Uta Serwuschok / 12. Nov 2010

News

Uta Serwuschoks neues Büchlein „Massige Frauen gesucht – Geschichten zur Überwachung des Gänsebratens“

Es ist vollbracht. Das Büchlein „Massige Frauen gesucht – Geschichten zur Überwachung des Gänsebratens“ ist in der Druckerei. Erhältlich ist es für 5 Euro überall hier:

  • Kabarett-Theater Sanftwut in der Mädler-Passageund
  • Verlagsbuchhandlung Bachmann, Altes Rathaus, Markt 1
  • Katja Seidel, Schreibwarenladen und Buchhandel, Lange Straße 4 in Naunhof
So wird es ausschauen: „Massige Frauen gesucht - Geschichten zur Überwachung des Gänsebratens“ von Uta Serwuschok und mit Illustrationen von Philipp Sturm

So wird es ausschauen: „Massige Frauen gesucht - Geschichten zur Überwachung des Gänsebratens“ von Uta Serwuschok und mit Illustrationen von Philipp Sturm

Warum dieses Büchlein?

Meine Oma saß vor den Festtagen immer mit einem Stuhl am Küchenherd und beschäftigte sich über Stunden mit der Gans, welche am ersten Weihnachtsfeiertag auf den Tisch sollte. Sie ließ das Federvieh nicht aus den Augen. Sie überwachte es mit großer Hingabe. Dabei war sie meist umgeben von uns Kindern, ihren Freundinnen und Nachbarn. Die Küche wurde zu einem Treffpunkt und alle begutachteten die Gans und schauten zu, wie sie so nach und nach braun und knusprig wurde. Bei diesem Ritual wurde Kaffee oder ein Schnäpschen getrunken und viel geklönt. Man erzählte sich Geschichten und tratschte, was das Zeug hielt.
Wenn kein Besuch da war, dann saß meine Oma mit Groschenromanen vor der Backröhre und las. Zwischendurch öffnete sie den Backofen, begoss die Gans und sprach mit ihr. Dann las sie weiter. So schaffte meine Oma immer einen großen Teil ihrer Lektüre und hatte nicht einen Moment Langeweile.
Jene schöne Kindheitserinnerung brachte mich dazu, diese winzige Sammlung mit Geschichten heraus­zubringen. Damit können Sie, liebe Leserinnen und Leser, sich die Zeit vor dem Herd vertreiben. Sie lesen eine Geschichte und dann schauen Sie wieder nach der Gans. Wenn sie fertig ist, haben Sie auch das Büchlein zu Ende gelesen.
Aber es geht mir nicht nur um einen sinnvollen Zeitvertreib. Es ist auch wichtig für den Geschmack des Festtagsbratens. Eine Geschichte, über die Sie lächeln konnten oder die Ihre Seele berührte, bringt Sie in sinnliche Stimmung.

Das ist wichtig. Denn die Gans mag es sinnlich!

Sie spürt den Unterschied zwischen liebevollem Begießen und dem profanen Drüberschütten. Sie hat ein Recht auf ein liebevolles Vorspiel, wenn sie schon vernascht wird.

Und wenn sie dann knusprig vor uns auf dem Tisch steht, singen wir: „So viel Sinnlichkeit in der Weihnachtszeit.“

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Uta Serwuschok / 12. Nov 2010

Erinnerungen Kabarett zum Brüllen

2002: Das Hochwasser und ein Volk von seiner besten Seite

In der Nacht vom 12. zum 13. August wird der Osten Deutschlands von einem schweren Hochwasser heimgesucht. Besonders betroffen die Gebiete um die Oder und die Elbe. Auch die Mulde setzt Grimma unter Wasser. Aus kleinen Flüssen, mit unbekannten Namen, werden reißende Ströme. Jeder von uns erinnert sich noch an die Bilder im Fernsehen, wie Menschen auf den Dächern ihrer Häuser stehen, nur von Wasser umgeben und auf Hilfe aus der Luft warten. Auch Dresden ist schwer betroffen. Der Hauptbahnhof läuft wie eine Badewanne voll. Und alle bangen und kämpfen mit Sandsäcken um die historische Altstadt. Dann kommt jene Nachricht über alle Sender, die nur noch betroffen macht: “Die Einsatzkräfte mussten die Semperoper aufgeben. Die historische Altstadt von Dresden steht unter Wasser.” 

