Thomas Stoerel / 22. Dez 2009

News Publikum

Dies Bildnis ist entzaubernd schön

Liebe Leser, verzeiht uns dieses Foto. Das geht doch nicht wirklich! Oder? Ist das schräg. Erst wollten wir es löschen. Aber dann dachten wir, die Fans sollen auch von unseren Misserfolgen erfahren. Also: die Idee war, mal ganz seriös zu sein. Uta hat zu den Jungs gesagt: „Wir brauchen ein Foto als Weihnachtsgruß. Wir machen das am besten so, wie die Familie Schöbel bei Weihnachten in Familie. Wir drapieren uns um einen Tannenbaum.“

Schön ist hier nur der Baum - Foto: W. Dütthorn

Schön ist hier nur der Baum - Foto: W. Dütthorn

Das Ergebnis könnt ihr sehen. Wenn wir so Kabarett spielen würden, wie wir da sitzen… Ganz zu schweigen von Ingolf und Knut, die wie Soldaten der Terrakotta – Armee da stehen. Es war ein PR- Ausrutscher. Kommt nie mehr vor. Aber – wir haben es versucht! Der Wille war da! Frohe Weihnachten all unseren Fans und bleibt uns treu.

Eure Sanftwütigen

Thomas Stoerel / 28. Nov 2009

Erinnerungen Freunde Moni News

Moni hat Geburtstag

Ein Hoch auf die Jubilarin

Ein Hoch auf die Jubilarin

Endlich ist es soweit! Uta, die sich so hingebungsvoll um eben diese Blog-Tagebuch-Seite unseres Kabaretts kümmert, hat am 29. November Geburtstag!

Das SanftWut-Team gratuliert dir, liebe Uta-Moni, recht herzlich zum Geburtstag und wünscht dir eine nie erlahmende Schaffenskraft und weiterhin so viel Enthusiasmus fürs Kabarett. Vor allem aber Gesundheit und viele frohe Tage, genau genommen 365!

Ingolf, Thomas, Knut, Dirk, Bojko, Andy und die anderen abgebildeten und nicht abgebildeten Fans von dir!

Thomas Stoerel / 09. Nov 2009

Manni Moni

Manni spricht

Damit ihr nicht immer nur was lesen müsst, könnt ihr hier mal was hören:


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Thomas Stoerel / 09. Nov 2009

Erinnerungen Manni Moni

Sei froh, Moni

Mensch Moni, sei froh, dass ich dir nischt mitgebracht hab aus Weh-Needsch! Das Muränenglas ham se den Leuten in jedem zweiten Laden nachgeworfen. Mir hatten zu tun, unbeschadet zwischen den Scherben und den jabanischen Duristen langzugondeln. Das einzsche Glas, dass uns gefalln tat, wog 80 Kilo. Da hättst du aber schon mit sein müssen, um das nach Hause zu schleppen!

Murano-Monster

Murano-Monster

Jedenfalls musst du nich “weh-neidig” sein. Ich hab ouch sonst wem nischt mitgebracht.

Dein Manni

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Thomas Stoerel / 05. Okt 2009

Manni

Mannis Bericht vom Berlin-Marathon

Macht Manni heile – Haile Gebrselassie

Macht Manni heile – Haile Gebrselassie

Man lernt ja nie aus. Und so habe ich auch bei meinem 13. Marathon etwas dazugelernt, obwohl ich mich eigentlich für einen alten Marathon-Hasen halte, den nichts mehr erschüttern kann.
Für mich ist es in diesem Jahr eine Art Triathlon. Am Sonnabend zwei Kabarettveranstaltungen, so dass ich erst nach Mitternacht ins Bett komme. Am Sonntagmorgen der Lauf in Berlin und am Abend die Premiere des neuen Kabarettprogramms „Heute haun wir auf die Pauker“. Da mein Mammutvorhaben auch in der Presse erwähnt wurde, haben mich etliche Leute angesprochen, wie verrückt ich denn sei, mir so etwas zuzumuten. Ich fühle mich aber gut genug vorbereitet, um diesen Kraftakt anständig zu bewältigen.
In Berlin starte ich zum siebenten Mal ohne Unterbrechung. Hier habe ich 2003 meinen ersten Marathon bestritten. Immer war mein Lauffreund Wolfram dabei. In diesem Jahr muss er krankheitsbedingt passen. Vermutlich sitzt er, die Startnummer an die Brust geheftet, vor dem Fernseher. Meine Frau Susi hat sich deshalb überreden lassen, die Fahrerei zu übernehmen. Meine Tochter Margarete und ihr Freund Uli haben sich angeschlossen. Sie wollen das traumhafte Wetter nutzen, um Berlin zu erkunden, aber auch mal an der Strecke winken. Insbesondere die Stimmung am „Wilden Eber“ lockt sie.
Nach acht erreichen wir das Startgelände. Meine Familie geht erst einmal frühstücken. Ich lasse mich auf der Wiese vor dem Reichstag nieder. Man kann man schon kurz beärmelt in der Sonne sitzen. Trotzdem haben sich etliche Läufer gelbe Plastiksäcke übergestülpt, um nicht auszukühlen. Einige, die wohl Großes vorhaben, tänzeln wie unruhige Pferde auf und ab. Erwärmen und Dehnen ist vielen ein Ritual. Ob all das bei den sommerlichen Temperaturen etwas bringt, weiß ich nicht.

