Stephanie Werth / 22. Aug 2011
Die Sippe auf der Probe – Teil II
Hallo von der Theaterbank (heute mal etwas länger)
Also für euch hab ich ja mal ganz besonders hingehört, wie sich die Sanftwütler so gegenseitig motivieren. Ist ja auch in einer Familie wichtig, dass man mal sagt, wenn der eine was gut gemacht hat und so.
Die Anne, was die Regisseurin ist, die kann das besonders gut.
Die legt die Beine erstmal hoch und dann sagt sie an, was geprobt wird.
Wenn dann die anderen sagen, dass sie ein bestimmtes Stück noch nicht so gut können, will sie es trotzdem meist sehen. Ist ja schließlich toll, wenn man vor der ganzen Manschaft Texthänger hat.
Sie unterbricht dann auch abwechselnd den Thomas, die Uta und den Dirk und gibt Anweisungen, wie sie was zu sagen haben und so. Naja, andererseits – das ist ja das, was Regisseure machen, nicht wahr?
Aber ein Ding hat sie sich dann schon geleistet. Die arme Uta müht sich da mit ihrem Text ab – und was sagt die Anne: “Naja, ist ja nicht so, dass du hier völlig versagst.” – Na toll.
Aber die nehmen sich allesamt nicht viel.
Da singt der Manni eine Zeile und unterbricht sich: “Ich war falsch, das ist erst in der 2. Strophe dran”. “Genau,” sagt die Moni und lacht furchtbar hämisch. Nur um dann festzustellen, dass der Manni doch richtig gesungen hatte.

Boomwhackers-Äktschn
Erziehung ist ja auch so ein Familiending – funktioniert bei den Sanftwütigen auch prima.
“Du willst doch jetzt nicht schon wieder Pause machen?!” heißt es, wenn Durchhaltevermögen geübt werden soll.
Wenn die Uta und der Dirk zusammen tanzen sollen, aber die Uta barfuß ist, dann guckt der Thomas sie tadelnd an, zeigt auf ihre Füße und sagt: “Weißt du, dass man das nicht macht! Der arme Dirk ist dann der Schuldige …” Da lernt man Rücksichtnahme auf Andere.
Aber auch Eigenverantwortung zeigen die Sanftwütler. Zum Beispiel die Uta, wenn sie sich zum Proben einer Nummer extra eine andere Hose anzieht – ihre Schlaghose – weil sie sich sonst ihre Oberschenkel mit den super neuen Boomwhackers (Percussion-Kunststoffröhren) gelb und blau haut.
Ach, wo wir beim Schlagen sind. Familie sollte ja nicht wirklich was mit Schlagen zu tun haben. Aber während der Proben geht es bei den Sanftwütigen da trotzdem heiß her. Da sagt der Thomas: “Ich würd ja gern mal auf den Dirk hau’n. Am Rücken tut’s wahrscheinlich noch mehr weh.” “Nö,” sagt da der Dirk. “das könnte sogar ruhig noch ‘n bisschen mehr sein.”
Was sagt man dazu?
Ich erstmal nix.
Bis zum nächsten Mal.
Stephanie

Kommentare
Stefan Levin schrieb am 22. August 2011 um 20:23 Uhr
Oh cool, boomwhackers. Das fetzt immer! Da kann man dann eigentlich agr nicht mehr still sitzen, wenn auf der Bühne damit für “Äggdschn” gesorgt wird. Wann kommt das Stück denn raus? Also, ab wann kann man sich ins Publikum setzen?
Ich freue mich schon.
Uta Serwuschok schrieb am 23. August 2011 um 06:29 Uhr
Hallo, meine Stephanie, du weißt gar nicht, wie schön das ist, das alles zu lesen. Und für mich ist es ganz ungewöhnlich, auch Opfer von Betrachtungen zu sein.Weil ich ja sonst immer schrieb.
Mache weiter so. Ich bin schon auf deinen nächsten Bericht gespannt.
Liebe Grüße von der Uta-Moni
Stephanie Werth schrieb am 23. August 2011 um 08:15 Uhr
@ Stefan: Ja, ich find die Dinger auch echt toll – vor allem wenn die Uta-Moni, der Thomas-Manni und der Adoptiv-Dirk sich damit auf die Schenkel klopfen
… Das Stück “Die Sippe auf der Schippe” hat am 18. September Premiere. Nicht verpassen!
@ Uta: vielen lieben Dank! Du und der Rest der Sippe seid echt toll! Macht weiter so!