Uta Serwuschok / 08. Dez 2010

Erinnerungen Kabarett zum Brüllen

Ein Dank an unseren Regisseur Rainer Otto

Rainer Otto kam zu Sanftwut mit unserem Einzug ins Boccaccio. Wir spürten im Hinterhoftheater, dass es nicht mehr möglich ist, ein Programm zu inszenieren, wenn uns danach ist. Sondern ein Repertoire wurde nötig. Eine Premiere im Jahr wurde Pflicht. So entschieden wir uns, professionelle Hilfe zu suchen. Rainer Otto ist nicht irgendein Regisseur. Rainer Otto war schon zu diesem Zeitpunkt eine Institution als Autor und Regisseur und er hatte Erfahrung mit der Leitung eines Ensembles. Denn er stand über viele Jahre als Chef an der Spitze der „Leipziger Pfeffermühle“.

Ich lernte ihn Anfang der Achtziger Jahre als Fernstudentin der Theaterhochschule in Leipzig kennen. Da ich meine Diplomarbeit über Kabarett schrieb, kam es zu diesem Kontakt. Rainer Otto gehört zu jenen Menschen, die Vertrauen in meine Arbeit hatten und so wurde ich 1983 als Dramaturgin bei der „Pfeffermühle“ engagiert. Rainer Otto nennen viele auch den „Kabarettpapst“. Das umschreibt nicht etwa einen Führungsstil. Sondern meint sein Wissen. Ein Wissen, das er im Kopf und in unendlichen Metern Regalen sammelte. Er besitzt ein großes Kabarettarchiv und weiß so ziemlich alles über Kabarett im deutschsprachigen Raum.

Kennt sich aus in der Szene – Rainer Otto.

Kennt sich aus in der Szene – Rainer Otto.

Rainer Otto habe ich immer als einen würdigen Botschafter des Kabaretts gesehen. Wenn es zum Beispiel darum ging, DDR-Kabarett zu präsentieren, war Rainer immer darauf bedacht, dies mit dem entsprechenden Selbstbewusstsein zu tun. Wohl waren die Bedingungen zu DDR-Zeiten für die Beliebtheit der Kabaretts außergewöhnlich gut. Denn es war ein politisches Ventil. Aber die Meinung frei raus sagen … das war ein Problem. Also fanden die Autoren, Regisseure und Spieler Wege, manche Dinge durch die Blume zu sagen. Wir Ostdeutschen lernten zwischen den Zeilen zu lesen.

Diese „Not“ eingeschränkter Meinungsfreiheit bescherte uns etwas, was bis zum heutigen Tag von großem Wert ist. Eine Art Kabarettpoesie, eine eigenständige Ästhetik der „Kleinkunst“. Rainer Otto und viele seiner Mitstreiter schufen ein Ensemblekabarett, was es mit jeder großen Theaterbühne auf sich nehmen konnte. Die Formen waren so vielseitig, dass viele westdeutsche Kollegen mit Neid auf diese Ausnahmesituation schauten.

Und es galt ein Anspruch, der mit den Worten zu umschreiben ist: „Geh nicht unter die Gürtellinie! Der Klügste im Publikum ist der Maßstab.“ Diese so wesentlichen Erfahrungen durften wir in insgesamt 18 Produktionen mit Rainer Otto in lebendige Kabarettarbeit umwandeln. Den Leuten hat es Spaß gemacht und uns auch.

An ein Programm denke ich besonders gerne zurück. Es trug den Titel: „Zum Wohle! Vom Fressen, Saufen und anderen Amüsements“. Rainer brachte hier mit all seinem Wissen sowohl das Textbuch als auch die Regie zu neuen Ufern für Sanftwut. Wir nutzten das ganze Hinterhoftheater des Boccaccio als Bühnenfläche und interpretierten Texte aus vielen Jahrzehnten von berühmten Autoren zum Thema Kneipe. Wir glänzten als ein witziges Ensembles, das über den Tresen stieg, auf Barhockern philosophierte und dem Publikum, wie es sich für eine Kneipe gehört, auf dem Schoß saß.

Das Programm wurde ein Verkaufsrenner. Auch durch das Wissen unseres Kabarett-Papstes.

Ebenso gerne denke ich zurück an die Proben zu „Schöne Krise aus Bonn“. Wir probten zum Teil noch im Boccaccio und später dann auf einer provisorischen Bühne in unsrem neuen Theater in der Mädler-Passage. Aber es war eine wunderbare Aufbruchstimmung. Und Rainer hat dies alles mit gestaltet und das Chaos drum herum mit stoischer Geduld ertragen. Gerade in dieser Zeit, wo wir so viel improvisieren mussten, entstanden so wunderschöne Nummern wie „Die Berater“, „Die Koalition“ oder „Zwei auf einer“.

Probenarbeit an der "Koalition"

Probenarbeit an der "Koalition"

Nach der Eröffnung der Mädler-Passage inszenierten wir noch 11 Programme gemeinsam mit Rainer Otto bis dann 2006 ein Generationswechsel erfolgte.