Jung und Sportlich

Jung und Sportlich

Ich kleide mich in aller Ruhe um und bringe meinen Kleidersack weg. Es ist mittlerweile schon weit nach halb neun. Die meisten eilen im Laufschritt Richtung Start. Noch immer sind lange Schlangen an den Dixi-Häuschen.  Einige warten mit verzweifelter Miene, manche mit stoischer Ruhe. Als Berlin-Siebenjähriger weiß ich, dass es kurz vor dem Startbereich Dixis gibt, die kurz vor neun  nicht mehr so stark frequentiert sind. Ich begebe mich dorthin und höre im Plastehäuschen sitzend den Startschuss.
In diesem Jahr gibt es keinen zeitversetzten Start. Nacheinander traben die Läuferblöcke nach vorn und dann geht’s los. Ich reihe mich ein und bemerke ziemlich schnell, dass die Läufer um mich herum eigentlich zu langsam für mich sind. Auf den ersten Kilometern ist kaum ein Vorbeikommen. Wie die Lemminge schieben wir uns vorwärts. Und das Durchschlüpfen und aufwändige Seitenwechseln kosten Kraft und Zeit. Auf den ersten Kilometern pendle ich mich so auf 5 Minuten pro Kilometer ein. Nun gut, sage ich mir, da laufe ich die erste Rennhälfte eben konservativ und probiere später, ob es auch schneller geht.
Die Stimmung am Streckenrand ist gut wie immer. Am Friedrichstadtpalast jubelt mir Margarete entgegen, hinter ihr stehen Susi und Uli. Bis zum Straußberger Platz bleibt es eng. Laufen fast mit Körperkontakt. Beim Überholen touchiert man feuchte Läuferarme oder spürt Fremdschweißspritzer auf der Haut. Vielleicht zieht es manche Sportler allein deshalb jedes Jahr nach Berlin.
Es ist schon so warm geworden, dass es mir ein Bedürfnis ist, becherweise Wasser über den Kopf zu schütten. Die Feuerwehr lässt alle paar Kilometer Fontänen auf die Straße spritzen. Das mag ich nicht so, weil da die Schuhe nass werden.
Endlich, auf dem Weg nach Kreuzberg, kann man etwas freier laufen. Ich forciere nun etwas, bemerke aber überrascht, dass ich nur gefühlt schneller vorwärts komme. Am Halbmarathonpunkt bin ich genau nach 1:45. Eigentlich perfekt, um nun eine schnellere zweite Hälfte hinzulegen und in Rekordzeit über die Ziellinie zu jubeln, denke ich. Auf den nächsten 5 Kilometern verpulvere ich die Energiereserven, die ich auf den ersten Kilometern gespart habe, und werde doch nicht schneller. Eher langsamer. Entweder meine Uhr ist kaputt oder ich.
Es ist so warm geworden, dass ich an jedem Wasserstand zwei Becher nehme. Einen trinke ich, der andere läuft über Kopf und Nacken. Ich brauche noch zwei Kilometer, um zu akzeptieren, dass heute für mich eine Bestzeit nicht drin ist. Das Wetter ist sicherlich der Hauptgrund. Aber ich muss auch einsehen, dass ich nicht so ausgeruht wie in den letzten Jahren an den Start gegangen bin.
Außerdem muss ich abends einigermaßen fit sein, um die Premiere gut über die Bühne zu bringen.  Das dämpft meinen Kampfgeist. Und so stelle ich mitten im Lauf fest, dass mir heute die Bereitschaft fehlt, mich zu quälen. Ich kann einfach nicht den Willen aufbringen gegen die normale Ermüdung anzukämpfen. Am „Wilden Eber“ halte ich Ausschau nach meiner Familie. Ich kann sie aber nicht entdecken. Wenig später nehme ich endgültig das Tempo raus und laufe in Trainingsgeschwindigkeit (etwas unter sechs Minuten pro Kilometer) weiter.
Nach der konservativen ersten Hälfte folgt also eine erzkonservative zweite. Schnell finde ich mich nun damit ab, rechne mir aus, dass ich ungefähr bei 3:45 durchs Ziel trotten werde, lasse die Uhr Uhr sein und schalte quasi auf eine Art inneren „Lauftempomat“. Ich beginne, die Atmosphäre am Streckenrand intensiver als sonst wahrzunehmen und zu genießen. Bei meinen bisherigen Läufen in Berlin bin ich immer Bestzeiten hinterhergehechelt. Das hat Spaß gemacht, aber ich war auf den letzten Kilometern oft ziemlich erschöpft. Diesmal freue ich mich darauf, die Stimmung auf der „Straße unter den Linden“  bei klarem Bewusstsein zu erleben.
Ungefähr am Nollendorfplatz fühle ich mich nochmals darin bestätigt, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Der Mineralienverlust durch das starke Schwitzen lässt meine hinteren Oberschenkelmuskeln  verdächtig zucken und ich muss kürzere, dafür schnellere Schritte setzen, um nicht zu verkrampfen.

