Serwuschok / 02. Jul 2011

News

Gondwanaland: Exotische Fantasiewelt, Guckis und eine schlafende Heidi

Zuerst muss ich sagen: Geht einfach hin. Leipzig hat hier etwas ganz Außergewöhnliches geschaffen. Eine beeindruckende Pflanzen- und Tierwelt. Vergangene Zeiten treffen hier auf die moderne Welt.

Pflanzen

"E Dräumchen" von Bäumchen

Man muss auch gar nicht weit gehen, um den Medienliebling Heidi zu treffen. Aber als ich mit vielen anderen vor ihrem “Schaufenster” stand, schlief sie eingekuschelt in ihrer kleinen Behausung. Sie ist wirklich ein kleines süßes Teil, aber bei weitem nicht alles von Gondwanaland.

Wasserfall

So stelle ich mir meine Dusche vor!

Das Schönste an Gondwanaland ist für mich der spielerische Umgang mit der menschlichen Fantasie. Mit viel Witz und Kreativität ist das Team um Zoo-Direktor Jörg Junhold  an die Wissensvermittlung herangegangen.  Besonders originell die Guckis. Man könnte sie auch als “intelligente Augen” bezeichnen. Sie sind überall in verschiedenen Varianten und Körperhöhen zu finden und schaut man durch sie durch, erfährt man zum Beispiel etwas über Palmen oder Ottern. Ich bemerkte sie erst, als ein kleiner Junge vor mir mitten im Weg lag, weil dieser ganz unten in einem Holzpfahl sich gerade mit der vielseitigen Verwendung von Palmen beschäftigte. Und zu seinem Vater rief er: “Papi, guck mal, das kann man alles aus Palmen machen!” Da musste der Vater sich mühsam bücken, um durch diesen Gucki zu gucken. “Klasse”, fand der Sohn.

Für die Kinder und ihre Neugier ist Gondwanaland ein Mekka. Es war beeindruckend zu erleben, wie sie sich jede nur denkbare und spielerisch versteckte  Information besorgten. Und wie sie alles sofort eroberten. Besonders beliebt die Hängebrücke. Achtung, diese schwingt wirklich! Nichts für Menschen mit Phobien. Aber wunderbar für einen Gesamtüberblick über das Areal.

Bootsanlegestelle

Haltestelle" Zur Geisterbahn"

Ein Highlight ist die Bootsfahrt. Angelegt als eine “Zeitreise durch die Erdgeschichte”. Mich erinnerte das an eine moderne Geisterbahn. Auch hier dominiert die Fantasie. Lustig ist schon mal, dass diese Boote keinen Gondoliere haben. :-( Da schiebt dich einer vom Bootssteg weg und sagt: “Gute Fahrt.” Da guckt man schon ein bisschen komisch und der Frau neben mir wurde es mulmig. Aber die Technik macht es eben möglich, dass man ganz gemütlich durch Gondwanaland schippert. Dreizehn Minuten geht die Fahrt. Sie kostet 1,50 oder 1 Euro (Kinder) und ist für mich die preiswerteste Variante, die ich je zum Thema Erdgeschichte erlebt habe. Lehrer sind da viel kostenintensiver.

Ausfahrt aus der Zeitreise

Zeitreise beendet! Hurra, wir leben noch!

Und überall findet man auch Ruhepunkte. Bänke, wo Omis und Opis sich ausruhen oder Kinder gestillt werden können.

Gondwanaland in Leipzig ist ein sehr zukunftsweisender Ort. Und ganz besonders sensibel ist man mit der Anbindung an den Leipziger Zoo umgegangen. Er ist nicht, wie manche Leute orakelt haben, zu einer Nebensächlichkeit verkommen. Sondern wunderbar integriert. Alles ist eine Anlage. Alles gehört, wie die Erdgeschichte das vorgibt, zusammen. Das erzählt von einer liebevollen Haltung der Macher.

Und so kann man sagen: Gondwanaland im Leipziger Zoo ist grün, lebendig, fantasievoll und klar in der Sprache des Wissens. Erdgeschichte trifft auf Moderne. Was will man mehr! :-)

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