Uta Serwuschok / 04. Dez 2011
Ein Polterabend bei Sanftwut und ein neues Maskottchen namens “Polti”
Beginnen wir mit dem Maskottchen. Also, ich gehe oft zwischen den beiden Veranstaltungen am Samstag durch die Stadt und schaue in den Läden herum. Gestern begab ich mich zur Drogerie “Müller” weil wir Kosmetiktücher brauchten. Als ich an der Kasse bezahlte, bekam ich einen Plüscheisbär als Geschenk mit. Vermutlich hatte mich die Verkäuferin erkannt, denn sie grinste mich an und wünschte mir viel Spaß am Abend. Da wusste ich noch nicht, dass wir eine Abendveranstaltung haben werden, die unter dem Begriff “Polterabend” in unser Archiv eingehen wird.
Vor der Vorstellung baute ich den Plüscheisbär in unserer Garderobe auf und sagte zu ihm: “So, du bist jetzt unser neues Maskottchen.” Da hatten wir noch keinen Namen für ihn.

Der Abend gab ihm den Namen: "Polti"
Die Veranstaltungen im Monat Dezember haben immer etwas sehr Spezielles. Da sind Überraschungen mit eingeplant. Denn es kommen nicht nur Gäste, die uns unbedingt sehen wollen. Sondern auch solche Zuschauer, die im Rahmen einer Firmenweihnachtsfeier mitgenommen werden. Also eigentlich mitgehen “müssen”. Meistens sitzen sie dann mit einem fröhlichen Gesicht da und wir wissen, dass sich der Sanftwut-Besuch auch für jene “Kulturmuffel” gelohnt hat. Allerdings kommt es auch vor, dass einige ungeübte Gäste fortwährend in unsere Texte plappern. Alkoholisiert oder nüchtern. Da sind alle Varianten möglich. In der Regel kommen wir gut mit der Situation zurecht und können das von der Bühne aus steuern.
Gestern allerdings war das mit Steuern so eine Sache, denn wir entwickelten uns im Verlauf des Abends in das Theater wo “Bier und Wein fließen”! Und wo es fortwährend schepperte und klirrte wie auf einem Polterabend. Und wir konnten nichts, aber rein gar nichts dagegen tun.
Es begann mit der dritten Nummer. Thomas betrat als Polizist aus “Neigersdorf” die Bühne und gab zum Thema Drogenszene in Leipzig seinem Affen Zucker. Also, er legte los und kam nicht weit, denn plötzlich stieß in der ersten Reihe eine Frau ihr Rotweinglas um. Da es noch voll gewesen war, rief Thomas auf witzige Weise nach einem der Mädchen aus der Kneipe, damit diese die “Blutlache” (O-Ton Polizist) beseitigt. Das passierte auch und damit unsere “schnelle Eingreifmaus vom Tresen” alles in Ruhe aufwischen konnte, wechselte die Zuschauerin, welche das Glas umwarf, den Platz und …. riss das nächste Rotweinglas dabei um. Nun gab es Gejohle im Saal. Es dauerte eine Weile, bis sich die Leute wieder “einkriegten”.
Dann, so kurz vor der Pause, wir spielten die “Alten” (so nennen wir Berta und Hedwig), stand während der Nummer eine Frau in der vierten Reihe auf. Sie musste offensichtlich pullern, erhob sich und …. riss ein Glas um. Diesmal lief Schwarzbier aus. Ihre Nachbarin oder Freundin war offensichtlich in Sorge um sie (oder wollte beim Pullern Gesellschaft leisten) erhob sich ebenfalls und … riss ein weiteres Glas mit Schwarzbier um. Es bildete sich ein “Schwarzbiersee” um die Stühle der Gäste und abermals musste vor den Augen des Publikums aufgewischt werden. Nach dieser weiteren Unterbrechung folgte noch eine Nummer bis zur Pause. Wir waren dankbar, dass wir diese ohne Zwischenfälle spielen konnten.
Der zweite Teil wird mit der ruhigen, musikalischen Nummer “Versager” eröffnet. Als Thomas und ich zum Vortext des Liedes auf die Bühne gingen, sahen wir, dass einige aus der ersten Reihe noch fehlten. Die kamen während unseres Dialoges angekleckert. Das kriegten wir gut hin.
Wir begannen zu singen. Diesen so leisen und bitterbösen Song, der die ganze Aufmerksamkeit des Publikums braucht und der zum Höhepunkt des Abends gehört. Doch die Aufmerksamkeit ging auf jene Frau, die noch in der ersten Reihe fehlte. Sie kam mitten ins Lied hinein. Die erste Reihe stand noch einmal für sie auf und während sich die Frau auf ihren Platz hangelte … (ihr könnt es erraten) stieß sie ein Glas um. Es schepperte zum fünften Mal. Und einer rief: “Das war leer! Ihr könnt weiter machen.” Wir machten weiter. Bis zu “La Paloma” der Schlussnummer. Ich dachte erleichtert: wir haben diesen Abend gleich geschafft … Da stolperte Thomas bei der Choreografie, dass ich ich dachte, er liegt gleich der Nase lang auf der Bühne. Es sah so komisch aus, dass ich mir das Lachen verkneifen musste. Und genau in diesem Moment fiel (nun in den hinteren Reihen) das sechste Glas um. Der “Polterabend” hatte seinen Höhepunkt erreicht.
Es war alles zu spät und ich lachte nur noch und mit mir der ganze Saal. Diese witzige Liedzeile “Lass die Oma im See” ging in meinem Gekicher unter und die Männer brachten den Song zu Ende. Begleitet von einer Woge aus Lachen von Saal und Kollegin.
Nach der Vorstellung ging ich zu unserem Maskottchen und sprach zu ihm: “Ich taufe dich jetzt Polti. Geboren (geschenkt) an einem Polterabend bei Sanftwut. Am 3. Dezember 2011.”

Kommentare
Stephanie Werth schrieb am 5. Dezember 2011 um 10:11 Uhr
Das gibt’s ja gar nicht!!! Da hätte ich aber gern dabei sein wollen! Wie genial …
kathy54 schrieb am 5. Dezember 2011 um 11:33 Uhr
Ich habe die Veranstaltung am 03.12.11 besucht,Und muss leider einige kritik loswerden.Schon im vorfeld gab es probleme!Telefonische Kartenreservierung unzureichend!Kein Info über das Muss der Paketbuchung wenn mann einen Tisch haben möchte!Unzureichende Klimaanlage im Vorstellungsraum-Heiß-stickig-warm,Der massive Essensgruch aus der Küche zu ende der Vorstellung verursachte bei mir eher Übelkeit.Das Program mutete eher wie ein zusammen-schnitt aller angebotenen Programm-möglichkeiten an.Ich war von diesem Abend enttäuscht.
Uta Serwuschok schrieb am 5. Dezember 2011 um 18:43 Uhr
Hallo, an kathy54. Ich habe eine umfassendere Antwort per Mail geschickt und bitte um Entschuldigung für die entstandenen Pannen.
Mit besten Grüßen Uta Serwuschok