Uta Serwuschok / 09. Jul 2009

Moni

Moni schreibt Angela Merkel zum G-8 Gipfel

Meine liebe Angie,

dein Fan Moni hat einen Vorschlag. Also, da sehe ich dich in den Trümmern von L’Aquila mit dem Silvio laufen und denke mir, dass ihr vor Terroristen sicher seid, weil, die waren ja schon dort. Da muss sich die Moni um dich keine Sorgen machen.

Nun eine Frage. Hast du für die guten Menschen in L’Aquila ein Geschenk mitgebracht? Das macht man so, wenn man zu Besuch fährt. Wenn du jetzt nicht weißt, was du schenken kannst, dann hat die Moni einen Rat für dich. Liebe Angie, hole doch alle deutschen Baufirmen, die keine Arbeit wegen der Krise haben, zum Gipfel ins Erdbebengebiet. In der Zeit, wo ihr Politiker über das Klima plappert, Kaffee trinkt und durchs Trümmerfeld scharwenzelt, könnten die Bauarbeiter viele Häuser bauen. Ein paar machen das ja schon. Aber mehr wäre mehr. Und wenn jedes Gipfelland das machen täte, dann wäre das wirklich der Gipfel und besonders gut fürs Klima in der Welt.

Achtung! Bitte die Häuser so bauen, dass sie beim nächsten Beben nur beben und nicht zusammenstürzen. 

Deine Moni

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Uta Serwuschok / 08. Jul 2009

Moni

Eine kleine Sommergeschichte

Zu Diensten

In einem Café an der Strandpromenade eines mondänen Seebades nahm eine junge Familie an einem der Tische am Fenster Platz. Obwohl sie eher abseits saß, zog sie die Aufmerksamkeit auf sich. Das Ehepaar und seine drei Kinder gaben ein schönes Bild ab.

Sie wirkten modern und waren anspruchsvoll jugendlich gekleidet. Man hätte meinen können, sie haben Stil. Aber es war nicht ihre Erscheinung, weshalb jeder zu ihnen schaute. Es war die helle kommandierende Stimme der Frau. Lautstark dirigierte sie die Familie und keinem konnte entgehen, dass sie zu jener Sorte Mensch gehörte, die andere für sich laufen lassen.

“Jerome, ich habe meine Brille am Strand liegen lassen. Lauf und gehe sie suchen!” Jerome ging sie suchen.

Die Mutter war mit dem Aussehen ihrer jüngste Tochter nicht einverstanden. “Claire, steh auf! Geh aufs Zimmer und mach dich zurecht.” Claire ging aufs Zimmer und machte sich zurecht.

“Kathrin, … Kathrin hörst du nicht? Geh und frag bei der Rezeption nach, ob sich schon jemand für den Ausflug eingetragen hat!” Kathrin lief widerwillig zur Rezeption und fragte nach, ob sich jemand für den Ausflug eingetragen hatte.

Nach wenigen Minuten waren die Kinder erfolgreich vom Tisch entfernt. Blieb der Mann.

“Was gibt es denn für Kuchen?” Die Frau suchte in der Speisekarte.

“Hendrik, hast du gesehen, hier steht kein Kuchen in der Speisekarte.”

“Du musst ihn dir vorn an der Theke aussuchen.”

“Ich?”

“Ja, du.”

“Wieso gehst du nicht und holst ihn mir?”

“Weil ich nicht weiß, was du möchtest.”

“Natürlich weißt du, du kannst ruhig für mich gehen.”

“Keinen Schritt.”

“Madame.” Der Kellner Fabio hatte sich hinter das sich langsam in Streit redende Paar gestellt. “Bitte wählen Sie Ihren Kuchen aus.”

Es wurde still im Café. Die Leute schauten auf ein bizarres Bild. Fabio, der rasende Kellner, eine Art Urgestein des Badeortes, hatte die fahrbare Kuchentheke an seinen Rollstuhl gebunden und war, nachdem er die lauten Kommandos der Frau vernommen hatte, damit an ihren Tisch gerollt. Nun standen sie da. Die Kuchentheke und der im Rollstuhl sitzende Kellner.

