Uta Serwuschok / 20. Jun 2010

Erinnerungen News

Wir gratulieren dir, lieber Ingolf !

Unser sächsischer Hannes Wader, dem die deutsche Einheit die Haare vom Kopf gefressen hat

Unser sächsischer Hannes Wader, dem die deutsche Einheit die Haare vom Kopf gefressen hat

Nicht erschrecken, Ingolf, du hast heute Geburtstag und wir haben ihn nicht vergessen. :-)  Also wird er, wie das im Blog üblich ist, öffentlich gemacht. Und natürlich zwitschern wir es auch in die Welt hinaus. Oder wie du immer sagst: vergesst nicht alle wichtigen Nachrichten zu twittern.

Wir wünschen dir unendlich viel Glück und ganz viel Sonne im Herzen. Mindestens so viel, wie wir sie an diesem schönen Sonntag 8.37 Uhr erleben dürfen. Vielleicht kannst du ja im Mattsee baden gehen. Das wäre ein tolles Urlaubserlebnis.

Bleibe gesund und uns erhalten.

Mit lieben Grüßen deine virtuelle Geschenkpackung bestehend aus Uta, Thomas, Dirk, Ute, Bojko, Jaqueline, Ingo, noch ein Dirk, Knut, Andy und all die anderen nicht genannten Menschen um dich herum.


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Uta Serwuschok / 08. Mai 2010

Erinnerungen

Was hat “La Traviata” auf dem Züricher Hauptbahnhof mit 20 Jahre Sanftwut zu tun?

1992 hatten wir ein Entree, das die Liebesarie der Violetta aus “La Traviata” auf die kabarettistische Schippe nahm. Besser gesagt, wir benutzten die Oper mit ihren großen Gesten für unser Gaudi. 

Damals kam Margitta Erler, zu Beginn des Programms “Gunst ist Waffe”, auf die Bühne und sang: “Alfred, ach Alfred, der du mir nahe …”  Sie meinte einen Sponsor, einen französischen Gemüsehändler. So ging es im Text weiter mit “Alfred, du mein Brokkoli. Alfred, du mein Arti… Artischockoli.”

Das Publikum freute sich über diesen Einstieg.

Warum komme ich darauf? Heute fielen zwei Dinge zusammen. Ich hielt zum einen das völlig verstaubte und vergammelte Textbuch in der Hand. Es ist mit Schreibmaschine geschrieben, hat Eselsohren und ist voll gekleckert mit Kaffeeflecken. Wer weiß, was dieses Textbuch mitmachen musste. Und zum anderen sah ich jetzt zufällig eine Inszenierung von “La Traviata” im Fernsehen. Es war eine Aufzeichnung vom September 2008 und wurde im Rahmen der Europäischen Operntage wiederholt.

Was war das Besondere? Der Spielort! Die Oper wurde aufgeführt im Züricher Hauptbahnhof. Reisende, Opernliebhaber und heimatlose Seelen konnte ein außergewöhnliches Kunstexperiment erleben. Wer immer auf der Durchreise war, war plötzlich mitten drin in der Oper. 

Ehrlich, ich schaute wie gebannt auf die Szenerie und konnte mich nicht satt sehen, wie große Stimmen und beeindruckende schauspielerische Leistungen dargeboten wurden, während daneben einer telefonierte und sein Handy in den singenden Chor hielt, um wohl den Lieben Daheim zu beweisen, welch historische Aufführung er da gerade erlebt. Große Arien waren in ihrer Alltäglichkeit angelegt. Violetta singt von ihrer Liebe, während sie auf einem Gepäckwagen durch die Gegend fährt.  Alfredo fährt mit dem Zug ab (vermutlich nur bis zum nächsten Abstellgleis) oder die beiden Liebenden sitzen vor einem Bistro. Und immer um sie herum die staunende Menge. 

Nun könnte man sagen, das ist Effekthascherei. Uta-Moni sagt: NEIN. Das war es nicht. Dahinter steckt ein sehr einfacher Gedanke, den viele Leute auf dem Bahnhof bei Interviews bestätigten: “Wenn die Leute nicht zur Oper gehen, dann geht die Oper zu den Leuten.” Aber man könnte das an die Wand fahren. Diese Inszenierung macht das nicht, weil sie etwas sehr Kluges tut. Die klassischen Arien bleiben klassisch schön. Der Chor bleibt stimmgewaltig und das Orchester bleibt ein großartiger Klangkörper. Man hat sogar den Eindruck, dass hier noch viel intensiver an Perfektion und Stofftreue gearbeitet wurde.

Das Bild, was die Inszenierung uns vermittelt, ist das, was wir sonst im Leben, wie zum Beispiel auf dem Bahnhof, nicht beachten. Wie oft sehen wir Liebespaare, die sich küssen, aber was wissen wir von ihrem persönlichen Glück oder Schicksal? Muss der Mann, der schnell noch einen Kaffee im Pappbecher am Bistro einkauft, das immer für seine Frau tun? Hört er auf ihr Kommando oder helfen sie immer einander? Was tut sich in unseren Herzen? Wer sind wir, die wir gemeinsam auf einen Zug warten, der uns in eine Richtung bringt?

