Uta Serwuschok / 12. Feb 2010

Freunde

Dafür gähm mor eich nich här

Sanftwut hat ein Maskottchen. Den Dieter. Mit bürgerlichem Namen: Dieter Wagler. Und der ist leidenschaftlicher Büttenredner. Zu Faschingszeiten ist der sozusagen nur auf Achse, die Leute zu erfreuen und im Gepäck hat er auch dieses lustige Gedicht über uns Sanftwütige, was wir passend zum Karneval nun in den Blog setzen.

DAFÜR GÄHM MOR EICH NICH HÄR
Von Dieter Wagler

Was hätte der „INGOLF“ davon, ganz abnorm
Als hochbezahlder Bläser vom Rathausdorm?
Denn die Rathausbonzen die guckten bloß bleede,
Das wär viel ze schade für seine Trombede
Wobeis heite nötich wäre, mit raaßen,
Dän Briedern ma kräft´sch in Marsch ze blasen!

Ich kennt´mir och vorschtell´n er schpielt als Gast
De ärschte Trombede bei Scheems Lasd!
20tausend im Monat, die nimmd mor doch gärn.
Brauch geene Gabaredd-Texde mär lärrn.
Geene Verpflichtung, geene Alimende.
Er liebt nur seine Musikinschtrumende.

In Schottland da wär er umringd von so fiehln,
Die wissen, der kann so scheen Dudelsagg schbiehln.
Un außerdem hadder von Jächermeister
Dähn gold´nen Gärtel als „Reiki-Meister“.

Ich habb och geheert, das wär ja ä Ding,
im Boxkampf stehd er gechen Klitschko im Ring?
Uff „SANFTWUT´s Seite schtehn de Wetten, kurzum,
in der ärschten Runde haut der „Ingolf“ dän um!

Mit seiner Balalaika, das hähr´ich von vielen
Könnter bei „Putin“ zum Geburtsdache schbieln.
Nach 3 Bullen Wodka schmärzt dr Kopp dann zu sähr…

Ach nee, dafür gähm morn Ingolf nich här!

Dieter Wagler…

Dieter Wagler…

Was hädd mor davon, wenn dr THOMAS als Bach
In dor Gersche rumorchelt und ä Weiber wärn schwach?
Die wärdn jubeln un kreischen, das haut een vom Hocker,
das ist doch dr „Manni“ von dr Moni, der Schocker?

Där leeft och Maradhon bis Baris, ganz enorm!
Und schbield dann Klawier uffn Eifeldorm!
S´Molang-Rusch in där Schtadd wollten och schon ham,
Zesamm mit dr „Moni“ vors Schtribbdis-Brogramm!

Dor Pabsd un seine Gumpels wärdn Thomas angaschiern,
Ums Weihnachts Grematorium im Fatigan uffzehführ´n.
Da soller och sing´für de heilchen Brieder,
In Syf-Dur-andante „Auf und Nieder“
Dazu wärdense nachts noch paar Balleddeusen,
Verkleided als Nonnen heimlich reinschleusen.
Die schon länger verwiggelt in Sex-Affärn
Stamm-Nudden von Berlusconi wär´n!

Der Papst tät´n s éwiche Lähm vorschbrechen
Un achtzsch Liter Messwsein un Obladn zum ässen.

Der Kaiser von China wollt´n Thomas dann ham,
mit sein´neien Solobrogramm!
Dazu gäms´n noch 500 Deppen
Die sein Klawier durchs ganze Land schläbb´n.
Als Gasche in China so üblich – OK…
25 Säcke mid Abführtee.

Da wärrde dor Thomas scha noch dünn-er-reer
Nee, dafür gäm mor in Thomas nich här!
Da krisch´ste bei uns lieber baar Bier …
Nee-nee mei Libber, du bleibsd mir mal hier!

…froh gelaunt…

…froh gelaunt…

Was hädd mor davon, wenn´s dä „UTA“ tät pack´n
Verkleided als Mann bei dä Dongosaggn?
Denn so was tädn die lange schon suchen,
Mit so heller Schtimme en sächs´chn Eunuchen!

