Uta Serwuschok / 23. Nov 2010

Erinnerungen Kabarett zum Brüllen

2003: Manni was born – mit dem Programm „Und ewig bockt das Weib“

Wir stellten für den Frauentag 2003 ein Programm mit alten und neuen Texten zusammen. Daraus entstand das Erfolgsprogramm „Und ewig bockt das Weib“. Und mit diesem Programm betrat erstmalig Manni die Bühne. Wie kamen wir auf diese Figur? Es war, wie so oft im Leben, ein Zufall.

Wir (Thomas und ich) standen also eines Tages in der Künstlergarderobe und durchwühlten die Requisiten nach Brauchbarem für das Programm „Und ewig bockt das Weib“. Die Hose in Pink wurde gefunden, Thomas zog sie an und aus Gaudi bis hoch an die Ohren. Das war sie, die Geste, die Kult wurde. Hinzu kamen noch am gleichen Tag Frisur und der unverwechselbare Lippenbart. Das alles ergab eine Mischung von strengem aber äußerst lustig aussehenden Mannsbild. Ein Macho, der durch sein Auftreten große Sympathien in den folgenden Jahren erleben wird. Aber noch hatte Manni keinen Text. In „Ewig bockt das Weib“ kommt er „nur“ auf die Bühne und singt mit Moni die „Beautyfarm“.

Wahrhafte Komiker brauchen nur einen Moment, um sich die Herzen des Publikums zu erobern. Sie stellen sich innerhalb von Sekunden in den Ring und verlieren oder gewinnen.
Manni hat gewonnen. Er ist mit den Jahren regelrecht gewachsen. Und die Hosen wachsen mit. Inzwischen in ganz vielen Farben. Denn im Laufe der Zeit wurde Manni vom Publikum mit diesen speziellen Jogginghosen reich beschenkt. So liegen jetzt im Regal der Künstlergarderobe türkisfarbene, graue, weiße und bunte Exemplare. Diese Großzügigkeit des Publikums hat mit der Beliebtheit der Figur zu tun und ihrer volkstümlichen Ausstrahlung.
Ab 2003 gibt es also bei Sanftwut das Bühnenpaar MONI und MANNI.

Manni (Foto: Frank Keller)

Manni (Foto: Thomas Störel)

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Uta Serwuschok / 21. Nov 2010

Erinnerungen Kabarett zum Brüllen

2003: Das Erfolgsprogramm “Super-Hammer-Haileids” hat Premiere.

Dabei ist es nicht garantiert, dass man mit einem Reprisen-Programm auch einen Publikumserfolg landet. Ich erinnere mich noch genau, dass wir nach der Uraufführung, die immer eine Art erster wichtiger Test ist, mit hängenden Ohren an der Niere (Künstlerbank in der Garderobe) saßen und diskutierten. Irgendwie vermissten wir die Stimmung im Publikum, von der wir meinten, dass diese durch die Anhäufung erfolgreicher Nummern gewährleistet sei. Es kamen Zweifel auf.

Diskussion mit unserm Kaiser Otto

Diskussion mit unserm Kaiser Otto

Rainer Otto, unser Regisseur, war sehr skeptisch. Würden die Texte aktuell genug sein? Stimmt die Zusammenstellung?  Springt der Funke zur Premiere über?

Er sprang. So sehr, dass dieses Programm drei Jahre gespielt wurde. Wir mussten mehrfach Aktualisierungen vornehmen, weil uns zum Beispiel das Thema Olympia-Bewerbung der Stadt Leipzig schleichend abhanden kam.

Dieser Rummel um die Olympiade fand in in einem Medley von Opernklassikern ein fulminantes Finale. Wir waren zu erleben als Frau Tiefensee, Luciano Pavarotti und José Carreras. Und wir sangen sehr witzige Arien. Wie zum Beispiel “Ave Malaria” nach dem Heiligtum “Ave Maria”. Wir hoben die “ernste Musik” vom Thron und waren frech ohne Ende.

Operndiva dreifach

Operndiva dreifach

Erst verlor Leipzig die Olympiabewerbung, dann starb Pavarotti und Wolfgang Tiefensee verflüchtigte sich nach Berlin, um dort Politik zu machen. Es gab nie wieder die Möglichkeit, diese Traumnummer noch einmal aufzunehmen. So können wir nur alte Fotos betrachten und uns daran erinnern, wie wir in farbenprächtigen Kostümen eines der schönsten Finale spielten.

Die “Super-Hammer-Haileids” orientierten sich dramaturgisch an der Frage: Welche Nummern mochte das Publikum? Was haben wir als Kabarett gern gespielt? Da wäre zum Beispiel die Bauarbeiterszene “Offn Dache”.

Das legendäre "Wo denne? Isch sääh denn nisch!"

Das legendäre "Wo denne? Isch sääh denn nisch!"

Die Auswahl für das Jubiläumsprogramm “Kabarett zum Brüllen – 20 Jahre Deutsche Gemeinheit” erfolgte auf der Grundlage einer umfassenden Analyse von Ensemble- und Gesellschaftsgeschichte. Wir haben viel recherchiert und nicht nur auf die Erfolgsnummern vertraut. Und wir erprobten neue Formen, die jung und kreativ daherkamen. Sie waren ein Experiment, doch der Erfolg gab uns Recht.

