Diese Frage stellen sich immer mehr Menschen in unserem Land. Heute werden wieder deutsche Bundeswehrsoldaten unter Beisein hochrangiger Politiker zu Grabe getragen und gestern erreichte uns die Nachricht, dass ein weiteres Opfer zu beklagen ist. Es werden immer mehr, die ihr Leben für den Kampf in Afghanistan geben müssen und es werden immer mehr Bürger, die nach dem Sinn dieser Mission fragen.
Verteidigungsminister Thomas de Maiziere sagte in Anbetracht des erneuten Verlustes, dass trotz aller Trauer wir der Gewalt nicht weichen werden. Nein, man soll bei Angriffen auf das Leben Unschuldiger, wie am 11. September 2001 in New York, nicht weichen. Man soll sich seiner Haut wehren. Das ist schon richtig.
Was aber, wenn dieser Kampf sich so darstellt, dass er immer nur Opfer bringt. Und nichts Neues, Friedliches für einen Neuanfang entstehen kann? Was, wenn immer mehr Menschen in der Welt die Amerikaner und ihre Verbündeten auffordern, die militärischen Strategien zu überprüfen und über einen Dialog nachzudenken?
Als Margot Käßmann vor über einem Jahr die deutsche Politik anregte, über einen Dialog mit den Taliban nachzudenken, wurde sie von Bundestagsabgeordneten verhöhnt. Wie aber würden sich diese Politiker verhalten, wenn der Tod ihrer Kinder zu beklagen wäre? Würden sie sich dann endlich über neue Wege verständigen?
Glauben die Damen und Herren in Berlin wirklich, dass das deutsche Volk, welches immer mehr den Krieg ablehnt, so verblödet ist, um nicht zu erkennen, dass sich die Militärs in einer Sackgasse befinden? Kennen sich unsere Militärs wirklich aus mit der Mentalität des afghanischen Volkes und mit den geografischen Besonderheiten dieses Landes? Müssen hier nicht ganz andere Denkansätze her? Sicher haben wir uns zu schützen vor Terror und den Drogenkartellen, die nachweislich dort das Sagen haben. Aber was ist das bessere Konzept, damit das Schlachten aufhört?
Hat die Politik nicht die Pflicht, seiner Bevölkerung zu zeigen, dass sie bereit ist umzudenken, wenn sich eine Sache als sinnlos erweist? Die Opfer, die jetzt zu beklagen sind, sehen viele als nicht nötig an, weil sich die Lage aussichtslos und verfahren darstellt.
Vor vielen Monaten sah ich eine Reportage über den Krieg der Russen in den 80iger Jahren in Afghanistan. Ein Krieg, der extrem hohe Opfer auf beiden Seiten gefordert hatte und mit dem Abzug der Russen aus Afghanistan endete. Nun äußerten sich Generäle zum militärischen Einsatz der Amerikaner und ihrer Verbündeten in Afghanistan und einer sagte: “Sie hätten nur mal uns fragen müssen. Dieser Krieg dort ist nicht zu gewinnen.”
Schon einmal wurde die Welt Zeuge, wie die große Macht Amerika ihre Jugend im sinnlosen Vietnam-Krieg opferte und wie eine Friedensbewegung ihre politische Führung zur Umkehr bewegte.
Der Spielfilm “Hair” (1979) von Milos Forman ist ein beeindruckendes künstlerisches Dokument jener Zeit. Und wer von euch Bloglesern Lust hat, kann sich die Schlusseinstellung “Let the sun shine” noch einmal anschauen. Wegen der Duplizität der Ereignisse und der beeindruckenden künstlerischen Aussage. Außerdem gibt es ein Wiedersehen mit wunderbaren Schauspielern wie John Savage (Bukowski), Treat Williams (Berger) und dem großartig besetzten Ensemble von “Hair”. Am besten den Film komplett ansehen.
Den Filmausschnitt findet ihr unter Google: Let the sun shine – Hair- (Milos Forman).
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