“Bitte Madame, wählen Sie.”

“Mir gefällt Ihre Auswahl nicht”, erwiderte sie gereizt. Von der Situation peinlich berührt.

“Gut, dann bring ich Ihnen vielleicht einen Cappuccino? Oder einen Eisbecher? Nun, lassen Sie sich Zeit. Ich komme gerne wieder.

“Machen Sie sich keine Mühe!”

“Es macht mir keine Mühe, Madame.”

Fabio entfernte sich und zog die Theke klappernd hinter sich her. Irgendwie erinnerte es den Betrachter an ein Hochzeitsauto, das zusammengebundene leere Dosen und anderen Unrat hinter sich her zieht.

“Wir gehen!” Madame erhob sich, gefolgt von ihrem spöttisch lächelnden Gatten.  Die Blicke aller im Nacken verließen sie das Café.

“Fabio”, rief ein Gast “können Sie die Theke auch zu mir bringen?”

“Natürlich. Immer zu Diensten. Denn ich habe den köstlichsten Kuchen des Seebades, ach, was sag ich, der ganzen Küste und ich fahre ihn, wohin Sie wollen. Hauptsache Bewegung. Ich liebe es, wenn ich mich bewegen kann.”

Einer neigte sich vertrauensvoll zu ihm herunter und lästerte: “Madame war wohl etwas hysterisch.”

“Mag schon sein, aber sie hatte schöne Beine”, sagte Fabio verträumt, “wirklich schöne Beine.”

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Uta Serwuschok / 26. Jun 2009

Moni

Die Friesen sind clever

Sie haben es geschafft. Das Wattenmeer ist Weltnaturerbe. Nun kann die Moni an der Nordsee alle Krabben mit Sie ansprechen. Und auch der Volksstamm der Friesen darf nicht mehr länger beleidigt werden. Von wegen doof und so. Ganz heimlich haben die daran gebastelt, dass sie jetzt auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO stehen.Ganz im Gegenteil von den Sachsen, die für das Dresdner Elbtal erst gestern diesen Titel verloren haben. Wozu brauchen die Dresdner auch eine Brücke? Die können doch schwimmen. Also, ab heute sind alle Friesenwitze verboten. Gut, wer möchte darf ausnahmsweise noch einen als Kommentar schreiben. Danach ist Schluss mit der Lästerei.

Monis Lieblingsmotiv von Kampen: Blick auf die "Sturmhaube" mit angrenzender Dünenlandschaft

Monis Lieblingsmotiv von Kampen: Blick auf die "Sturmhaube" mit angrenzender Dünenlandschaft

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Uta Serwuschok / 16. Jun 2009

Heute hau'n wir auf die Pauker Moni

Moni und Manni wollten zu Boris´ Hochzeit

Also ich, was die Moni bin, ich wollte unbedingt zu der Hochzeit von dem Tennisspieler Boris Becker und seiner Lilli. Der Ort, wo mir hinmachen wollten, heißt St. Morizz. In der Schweiz eben. Für die Reisevorbereitung habe ich dem Manni gesagt, dass er mit unserem Navigationsgerät reden soll, wie mir da hin kommen. Er sollte die Reise sozusagen für den Ernstfall stimulieren. Das hat der Manni och gemacht und sich alles aufgeschrieben, was das Gerät geredet hat. Aber wie mir dann los sind, war das dann ganz anders. Weil, der Navigator fuhr uns nicht nach St. Morizz, sondern nach Morizzburg. Da warn mir ganz schnell da. Nur war da eben keene Hochzeit. 

Moni und Manni

Moni und Manni zurück aus Morizzburg (Foto: serwu)

Hatte aber sein Gutes. Mir warn am Abend wieder daheeme und konnten das Textbuch für das neue Programm quasi zu Ende schreiben. Der Titel ist: „Heute haun mir auf die Pauker“. Und am Sonntag hat die Moni die Frau Gummich besucht, der ihren Hund Ben gegrault und gefüttert und stolz das Buch übergeben. Unsere Frau Regisseurin zeigt euch das mal. Hübsch he? Unsre Regisseurin!