Wir möchten dir, lieber Rainer, für diesen gemeinsamen Weg danken. Wir wünschen dir Gesundheit und noch sehr viele glückliche Momente in deinem Leben.

Wenn du in Leipzig bist, dann schau ruhig auf ein Bier oder ein Schwätzchen bei uns vorbei. Wir erkennen dich garantiert wieder!

Deine Sanftwütigen Uta, Ingolf und Thomas sowie alle vom Sanftwut-Team, die dich kennen und schätzen.

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Uta Serwuschok / 01. Dez 2010

Erinnerungen Kabarett zum Brüllen

Ein Dank von Uta Serwuschok

Ich möchte allen meinen Freunden und Fans danken, die zur Lesung gekommen sind und auch zahlreich das Büchlein “Massige Frauen gesucht – Geschichten zu Überwachung des Gänsebratens” gekauft haben. Es war wunderbar mit euch.

Auch danke ich für die zahlreichen Anrufe, Mails und Geschenke zu meinem Geburtstag und ganz besonders froh bin ich darüber, dass ihr mich trotz des Fotos, was Manni, alias Thomas Störel, als quasi Geburtstagsgeschenk in den Blog gesetzt hat, noch grüßt. 

Manni sagte heute: “Eine Kabarettistin muss den Mut zur Hässlichkeit haben.” Habe ich nichts dagegen. Hauptsache, ihr erkennt mich auf der Straße. :-) Und umgekehrt wäre schlimmer. Also, wie Moni sagen würde: “Wenn ich so den ganz Tag aussehen täte.” Aber die Moni hat nicht mal so einen Helm. Der gehört nämlich dem Manni. Und der hat den aus “Gagsch” der Moni über den Kopf gestülpt. Beim Bürgerfest, wo lauter Kinder dabei waren. 

Früher bekam die Moni zum Geburtstag immer musikalische Grüße vom Manni, die von Treue und dem Nutzen der Frau erzählten. Nun das! :-)

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Thomas Mock / 28. Nov 2010

Erinnerungen Kabarett zum Brüllen Lesung bei Sanftwut

Impressionen 28.11.2010

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Uta Serwuschok / 27. Nov 2010

Erinnerungen Kabarett zum Brüllen

2005: Wir inszenieren “Auf, auf zum fröhlichen Klagen”

Und wir tanzen uns ab jetzt die Seele aus dem Leib. Denn erstmalig beschäftigen wir eine Choreografin, Prof. Siliva Zygouris. Die Regie hatte Rainer Otto und Silvia kümmerte sich um die Koordination unserer Beine. Wir kamen erstmals bei den Proben richtig ins Schwitzen.

Seit fünf Jahren arbeiten wir nun mit Choreografien und haben uns an diese Art Unterhaltungsmittel sehr gewöhnt. Kein anderes Kabarett in der Stadt vermag diesen Stil von Musik, Tanz und klassischen Kabarettformen so umzusetzen. Diese Vielseitigkeit ist das unverwechselbare Gesicht Sanftwuts.

Manchmal, wenn wir “stehende  Nummern” haben, also solche, wo wir nicht durch die Gegend “hüppen”, fehlt regelrecht was. Der Tanz wurde in diesem und allen nachfolgenden Programmen eine wichtige ästhetische Größe und das Publikum freut sich daran. Mit Silvia haben wir eine Partnerin, die genau jenen Humor mit mitbringt, den Kabarett so dringend braucht.

Bei “Klagen” finden sich so wunderbare Arbeiten wie “Die in Berlin” oder das zum Publikumsliebling gewordene “Schleuserlied” (von uns auch nur “Russen” genannt). In diesem Programm wurden viele politische Themen mit Tanz und Rhythmus verwoben. Und so wundert es mich auch nicht, dass viele meiner Lieblingsnummern aus “Klagen” kommen. Als wir “Auf, auf zum fröhlichen Klagen” 2007 zum letzten Mal spielten, war ich ziemlich traurig. Nur um eine Nummer habe ich nicht geweint: “Der Gartenverein”.

Ich musste bei dieser Choreografie sauschwere Becken tragen und hin und wieder aneinander schlagen. Meine Ohren klappten bei jedem Schlag zu. Und ich sah, wie die vorderen Reihen des Publikums mit mir litten und in Deckung gingen, wenn ich die Becken für den Schlag in Stellung brachte. Ich erinnere mich auch noch sehr daran, dass die Proben für einen einzigen “Hüpfer” ewig dauerten. Er klappte auch während der Vorstellungen nie und ich sagte zu diesem einen einzigen Lied in den ganzen zwanzig Jahren Sanftwut gerne TSCHÜS! :-)  Schaut selbst, dann könnt ihr mich vielleicht verstehen. Film ab für  meine “Lieblingsnummer”. Sie wurde aufgenommen von Frank Keller.

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PS: Selbst die Hüte, die wir bei dem Tanz tragen, sind irgendwie nicht von dieser Welt.

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Uta Serwuschok / 26. Nov 2010

Erinnerungen Kabarett zum Brüllen

2005: Das Merkel wird Kanzler

Unsere Angi!

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