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Uta Serwuschok / 17. Nov 2010

News

Gurus für Anfänger am 18. und 19.11.

+++ Nach erfolgreicher Premiere zur Lachmesse freuen wir uns auf zwei Vorstellungen der Yoga Brothers mit “Gurus für Anfänger”. +++Beginn jeweils 20 Uhr+++Wir freuen uns auf Ihren Besuch.+++

Unsere Gurus: Marc Pletzer und Ingolf Serwuschok

Unsere Gurus: Marc Pletzer und Ingolf Serwuschok

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Uta Serwuschok / 16. Nov 2010

Erinnerungen Kabarett zum Brüllen

2003: Eine große Erfindung trägt seinen Namen: Hartz

Erfinder haben meistens Visionen. Sie handeln aus tiefer Überzeugung, der Menschheit eine sensationelle Erfindung zu hinterlassen. Eine Erfindung, die das Leben deutlich verändert. Damit wir uns gut erinnern, wem wir zum Beispiel einen Motor verdanken, gab der Herr Otto, seiner Erfindung auch seinen Namen: Otto-Motor. Auch haben wir eine genaue Vorstellung vom Namen Diesel. Wir wissen auch, von wem die Entdeckung des Pawlowschen Reflexes stammt. Von Pawlow. Alle große Erfinder! Und bis heute sind sie für alle Generationen Vorbilder, wenn es um leidenschaftliche Forschung und Visionen geht.

Ihre Erfindungen sind von größter Bedeutung in der Menschheitsentwicklung. Als Peter Hartz 2002 sich daran machte, im Auftrag der Rot-Grünen-Koalition, eine Reform für die Verwaltung von Millionen Arbeitslosen zu schaffen, muss er auch geglaubt haben, dass seine „Erfindung“ ein Glück und Fortschritt für die Menschheit ist. Er muss zutiefst an die Richtigkeit dieses Modells geglaubt haben, denn anders ist nicht zu erklären, dass er dieser umstrittenen Arbeitsmarktregelung seinen Namen gab. Der Motor von dem Herrn Otto war ein Motor. Er brachte uns in den Zustand der Bewegung. Peter Hartz brachte uns in den Zustand der Erregung. Das ist bis heute so.

Achtung Hartz IV

Achtung Hartz IV

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Uta Serwuschok / 15. Nov 2010

Erinnerungen Hör' nicht auf deine Frau Kabarett zum Brüllen

2002: Wir inszenieren “An der Scherzgrenze” mit unserem Gast Jens-Uwe Jopp

Ein Jahr lang eine Bereicherung für SanftWut: Jens-Uwe Jopp

Ein Jahr lang eine Bereicherung für SanftWut: Jens-Uwe Jopp

“An der Scherzgrenze” machte in seiner Entstehungsphase schon eine Menge Spaß. Wir waren zu viert und  Jens- Uwe Jopp brachte neue Farbtöne in unsere Arbeit. Für mich unvergessen seine lustigen Geschichten aus dem Lehrerzimmer oder seine Berichte über die Hofaufsicht, die er zu den Proben von sich gab. Es lag also nah, dass wir einen größeren Nummernblock zum Thema Bildung hatten. Dem voraus gingen Recherchen und ich (Uta-Moni), die ich schon lange die Schule verlassen hatte, durfte an verschiedenen Schulen hospitieren und die Realität des Lehrer- und Schülerdaseins mir um die Nase wehen lassen.

Jens-Uwe Jopp, der immer noch mit Leidenschaft als Lehrer tätig ist,  danken wir auf diesem Weg für die schöne gemeinsame Zeit.  Unvergessen seine Figur des Sportlehrers, mit der er den Saal zum Lachen brachte.

In unserem 20-Jahre-Programm “Kabarett zum Brüllen” sind zwei Texte aus “Scherzgrenze” übernommen. Die Nummern”Pamela” und ” Elite”.

Ebenfalls feiert heute das Lied “Männer sind anders” wieder große Erfolge im Programm “Hör nicht auf deine Frau”. Damals 2002 saß ich (Uta) am Klavier und versuchte eine Art musikalische Begleitung, die aber eher eine musikalische Entgleisung war. Unser Musikdirektor Thomas Störel wollte mir die Tasten schon farbig anmalen, damit das, was ich da spielte, nach Musik klang. Er hat jedenfalls alle darauf folgenden Jahre immer zu verhindern gewusst, dass ich auch nur in die Nähe des Pianos kam.

Bemerkenswert: Moni am Flügel (Sieht besser aus, als es klingt!)

Bemerkenswert: Moni am Flügel (Sieht besser aus, als es klingt!)

Ihr könnt in das Musikbeispiel “Männer sind anders” reinhören. Achtung! Am Klavier sitzt jetzt ein richtiger Pianist: Knut Ratzlaff.

Es singen und spielen: Ingolf Serwuschok und Thomas Störel.

Inszeniert wurde “An der Scherzgrenze” von Rainer Otto.

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