Es wärrde ihr sicher och gelingen,
uffn Bahnhof dä „Ode an dä Freide“ ze singen?
Zesamm´mit Udo Lindenberg, ihr Bekannder …
Da käm ja dor Fahrblan noch mär durch´nander!
Se wärde och prima, das dänk ich gelass´n,
In dä lust´chen Weiber von Windsor neinbass´n.

Oder, was täde es dor Uta nütz´n,
Ohm  uff  ä Fälsen am Rheine ze sitz´n,
Für 5000 Euro als „Lore-lei
Keene wollnen Schtrümbfe an, ohmrum frei.
Da ohm zärrd´s wie Hechtsubbe immer, kurzum,
Wäns´ch da nich richtsch fästgralld, da fliechdse um!

Unten am Fluss tädns´ch dä Schiffe vorsammeln
Un durch Utas scheen Anbligg zesammrammln.
Massen von Bublikum schtrömden herbei,
Soviel gabs bei uns nichmal am ärschten Mai.
Se singt: „Vom Himmel hoch, da gomm ich här“
Wärd Ehrenmidglied bei der Feierwähr.
Gewähld noch als Ehrenjungfrau vom Rhein.
Das ist doch dä „Moni“ tun de Leite laud schrien:
„Moni gomm runder, da ob´n uff där Klippe
Da holsdr bloß noch de Schweinegrippe!“
Dann wollnse se verkuppeln mit so ä Bankmilljonär
Nee-nee … mir gäm unsre „Moni“ nich her!

…bei SanftWut.

…bei SanftWut.

Was hätte der „DÖRG“ davon, wär er hier im Land
Dor größde Feddbemm-Fabrikand?
Hundert 1-Euro-Schobber müßt´r dazu adobbdier´n,
Um tächlisch 400 Km Feddbemm´zu schmier´n.
Das wäre ene Schtrecke von Leibzsch bis nach Essen,
Soviel Feddbemm wärden dä Leite dann fressen!

Er belieferd ganz Deitschland un alle Bekannd´n
Tächlisch tud 5x ä Hubschraubor land´n,
Uffn Marktblatz vorm Rathaus da schtehd Dörg als Held
1000e von Leiten rufen:“ Du Redder där Wält!“
Er wärd zur Feierwerksmusik, die von Händel erdönd,
Als „Sächsischer Feddbemmgönich gekrönd!
Och die Feddbemm`bei SANFTWUT, dran wärd nich getadelt,
würdn unwiderruflich ab soford geadelt!

´S is lächerlich fast, was dä Dräsdner da woll´n.
Ins Guiness-Regord-Buch mid ihrn Schtritzelmarkdschtolln,
Fürs längsde fressbare Hefeschtück,
mit nur 10 Meder Länge, da hamse geen Glick.
Dän scheiß´mor awer eens, hört dän Dörg ich dann sachen,
Da müssen se mich als Gönisch ärscht frachen!

„Mir schmiern ene Feddbemme“, schbricht dor Gönich im Zorne
2xLeibzsch bis nach Zwiwwelborne.
Dort wärnse mit Zwiwweln noch kräfdsch vorsähn,
da wärn dän in Dräsden de Ochen trän!“

Zum Schluss, euer Gnaden, das erbitten wir schtramm,
Halde dein Volk hier bei „SANFTWUT“ zesamm´.
Es gibd doch nichd schönres, ich möchd das beteuern,
als mid Freunden hier
FASCHING ZU FEIERN.


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Uta Serwuschok / 30. Nov 2009

Freunde

Manfred Uhlig – eine lebendige Legende bei uns zu Gast

Du hattest mich schon vor Wochen angerufen und mir gesagt, wann du mit deiner Frau Ruth unser Kabarett besuchen möchtest. Danach war lange Funkstille bis ich dich dann bei uns in der Vorstellung sah. Wir spielten: „Die Macht ist nicht allein zum Schlafen da“. Ich bekam ein schlechtes Gewissen, weil ich das mit dem Termin vermasselt hatte. Dabei freuen wir uns alle so, wenn du, lieber Manfred, bei uns vorbei schaust. Früher, als ich noch sehr jung war, hätte es mich stolz gemacht, dass ein berühmter Künstler zu uns kommt. Heute macht es mich stolz, weil der Mensch Manfred Uhlig mit seiner reizenden Frau Ruth unter uns weilt.