Unter den Massen von Menschen findet plötzlich eine konkrete Geschichte statt und die Reisenden, die wir alle sind, halten inne. Sie bleiben stehen, hören und sehen. Kein bisschen in Galakleider. Das Publikum trägt Anoraks, Jeans, in die Jahre gekommene Mäntel. Eigentlich eine graue Masse. Aber dann zeigt die Kamera in die glücklichen Alltagsgesichter: eine Frau wischt sich bei der Liebesarie von Violetta und Alfredo die Tränen weg und ein Paar, das gerade vom Bahnsteig kommt, latscht einfach durch. Aber die Sänger sind durch nichts aus der Ruhe zu bringen. Das ist ganz hohe Kunst und der Erfolg gibt den Machern dieses Experiments Recht.

Während der Aufführung erreichen das Schweizer Fernsehen( als Produzent) viele Mails und Anrufe aus der Bevölkerung. Am schönsten fand ich eine, die von einem 63jährigen Mann kam. Er gab zuerst sein Alter an und schrieb, dass er noch nie ein so berührendes Kunsterlebnis hatte. Mir ging das heute ähnlich.

Zum Schluss muss man sagen, dass besonders der junge Dirigent des Orchesters ganz witzig aussah. Er hatte nämlich die ganze Zeit auf seinem ziemlich schmalen Kopf ganz große Kopfhörer auf. Sehr lustig und sehr jung in seiner Wirkung.

So erlebte ich heute  ”La Traviata” und dachte mir, auch wir brachten einmal diese Oper zum Volk. Was macht es, dass unser  Alfred  ”nur” ein Gemüsehändler war? In der Erinnerung ist er bedeutend. Denn diese Nummer stand am Anfang einer nicht unbeträchtlichen Karriere eines Kabaretts Namens SANFTWUT.


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Uta Serwuschok / 08. Apr 2010

Erinnerungen

Menschen – Möwen – Marotten

“Menschen – Möwen – Marotten” – so hieß das allererste Programm von SANFTWUT. Ja, staunt nur! Auf dem von Thomas Störel gemalten Plakat könnt ihr sehen, wo unsere Künstlerlaufbahn begann und dass wir damals noch vier Spieler waren. Die Blondine von den zwei Nixen ist nämlich Susan Störel, die mit zum Gründungsensemble gehörte.

Menschen – Möwen – Marotten

Menschen – Möwen – Marotten

An diesen wunderschönen Tagen an der Ostsee ist das zweite Störelkind, Margarete, entstanden. Weshalb Susi, wie wir sie nennen, die Bühnenarbeit aufgegeben hat. Aber bei Premieren und hinter den Kulissen ist sie nach wie vor dabei. Sie ist uns als Mutter von drei Kindern und als wunderbare (richtige) Ehefrau von Manni auf ihre Weise immer treu geblieben.

Danke, liebe Susi!

Das ist also eine unserer ersten Erinnerungen an 20 Jahre Sanftwut.

PS: Genau an diesem Tag hatten wir als Ostdeutsche seit 18 Tagen D-Mark im Portmonee (damals noch “Portemonnaie”.)


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Uta Serwuschok / 19. Feb 2010

Erinnerungen

Lesungsimpressionen


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Uta Serwuschok / 07. Dez 2009

Erinnerungen News

Weltklimagipfel und Kühe, die nicht rülpsen und furzen

Heute hat der Weltklimagipfel in Kopenhagen begonnen. Ein Hit unter den Verbesserungsvorschlägen ist eine Grassorte mit mehr Zuckergehalt, die zukünftig die Kühe zu fressen bekommen sollen. Wegen der vielen Furzerei. Europäische Bauern haben das Futter getestet und festgestellt, dass tatsächlich ihre Kühe nicht mehr so rumrülpsen und rumfurzen. Es ist also nicht mehr so viel Methan in der Luft. Und die Kühe machen auch einen ganz glücklichen Eindruck. Alles gut, könnte man sagen. Aber was ist das Fazit der Testbauern? Nur wenn es sich finanziell lohnt, kriegen die Wiederkäuer das gesunde Gras. Das wird wieder ein Kuhhandel zwischen Politik und Bauernvolk. Ansonsten bleibt alles beim Alten und die Menschheit wird doch eher ins Gras beißen müssen, als sie eigentlich vorhat. Nur wegen der Kühe.

Sanftwut-Viecher Thomas Störel und Ingolf Serwuschok

Sanftwut-Viecher Thomas Störel und Ingolf Serwuschok

Aber Isabelle, die könnte bei einer Klimakatastrophe gegen ihre 6, die sie mal in Geografie bekommen hat, klagen. Denn auf eine Prüfungsfrage, was in Grönland wächst, hat sie geantwortet: Palmen. Und das wird ja dann bald so sein. Wie der Manni sagt. Das Mädel hat Fantasie und gehört mit ihren Visionen auf eine Eliteschule.

Die “EU-Norm” ist ein Hörbeispiel aus dem Jahre 2000. Es spielen Ingolf Serwuschok und Thomas Störel, der auch den Text schrieb.


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