Freude bei unserer Regisseurin Anne-Katrin Gummich

Freude bei unserer Regisseurin Anne-Kathrin Gummich

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Uta Serwuschok / 09. Jun 2009

Mein Leipzig Moni

Warum Moni Depeche Mode nie vergisst

Also, die Moni, was eigentlich ich, die Uta Serwuschok bin, war Montag Nachmittag in der Stadt, um Wege zu erledigen. So nennen Frauen einen Einkaufsbummel. Ich bin ganz viel gelaufen, weil die Sonne plötzlich wie wild schien und war schon ziemlich pflastermüde, als ich mich gen Straßenbahn bewegte. Nun müsst ihr wissen, die Moni wirft sich meist in die 12 am Brühl und ist in ein paar Minuten daheeme in Gohlis. Aber am Depeche- Mode-Tag, der im Zentralstadion stattfand, war auch bei Moni einiges anders.

Ich traf nämlich eine Entscheidung mit Folgen. In meinem Plastikbeutel bammelten meine Auftrittsschuhe, die Riesenlöcher an der Sohle hatten. Das liegt daran, dass die Moni für das Publikum so viel tanzt. Ich musste also ins Walstraßenviertel zum Schuster und so fuhr ich eine Station mit einer Stundenkarte los. Zuerst eine Station. Schuhe wurden abgegeben und bei meinem Lieblingsfleischer Gallwitz holte ich noch leckere Wurst. Dann ging ich zur Haltestelle Waldstraßenviertel, um mit der 4 gen Heimat zu fahren. Die 4 kam och ganz schnell und ich wunderte mich über das Stadionzeichen am Fahrerhäuschen. Rein in die Bahn, gemütlich machen …

So standen mir die Haare zu Berge, weil ich einen guten Reiseinstinkt hatte.

So standen mir die Haare zu Berge, weil ich einen guten Reiseinstinkt hatte.

Hilfe, die fuhr nur wenige Meter, bog links ein und ich stand plötzlich vor der Arena. Dass ein Konzert war, leuchtete nun auch Moni ein und da Fans die entsprechenden T-Shirts trugen, wurde mir klar, Depeche Mode. Denke ich, fährst zurück zur Blechbüchse und hüpfst in die 12. Ich also zur Haltestelle Arena /Jahn-Allee  und springe, fröhlich, dass alles so schnell klappt, in die Linie 2. Die zeigte die Naundorfer Straße an und ich Dummdei denke, die fährt über die Jahn-Allee. Ha, die Bahn blinkte rechts, Moni konnte nicht mehr raus und landete wieder in der Stadt. Leeeuuuschner Platz, da kam ich grade her. 

Und ich hatte Hunger. Seit morgens nichts mehr gegessen, ein Glück, dass mein Freund Mathias mir am Nachmittag in seiner Tischlerei noch einen Milchkaffee gekocht hat. Sonst hätte ich vielleicht als Gerippe vor dem Neuen Rathaus gelegen und die hätten gedacht, das ist ein Wähler im Hungerstreik wegen dem Wahlergebnis. Dann entschied ich, ich nehme jetzt die 11. Normalerweise steige ich am Bahnhof immer um, in die 12. Aber nun bekam ich es mit der Angst zu tun und blieb stoisch in der 11 sitzen. Am Bahnhof amüsierte mich eine Ansage der LVB. In sächsisch freundlicher Art sagte da eine Stimme: „Und mir wünschen allen Gästen viel Spaß.“ Ich hatte den schon. Und irgendwie fühlte ich mich ganz als Moni. Uta und Moni sind eben eins.

PS: Es gab noch einen Gewinner bei meiner Reise. Als ich an den Gohlisarkaden ausstieg, schaute ich noch bei meinem vietnamesischen Gemüsehändler vorbei. Der machte mit mir guten Umsatz. Und alles mit einer Stundenkarte der LVB. Voll ausgenutzt.

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