In jenen Augusttagen erwies sich das deutsche Volk als äußerst solidarisch und auch als ein Volk mit innerer Kultur.  Man half sich aller Orten um den betroffenen Menschen die Situation zu erleichtern. Und es war beglückend zu erleben, wie Einsatzkräfte aus ganz Deutschland sich mühten, gemeinsam mit den Dresdner Bürgern die großen Kunstschätze zu retten. 

Kanzler Schröder, dessen Umfragewerte zu jener Zeit im Keller waren, konnte durch seine Auftritte mit Gummistiefeln kurzzeitig sein Image wieder aufpolieren.

Bereits am 9. November 2002  nahm die Semperoper  mit der Inszenierung “Illusionen – wie Schwanensee” ihren Spielbetrieb wieder auf. Es ist die offizielle Spielzeiteröffnung, welche ursprünglich für den 13. August 2002 vorgesehen war.

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Uta Serwuschok / 11. Nov 2010

Erinnerungen Kabarett zum Brüllen

2002: Sachsen erlebt Jahrhunderthochwasser

Land unter…

Land unter…

...in Grimma...

...in Grimma...

...fotografiert von unserem Freund Wolfram Dütthorn

...fotografiert von unserem Freund Wolfram Dütthorn

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Uta Serwuschok / 10. Nov 2010

Erinnerungen Kabarett zum Brüllen

2001: Das zweite Duo-Programm “Simulantenstaatl” hat Premiere

“Simulantenstaatl” klingt eher  nach Volksmusik und unser Foto mit den tanzenden Ordnern erzählt auch eher von Gaudi.

Spitzentanz mit Aktendeckeln

Spitzentanz mit Aktendeckeln

Dennoch, dieses Programm ist deutlich politisch ausgelegt und eine satirische Aufarbeitung der schwachen Arbeit der Rot-Grünen-Koalation. Schön, die Vielfalt von Figuren. So  spielen wie zum Beispiel Abhörwanzen und krabbeln als solche unter dem Flügel lang. In diesem Programm erleben die Lieder “Windbeutel” (böser Gesang gegen die Männer), “Hör nicht auf deine Frau” (sagt alles) und die wunderschöne Volksmusikparodie “Madonna Kokolores” ihre Uraufführung und nehmen einen erfolgreichen Weg bis ins Jahr 2010 hinein.

Inszeniert hat dieses Programm Rainer Otto.

Staatl-Time mit Uta und Thomas

Staatl-Time mit Uta und Thomas

Erstmalig haben wir ein aufwendiges Bühnenbild. Ein großer Rosenbogen nahm die halbe Bühnenfläche ein. Unter diesem hüpften wir immer durch. Ergänzt wurde der opulente Bogen durch eine Treppe und den Flügel. Der Sachse würde sagen: “Die mussten sich da ganz schön dünne machen.”

Dennoch, Sanfwut ist bis zum heutigen Tag auch ohne LKW auf Gastspielreise. Es gibt einen Spruch: “Wenn die Kleinkunst mit nem 5-Tonner unterwegs ist, verheißt das nichts Gutes.”  Kabarettisten sollten sich immer auf ihr Wort, ihre Gestik und ihr Partnerspiel verlassen. Der Rest ist Beiwerk.

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Uta Serwuschok / 10. Nov 2010

Erinnerungen Kabarett zum Brüllen

2001: Die Inszenierung “Kassenkampf” und ein Dank an Matthias Schwarzmüller

“Kassenkampf” ist die zweite Produktion mit der Besetzung der “Eulenspiegeleier”. Hinzu kommt Knut Ratzlaff als Pianist und Komponist. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen, ist, dass wir mit Knut eine wunderbare Zusammenarbeit beginnen, die in dem erfolgreichen Musikprogramm “Hör nicht auf deine Frau” mündet.