Verkrampft nie – die kenianische Gazelle

Verkrampft nie – die kenianische Gazelle

Am Potsdamer Platz komme ich trotz meines gedämpften Tempos zügiger voran als viele andere. Das muntere Plaudern im Läuferfeld, das auf den ersten zehn Kilometern zu vernehmen war,  ist längst einem ächzenden Schweigen gewichen. Links und rechts neben mir blicke ich in verzerrte Gesichter, einige schleichen erschöpft. Mir geht es gut, aber ich weiß noch, wie ich mich im letzten Jahr an dieser Stelle fühlte.
Unter den Linden liegt ein Läufer am Streckenrand, ein Rettungssanitäter beugt sich über ihn. Weiter vorn wird ein Mittvierziger gerade weggetragen. So ein Pech, so kurz vor dem Ziel, denke ich, und laufe vorbei. Durchs Brandenburger Tor und auf die Zielgerade. Ein Finale zum Genießen. Schließlich lande ich bei 3:43, ganz akzeptabel für den heutigen Tag.
Das Beste aber: Mit umgehängter Medaille kann ich zügiger als sonst und schmerzfrei zur Reichstagswiese schlendern. Ich schnappe mir im Vorbeigehen Verpflegung und den Klamottenbeutel und kann meine Beine noch so gut heben, dass ich ohne mühsame Verrenkungen in frische Sachen zu schlüpfen vermag. (Für Außenstehende muss es zum Teil urkomisch aussehen, wenn die Läufer nach 42 Kilometern steifbeinig in ihre Hosen zu steigen versuchen.)
Zusammenfassend - ich wusste gar nicht, dass ich so konservativ sein kann. Und mir geht durch den Kopf:  Du hast heute deinen ersten „Altherren-Marathon“ absolviert, geleitet von dem Wunsch gesund und relativ locker anzukommen. Du bist zurückhaltend gelaufen, ohne dich vollends auszupowern, ohne den blindwütigen jungenhaften Ehrgeiz, ein paar Minuten oder Sekunden herauszukitzeln. Dazu hast du immerhin 13 solcher Läufe bedurft, wenn man einmal den „Fotografier-Marathon“ in New York ausnimmt.
Noch beim Umziehen rufe ich Wolfram an. Er hat am Bildschirm mitverfolgt, wie Haile diesmal den Weltrekord verpasst hat. Und Wolfram ist dank moderner SMS-Technik auch schon im Bilde, wie ich gelaufen bin.
Am Reichstagsufer nimmt mich meine Familie in Empfang. Als sie mich am „Wilden Eber“ nicht gesehen haben, meint Susi, hatten sie schon Angst, ich sei ausgestiegen.
Die Damen haben sich auf ihrem Weg durch Berlin Blasen gelaufen und tappen nun barfuß am Reichstag vorbei. Ich muss innerlich schmunzeln, dass ich trotz Marathon besser die U-Bahn-Treppen herunterkomme als sie.

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