Kabarett-Ensemble SanftWut

Uta Serwuschok / 20. Nov 2011

Lesung bei Sanftwut

Nun auch der Dank der Autorin

So sieht eine glückliche Autorin aus!

Ich bin sehr froh, dass die Lesung am Freitag so schön gelaufen ist. Wie wunderbar, so viele Gäste zu erleben, die zuhörten und sich aufrichtig über meine Geschichten freuten.

Irgendwie ging das schon alles gut los. Als ich kam, standen die Mädchen vom Kneipchen schön hergerichtet vor mir und sagten mir feixend: “Wir  haben uns für dich so schön gemacht.” Da ging mir das Herz auf. Die Technik, die Fotografen, meine hübschen Buchverkäuferinnen, alle ließen mich wissen, dieser Abend ist etwas Besonderes.

Das machte mir Mut und trug mich durch die Lesung. Ein dickes Dankeschön für dieses unausgesprochene Bekenntnis für meine Arbeit.

Danke, euch allen! Eure Uta

PS: Nur einer sei namentlich genannt: Philipp Sturm, dem ich für den Pechvogel Modell stand. Siehe Foto oben.

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Kommentare

Thomas schrieb am 20. November 2011 um 13:26 Uhr

Ja,es gibt sie noch, auch wenn sie zu einer aussterbenden Spezi gehören: die Ossis. Und ich bekenne: Ich zähle mich dazu.

Der Ossi kennt noch kollektive Gartenpartys und Brigadeausflüge. Das waren Ereignisse, an die er gern zurückdenkt, es gab den K+S-Fond und es ging lustig, ja oft familiär zu.
Heute gibt es gewinnoptimiert arbeitende Teams. Vor allem in größeren Firmen kommen und gehen die Leute manchmal schneller, als man das Email-Adressverzeichnis aktualisieren kann. Und es werden After-Work-Partys veranstaltet – möglichst ressourcenoptimal gleich in der Firma. Die Leichtigkeit und Freundschaftlichkeit ist irgendwie dahin.
Und hier finde ich, ist der gelernt Ossi gefragt, um geliebtes Althergebrachtes ins Spiel zu bringen und beispielsweise mal wieder eine altmodische Gartenparty mit den nächstliegenden Kollegen auf die Beine zu stellen.
Ja, liebe Uta, so sehe ich auch Deine Geschichten. Trotz aller Repressalien in der damaligen DDR, denen wir mehr oder weniger stark ausgesetzt waren, gibt es noch das „Gedankengut“, welches geprägt ist von Freundschaftlichkeit, Hilfsbereitschaft und Kameradschaftlichkeit ohne die unmittelbar folgende Frage: Wer bezahlt denn das? Das gilt es in die neue, finanzfocussierte Welt hinüberzuretten.

Ich erinnere mich gern an meine Zeit in der DDR, sicher vor allem auch deshalb, weil es zum Großteil meine Kinderzeit war. Damals gab es zwar noch keine Gameboys und Multimedia bestand aus einem alten Röhrenradio, aber wir hatten viele Bücher und waren sehr oft draußen in Flur und Wald. Und ich hatte Flocki, einem Vierbeiner, der am ehesten an einen Foxterrier erinnerte. Flocki war mein Freund und musste so einiges mit mir erdulden. Ich erinnere mich, dass wir auf der Kuhkoppel waren und eines von den Rindviechern allzu neugierig hinter dem Hund hinterher trabte. Flocki bekam es mit der Angst zu tun, riss aus und kam unerwartet mit dem elektrischen Koppelzaun in Berührung. Ein Aufheulen und weg war er.
Oder die Sache mit der Milch. Meine Aufgabe war häufig das Einkaufen. Ich hatte damals einen kleinen roten Handwagen, in den gerade der Einkaufskorb hineinpasste. Eines Tages – ich war vielleicht gerade in die Schule gekommen – sollte ich Milch einkaufen. Also marschierte ich los – mit dem Wagen und mit Flocki. Auf dem Heimweg kam mir dann der im Nachhinein eher unglückliche Gedanke, doch den Wagen von dem Hund ziehen zu lassen. Gedacht, getan: Die Hundeleine hatte ich schnell an die Deichsel gebunden. Aber Flocki verstand nicht, was das sollte und blieb immer wieder stehen. Zuerst jedenfalls. Als wir dann aber in unsere heimatliche Straße einbogen, lief er plötzlich los. Besser er rannte, und ich schreiend hinterher. Nun war erstens unsere Straße nicht unbedingt in dem besten Zustand und zweitens war die Milch damals noch in Glasflaschen zu haben, so kam, was kommen musste: In dem Wagen an der Leine: Schepper und Schepper und Scherbel! Sicher wegen des Radaus hinter sich rannte Flocki sogar noch ein paar Dutzend Meter weiter an unserem Hoftor vorbei. Ich weiß nicht genau, was ihn schließlich zu Stehenbleiben veranlasste, aber möglicherweise war es die Milch. Denn als ich ihn endlich einholte, war Flocki gerade dabei, diese aus dem Wagen tropfende aufzuschlappern. Meine Mutter war danach natürlich nicht gerade begeistert, aber was half es, ich musste neue Milch holen – mit dem Wagen und ohne Hund.
Ja, und was lehrt uns das, nicht alle Pechvögel haben rote Haare.

Liebe Uta, ich möchte Dir danken für Dein Büchlein mit den unterhaltsamen Geschichten aus dem Leben, die auch eigene schöne oder auch peinliche Erinnerungen wachrufen.
Übrigens, die Sache mit den entwerteten Tickets ist mir in der Berliner U-Bahn auch mal passiert. Die Trottel (sorry) hatten die Fahrscheine von nicht entwertet auf entwertet umgestellt. Als ich das merkte, war alles zu spät.

Liebe Grüße
von Thomas, Kerstin und den Kindern aus Zwenkau

Uta Serwuschok schrieb am 20. November 2011 um 21:42 Uhr

Lieber Thomas, das ist ja ein schöner Kommentar. Flocki hätte eigentlich mit ins Buch gehört. Aber ich habe mir eben überlegt, dass ich diese kleine süße Geschichte von dir in Zwenkau mit vorlesen werde. Hast du da was dagegen? Natürlich sage ich allen Zwenkauern, dass die von dir ist.
Ich finde die Erinnerung witzig. Und es erinnert mich auch an Pipi Langstrumpf und an Michel.
Daaaaaanke! Und liebe Grüße an dich, Kerstin und die Kinder von Uta

Thomas schrieb am 23. November 2011 um 23:10 Uhr

Liebe Uta,
es freut mich, wenn Dir die Geschichte mit Flocki ein wenig gefallen hat. Vielleicht konnte ich ein kleines bisschen von dem Vergnügen erwidern, das Du uns allen am Freitag mit Deiner Lesung bereitet hast.
Natürlich kannst Du gern mein Geschriebsel verwenden, wenn Du das möchtest.
Liebe Grüße von den Zwenkauern
bis Sonntag

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