Die Regie führte wieder ich (Uta Serwuschok). Aber ich hatte als Co-Regisseurin Anne-Kathrin Gummich. Auch hier wird der Grundstein für eine spätere Zusammenarbeit gelegt.

Das Programm war in einem Warenhaus angesiedelt und ich erinnere mich, dass wir von Galeria Kaufhof Einkaufswagen bekamen, mit denen wir alles mögliche über die Bühne transportierten. U. a. auch Menschen. Schräge Bilder mit auch schrägen Texten. Ein Programm, das Laune machte.

Nach der Premiere übernahm Dirk Payer (unser Kneiper) die Rolle von Ingolf, der ein Kaufhausgespenst mit ganz süßem Kostüm spielte. Dirk Payer betrat damit erstmalig die Sanftwut-Bühne. Ingolf bereitete sich auf die Premiere seines Reiki-Programms für 2002 vor.

Das Ensemble im "Kassenkampf"

Das Ensemble im "Kassenkampf"

Einer der Autoren von “Kassenkampf” war Dr. Matthias Schwarzmüller. Wir alle nennen ihn nur Matsel. Unser Matsel ist an der Universiät beschäftigt, ein Akademiker sozusagen, was ihn aber nicht davon abhält, schmutzige Witze zu erzählen. Es gibt 2 – 3 Witze, die die Bühne nicht passieren durften. Aber sonst sind Matsels Texte sehr bühnentauglich. Er liebt Schüttelreime und hat sich im Sanftwut-Ensemble als Autor und Erfinder des “Mirko” einen Namen gemacht. So gesehen hat er immer bei uns einen Stammplatz.

Matsel ist ein altmodischer Mensch, was bei uns heißt, er ist zuverlässig und ein Mann von Moral. Wenn ich seine Hilfe für unser Ensemble brauchte, dann war er immer für uns da und wenn ich eine Bitte äußerte, versuchte er, sie mir zu erfüllen. Ein wiederkehrender Wunsch von mir ist zum Beispiel, dass er die “Bürgschaft” auf seine ganz eigene Weise aufführt. Ich liebe es, zuzuhören und zu sehen, wie er die dramatischen Ereignisse der Ballade auf einen witzigen Nenner zu bringen vermag.

Vielleicht liegt es daran, dass er eigentlich eine Art Grieche ist. Denn Matsel hat das studiert. Die griechische Sprache. Noch zu DDR-Zeiten. Was mich immer verwunderte, weil wir ja nicht nach Griechenland konnten. Naja, aber irgendwie waren wir mit den griechischen Kommunisten solidarisch und so gesehen machte das Sinn, die Sache mit dem Griechischen. Mit Wortendungen wie  Sopolis und Kripolis und Tzatzikinis.

Wenn man bei Matsel zu Besuch ist, dann kann man erleben, wie er verschmitzt Aufnahmen von Heinz Erhardt oder anderen großen Komikern hervorholt. Und diese immer wieder vorspielt oder liest. Diese Leidenschaft für Komik findet sich auch in seinem menschenfreundlichen Wesen und trockenen Humor wieder.

Als ich ihn kennen lernte, (1985) ging mir sein Hang zu Wortspielen im wahrsten Sinne des Wortes auf den Geist. Heute liebe ich diese “Marotte” .

Mit Matthias Schwarzmüller ist das so, wie mit einem alten Freund. Man sieht sich manchmal lange Zeit nicht. Aber wenn man sich dann wieder trifft, ist es so, als wäre man erst gestern auseinander gegangen.

Unser Matsel (rechts) in inniger Umarmung mit Mirko alias Ingolf

Unser Matsel (rechts) in inniger Umarmung mit Mirko alias Ingolf

Lieber Matsel, lass dir für deine Treue und auch Liebe zu Sanftwut danken. Und dafür, dass man immer von dir lernen kann. Lass dir und deiner Frau Elke sagen, dass ihr immer willkommene Gäste, nein Freunde seid. Es ist schön, zu wissen, dass man immer vor deiner Türe stehen kann, mit einer dienstlichen Bitte oder sei es nur, um ein ein Glas Bier mit dir zu trinken.

Deine Sanfwütigen Uta, Ingolf und Thomas

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