Uta “Moni” Serwuschok hatte das Glück, das Festkonzert im Gewandhaus mitzuerleben und schreibt:
Jetzt fragt ihr bestimmt gleich, was hat Uta-Moni mit dem Jugendsinfonieorchester der Musikschule Leipzig zu tun? Eine Menge. Zum einen sind alle drei Kinder von Manni, was der Thomas Störel ist, in diesem Orchester musikalisch zu Hause. Und zum anderen ist SANFTWUT in dem Förderverein des JSO, wie es sich modisch mit Kürzeln nennt.
Also fanden sich am Sonntag viele aktive und ehemalige Mitglieder zum Musizieren im Gewandhaus ein. Schüler, Studenten, junge Väter und jene, die schon in ihren „bürgerlichen“ Berufen arbeiten, sind gekommen um zu Ehren dieses wunderbaren Klangkörpers aufzuspielen. Sie nannten sich „Die Jubiläumsbesetzung“.
Unter der Leitung von Dirigent Ron-Dirk Entleutner hörten wir „Die 5 Elemente LUFT“ von Gustav Holst. Luft war das auf gar keinen Fall. Schon gar nicht heiße. Ganz ehrlich, es war ein sehr berührender Abend. Die Musik machte mich ganz demütig und es war wundervoll zu schauen, mit welcher Begeisterung die jungen Leute sich den Kompositionen hingaben. Nicht nur, dass unüberhörbar Perfektion angestrebt wurde. Es war auch ein so emotionales Ereignis, weil sie alle mit Seele spielten. Es machte jedem sichtlich Spaß mit den aktiven und ehemaligen Mitgliedern des Orchesters zu musizieren. Und mir machte es Spaß, ihnen zuzusehen.
Das besondere Erlebnis dabei ist, dass das Gewandhaus gefüllt war mit Müttern, Vätern, Omis, Opis, Tanten und all dem Handtaschengeschwader, was um so ein junges Geschöpf im Normalfall als Sippe herumspringt. Der Stolz lag in der Luft. Das ist nicht immer so. Da mögen weltberühmte Pianisten zu Gast sein. Man wird ihnen huldigen und sie feiern. Aber das Herzflattern der Familie ist durch keinen Ruhm zu ersetzen. Da sitzen sie da mit ihren feuchten Augen und zerknitterten Taschentüchern in Hand und erfreuen sich an den „Kleinen“, die ihrem Leben durch die Pflege der Musik einen besonderen Sinn geben.
Tatsächlich ist man selbst als Fremder davon überzeugt, dass die Jugendlichen auf der Bühne mehr vorhaben, als irgendwo ab- oder rumzuhängen. Das ist nicht wenig, was wir als Zuschauer erleben dürfen. Das ist nicht nur schön, sondern macht auch Hoffnung, dass es im Leben nicht nur roh zugeht und dass Intelligenz einen hohen Wert hat. Die Intelligenz paarte sich hier mit dem gemeinsamen Willen etwas zu schaffen und genau das macht das Jugendsinfonieorchester in seiner Wirkung unschlagbar. Die wollen und erreichen was. So könnte es in ihrer Werbung stehen.
Aber sie machen sehr wenig Werbung für sich. Als sie am Ende des Abends gefeiert wurden, schauten sie eher bescheiden drein und man hatte das Gefühl, sie wollen, dass wir aufhören zu klatschen. Denn als der Applaus abebbte, waren sie schon gar nicht mehr bei uns, dem Publikum. Sie waren zwar noch auf der Bühne, aber mit sich beschäftigt. Sie lagen sich in Armen, tauschten Informationen aus, prüften die Handys auf SMS und winkten zu den Verwandten im Saal. Sie waren schon wieder im Alltag. Unter sich. Sie standen mit der größten Selbstverständlichkeit bei ihren Instrumenten und verließen erst nach und nach die Bühne. Sie steckten den Erfolg mit Natürlichkeit weg, während im Saal die Sippe vor Begeisterung dahinschmolz. In einer Werbekampagne für Jugendliche heißt es: KEINE MACHT DEN DROGEN. Wir ergänzen: ALLE MACHT DER MUSIK
Danke RDE (Ron-Dirk Entleutner) und ihr alle vom JSO und Gratulation vom Kabarett SANFTWUT, euren treuen Fans!
Einen kleinen Höreindruck gibt es bei you tube unter der Überschrift:
SanftWut besucht JSO im Gewandhaus