Manfred Uhlig und seine Frau Ruth – unsere besonderen Gäste

Manfred Uhlig und seine Frau Ruth – unsere besonderen Gäste

Nach der Vorstellung hatten wir wieder eine Menge zu erzählen. Und jedes Mal überlege ich, wie alt ihr beide seid und komme nicht dahinter, weil so viel Jugend aus den Worten und Gesten sprüht. Ich glaube, es liegt daran, dass du als Künstler immer unter den Menschen geblieben bist. Du siehst auf die Dinge mit realistischem Blick und wenn er dir mal abhanden kommen sollte, dann gibt es noch Ruth. Ich finde unsere Gespräche immer sehr witzig, denn sie haben eine ganz eigene Struktur. Manchmal reden wir über Kreuz, weil wir alle so viel mitzuteilen haben. Es geht um Politik, Familie, Kriegszeiten oder auch um Wirtschaft. Wir müssen alle immer sehr viel unterbringen in dieser kurzen Zeit, weil wir uns ja nur in längeren Abschnitten sehen. Vielleicht können wir das ändern. Denn es macht Spaß mit euch beiden. Und ich bekomme immer eine Ahnung, warum du so beliebt warst. Du hast mit Herz und Verstand dem Volk auf die Schnauze geschaut. Das hat dein Publikum nie vergessen. Und wo immer du bist, sagen sie: „Guckt mal, Manfred Uhlig.“ Sie erkennen dich auch noch im fortgeschrittenen Alter. Denn das Herz eines Menschen sorgt dafür, dass er ein eigenes Gesicht hat. Das können Falten nicht ausradieren. Ganz im Gegenteil, sie machen es wertvoll. So in die Jahre zu kommen, das schafft nicht jeder. Und so jung und interessiert zu bleiben, ganz, ganz wenige Menschen. Ich nehme das Wort Vorbild sehr selten in den Mund. Bei euch beiden aber möchte ich es tun. Dieses lebendige Leben ist vorbildhaft. Kommt bald wieder.

Eure SANFTWÜTIGEN


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Thomas Stoerel / 28. Nov 2009

Erinnerungen Freunde Moni News

Moni hat Geburtstag

Ein Hoch auf die Jubilarin

Ein Hoch auf die Jubilarin

Endlich ist es soweit! Uta, die sich so hingebungsvoll um eben diese Blog-Tagebuch-Seite unseres Kabaretts kümmert, hat am 29. November Geburtstag!

Das SanftWut-Team gratuliert dir, liebe Uta-Moni, recht herzlich zum Geburtstag und wünscht dir eine nie erlahmende Schaffenskraft und weiterhin so viel Enthusiasmus fürs Kabarett. Vor allem aber Gesundheit und viele frohe Tage, genau genommen 365!

Ingolf, Thomas, Knut, Dirk, Bojko, Andy und die anderen abgebildeten und nicht abgebildeten Fans von dir!


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Uta Serwuschok / 30. Okt 2009

Freunde News

Die „Gaffeeganne“ mit prominentem Überraschungsgast

Jedes Jahr am Dienstag nach der Lachmesse verwandelt sich die Garderobe unsers Theaters in eine Art Laden für Geschenke. Überall im Gang stapeln sich Präsente, Blumen stehen in ihrer Farbenpracht und dazwischen springen aufgeregte Menschen herum. Menschen, die sich einer Idee verschrieben haben: der Pflege der sächsischen Sprache. Einmal im Jahr kämpfen sie um die „Gaffeeganne“. Für die Nichtsachsen: Kaffeekanne. In diese Ganne gann mor Gaffee gippen oder man stellt se daheem in de Vitrine. Aber erst mal muss man sie gewinnen.
Und darum findet dieser Wettbewerb statt.
Heuer gingen 12 Teilnehmer an den Start. Alle Liebhaber der Texte von Lene Voigt, aus deren literarischem Werk an diesem Abend die Darbietungen waren. Da finden sich plötzlich ein Rentner oder eine Buchhalterin auf der Bühne von SANFTWUT wieder und sie schlagen sich alle achtbar. Es ist so wunderbar zu beobachten, wie sie vor dem Vortrag noch einmal kurz tief Luft holen, dann brav sich vor dem Mikro ausrichten, beginnen und manchmal wieder stocken, weil vor Aufregung der Text nicht einfiel. Na gut, dann dreht man sich eben um, holt den bereitgelegten Text vom Flügel und liest halt auch mal ab. Man konnte viele kleine Unsicherheiten beobachten. Sicher aber waren sie sich alle in ihrer Liebe zu Lene Voigt. Unbestritten steht diese Autorin, die so wunderbar menschliche Texte schuf, in der Gunst der Kämpfer um die „Gaffeeganne“ hoch oben. Und immer wieder berühren auch mich Texte wie „Mein Liebster ist ein Vagabund“ oder „Dr Start ins Lähm“.
In der Pause zog sich die Jury zur Auswertung zurück und ein anderer zog ein. Heimlich, durch den Personaleingang, wurde der Überraschungsgast des Abends in unser Theater geschleust. Nur wenige wussten, wer auftritt. Als er sich dann nach der Pause für seinen Programmbeitrag durch den Vorhang schob, war die Freude beim Lene-Voigt-Publikum riesig. Tom Pauls, der Guru der Lene-Voigt-Kunst, stand vor ihnen. Das Raunen der Menge war aber nicht so, als wollte man sagen, was für ein berühmter Künstler! Nein, sie begrüßten ihn als einen der Ihren.

Zwei Gurus – Wolfgang U. Schütte und Tom Pauls

Zwei Gurus – Wolfgang U. Schütte und Tom Pauls

Und mit seinem Programmteil zeigte Tom Pauls einmal mehr, warum er zu Recht so beliebt ist. Immer noch verneigt er sich vor Lene Voigt und seinem Publikum, indem er seine Liebe zur sächsischen Sprache mit ihnen teilt. Er kam nicht, um den Amateuren zu zeigen, wie man etwas macht. Er kam, um mit ihnen sich über die Texte der Lene Voigt zu amüsieren. Und er nimmt sein Publikum mit auf eine Reise ins Neudeutsche und findet im Publikum Gleichgesinnte. Sie sind auf einer Ebene Künstler und Publikum. Tom Pauls an einem solchen Abend zu erleben, bedeutet eigentlich nicht, dass man sagt, ich habe Tom Pauls auf der Bühne gesehen. Eigentlich muss es richtig heißen: ich habe Tom Pauls getroffen.
Bleibt noch zu sagen: die „Gaffeeganne“ nebst Publikumspreis steht nun in der Wohnung von Gitta Steyer. Und die „Ehrengaffeeganne“ erhielt Bärbel Steinert für ihre Arbeit mit Kindern.

Feierliche Preisverleihung (Foto: Armin Kühne)

Feierliche Preisverleihung (Foto: Armin Kühne)

Wir von SANFTWUT freuen uns auf das nächste Jahr und sagen Wolfgang U. Schütte und der Lene-Voigt-Gesellschaft Danke für diesen hinreißenden Abend.


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Uta Serwuschok / 14. Okt 2009

Freunde News

Graue Eminenz der Lachmesse – Chef Arnulf Eichhorn

In Leipzigs Kabaretthäusern geht es wieder rund. Die 19. Lachmesse startet und überall wird geblödelt, gelacht und natürlich auch nachgedacht. Über all das, was wir unter dem Dach des Europäischen Humor- und Satirefestivals eingekauft haben. Man sieht Newcomer und alte Hasen, noch dazu berühmte, die dieses so erfolgreiche Festival mit Leben erfüllen. Die Kulisse ist eher laut, quirlig. Der Mann, der die Fäden im Hintergrund zieht, der ist eher ein leiser Typ.

Dennoch hat er sich Respekt verschafft. Durch Fachkenntnis und verantwortungsbewusste Haltung zur Kunst des Kabaretts. Sein Name ist Arnulf Eichhorn. Von allen nur Arnulf genannt.
Arnulf kündigt sich in der Regel nicht an. Arnulf ist einfach da. Zu ganz bestimmten Zeiten im Jahr hockt er zum Beispiel bei uns am Stammtisch und tut so, als wolle er nur ein Bier trinken. Aber er trinkt nicht nur ein
Bier. Im zeitigen Frühjahr holt er, so ganz nebenbei, immer ein paar Zettel aus der Tasche, wo Künstler draufstehen. Künstler, deren Programme er als zeigenswert empfindet. Dann sitzen wir beisammen und prüfen, welche Gastspiele für uns im Kabaretttheater Sanftwut in Frage kommen und machen mit ihm Nägel und Köpfe. Diese Leipziger Lachmesse ist durch Arnulfs Engagement heute zu einer bedeutenden Adresse geworden. Es ist sehr wohl ein Aushängeschild auch für die berühmten Künstler, in Leipzig bei der Lachmesse dabei zu sein. Arnulf hat dem Leipziger Publikum Gastspiele mit namhaften Künstlern beschert. Dazu gehören Emil Steinberger, Mathias Richling, Dieter Hildebrandt, Gardi Hutter oder Tom Pauls, mit dem Arnulf eine langjährige Freundschaft verbindet.

Arnulf mit Tom Pauls

Arnulf mit Tom Pauls

Wir nennen ihn auch die graue Eminenz. Weil er so unauffällig mit ziemlichem Einfluss diesen Apparat Lachmesse bewegt. In seinem Büro laufen alle Fäden zusammen. Und auf erstaunliche Weise vermag Arnulf, der ja auch Chef ist,
sogar zu sagen, welcher Künstler sich in seinem Hotelzimmer wohl fühlt und wer lieber auf einem Hausboot schlafen möchte. Er kennt die Cateringwünsche ebenso wie die familiären Sorgen unserer Gastspielkollegen. Und natürlich
fragt man sich, ob dieser Mann auch mal schläft. Sagen wir mal so, während der Lachmesse könnte es schon sein, dass Arnulf auf einer Parkbank anzutreffen ist. Nicht als Obdachloser, sondern als einer, der seine Zeit effektiv einteilt. Was soll er erst nach Hause fahren, wenn er auf der Parkbank gleich noch ein paar Akten und Bühnenanweisungen durchgehen kann.

Korrekturen müssen sein

Korrekturen müssen sein

Zugegeben, eine etwas übertriebene Betrachtung, aber dicht an der Realität dran. Arnulf hält keine all zu großen Reden und schon gar nicht wird er laut. Ich habe ihn in fast zwanzig Jahren Zusammenarbeit noch nie brüllen hören. Obwohl ein solches Festival nach leidenschaftlichen Ausbrüchen schreit. Denn immerhin finden in der Zeit vom 15. – 25. Oktober knapp 100 Veranstaltungen in Leipzig statt. Arnulfs Wortschatz ist eher überschaubar. Aber dafür für uns Insider gut zu verstehen. Wenn ihm etwas gut gefällt, dann sagt er: „Zauberhaft.“ Wenn ihm etwas nicht so gut gefällt, er aber die Arbeit anerkennt, dann sagt er: „Respekt.“ Und zu unserer letzten Premiere sagte er sogar einen ganzen Satz: „Ich habe mich gut amüsiert.“ Will heißen, er mag uns.
Wie jeder Förderer der Kunstszene, und das Festival ist mit den beteiligten Kabaretthäusern ein Förderer, lässt sich über Arnulf auch streiten. Es gibt immer auch andere Ideen, wie ein Festival zu leiten ist. Aber Arnulf hat das Copyright und wie ich finde, zu Recht. Sein Engagement für das Kabarett ist Herzenssache. Sein Wissen um die internationale Satireszene beeindruckend und die Stabilität des Festivals sein fast 20 Jahren ebenso. Wir in der Kabarettszene wissen, dass erfolgreiche Kunst und ihre Events von Personen abhängig sind. Arnulf Eichhorn, unsere graue Eminenz, ist so eine Person.

Objekt der Begierde - der Löwenzahn mit Preisträger Eckel und Arnulf

Objekt der Begierde - der Löwenzahn mit Preisträger Eckel und Arnulf

Nun startet die Lachmesse und wenn  sie vorbei ist, wird der Preisträger gekürt. Er bekommt den berühmten Leipziger Löwenzahn. Arnulf bekäme von mir keinen Löwenzahn, sondern ein ganzes Löwengebiss.


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