Uta Serwuschok / 20. Sep 2009

Heute hau'n wir auf die Pauker

19.00 Uhr ist Premiere

Was für ein schöner Tag. Die Sonne scheint. Sie wärmt die Natur und unsere Seelen. Ich fühle mich gut, denn wir haben mit dem neuen Programm “Heute haun wir auf die Pauker” schon drei erfolgreiche Vorstellungen hinter uns. 

Aber eine Premiere ist immer etwas Besonderes. Und sie ist immer wieder das gleiche Spiel. Am Einlass stehen unsere Mitarbeiter, die sich hübsch herausgeputzt haben. Sie haben die Gästeliste ausgebreitet und freuen sich auf das Publikum. Wir erwarten Menschen, die uns mögen. Es kann also eigentlich nicht viel passieren. Wir Spieler sind dennoch sehr aufgeregt. So bekommen wir auch nichts von all dem mit, was sich vor der Vorstellung im Theatersaal abspielt. Blumen werden unter die Sitzbänke geschoben, Geschenke abgegeben, viele Bekannte treffen sich seit langem wieder und plauschen gemütlich. Die Zuschauer bilden eine große Familie. Man redet über den Urlaub, über Einkäufe, besondere Ereignisse wie Geburten der Enkel, über neue Jobs oder über den neuen Computer. Dann klingelt es. Im Saal wird es still. Und hinter dem Vorhang erheben sich zwei Spieler von ihren Plätzen. Sie atmen noch einmal kurz durch und dann, dann betreten sie die Bühne, um das neue Programm “Heute haun wir auf die Pauker” offiziell der Spielzeit 2009/2010 zu übergeben.

Aber bis dahin müssen noch fast 7  Stunden vergehen. Ich nehme jetzt mein Fahrrad und düse durch die Sonne. Ich werde jeden Strahl tanken und speichern, damit heute Abend 19.00 Uhr alles gut läuft. Wir und das Publikum haben eine erfolgreiche Premiere verdient. Ich drücke uns allen die Daumen.


1 Kommentar / Kommentar schreiben

Uta Serwuschok / 16. Sep 2009

Heute hau'n wir auf die Pauker

Heute ist Generalprobe

In gut zwei Stunden beginnt in unserem kleinen Theater die Generalprobe. Ich wünsche allen Beteiligten ein gutes Händchen für all die kleinen und großen Dinge, die zu beachten sind.

Ich hoffe, wir finden in guter Atmosphäre zueinander und die Probe läuft reibungslos. Wie wir wissen, sind ein paar kleine Fehler Pflicht. Denn ein alter Aberglaube sagt, eine Generalprobe darf nicht zu perfekt laufen. Damit die Premiere ein Erfolg wird.

Auch unsere beiden Frauen, Silvia und Anne-Kathrin, werden nun nicht mehr in die Bühnenarbeit eingreifen können. Sie haben den Staffelstab an uns weiter gegeben. 

Moni und Manni starten also in die neue Spielzeit mit dem neuen Programm “Heute haun wir auf die Pauker” . Alles soll heute so laufen, dass wir mit Freuden auf die Uraufführung am Freitag schauen können.


keine Kommentare / Kommentar schreiben

Uta Serwuschok / 12. Sep 2009

Heute hau'n wir auf die Pauker

Woran erkennt man Premierenluft

Moni und Manni warten…

Moni und Manni warten…

…sehnsüchtig auf die Premiere. (Fotos: serwu)

…sehnsüchtig auf die Premiere. (Fotos: serwu)

Ich schaue aus meinem Fenster und sehe dieses wunderschöne Wetter. Was für ein Altweibersommer! Wir, die wir die Produktion “Heute haun wir auf die Pauker” vorbereiten, bekommen von all dem, was die Natur so bietet, nicht viel mit. Man könnte im Theater sein Bett aufschlagen. Aber die Arbeit wird sich lohnen. In wenigen Tagen hebt sich der Vorhang für die Premiere. Ich bin schon jetzt schrecklich aufgeregt. Vielleicht liegt es daran, dass ich noch viel an den Texten arbeiten muss, damit die Figuren stimmen und ich alles so in die Schnauze kriege, dass es den Zuschauern Spaß macht. Sie sollen ja nie die Arbeit sehen die dahinter steckt, sondern denken, das machen die immer so. Es geht um das Selbstverständliche. Kabarett hat für mich immer mit Alltag zu tun. Aber ein Alltag, der Glanz hat.

Für Glanz in diesem Programm sorgen schon die wunderschönen Lieder, die Thomas schrieb. Ich singe sie fortwährend zu Hause und bin froh, dass die Mieter unter mir ausgezogen sind und sich mein Gekrähe nicht anhören müssen. Aus allen Ecken und Ende lugt nun die Premiere. Am deutlichsten erkennt man sie an dem “Runddrumherum”, wie Manni sagen würde. So steht Ingolf, der die Druckerzeugnisse und das komplette Dokumentationsmaterial betreut, ständig auf der Matte und fragt nach dem Ablauf, dem Motiv für die Postkarten und dem Plakat. Sponsoren rufen an und bestellen ihre Plätze für die Premiere. Und meine Buchhalterin fragt immer nur ganz vorsichtig bei mir an, ob sie mich mal kurz, ganz kurz sprechen kann. Der normale Theaterbetrieb muss ja weiter gehen. Und ganz entzückend ist, wenn heimlich Obstsalate für uns hingestellt werden. Ein Gruß von Dirk und dem Theaterkneipchen Treppe D.

Alle wollen, dass es uns gut geht. Und alle sind neugierig. Unsere Kassenbesetzung sitzt manchmal im Technikraum und beobachtet, was da auf der Bühne passiert. Sie denken, wir kriegen sie nicht mit. Aber wie sagt Manni so schön: “Wir sehen alles.”

Es werden die letzten Requisiten geliefert, das Licht eingerichtet und  die Bühnengarderobe besprochen.

Als Spieler darf man sich von all dem nicht verrückt machen lassen. Ruhig Blut!

Auch Anne-Kathrin Gummich und Silvia Zygouris können uns nur noch beistehen, denn auch für sie ist die Zeit gekommen, wo sie sich langsam zurücknehmen und uns machen lassen. Das sagt man so im Theaterjargon. Vor einer Stunde erhielt ich eine Mail von Anne-Kathrin, wo sie mir Mut für die Produktion machte. Auch daran erkennt man, der Vorhang wird sich in Kürze heben. Trotzdem ich noch sooooo viel zu lernen habe.

Oft habe ich mich in den letzten Wochen gefragt. Wie wichtig ist den Zuschauern das Thema Bildung? Welche Facetten hat es. Bei der Erarbeitung des Programms wurde mir sehr bewusst, dass es überall unser Leben bestimmt.

Gestern zum Beispiel erlebte ich, wie mindestes 80 Schüler im Alter von ca. 9 - 10 Jahren über eine Ampelkreuzung mussten. Die Lehrerinnen hatten ihre Mühe und brauchten dafür auch zwei Ampelschaltungen. Trotzdem die Frauen die Kinder zur Eile mahnten, trottelten einige bewusst langsam und ein ziemlich unscheinbarer Junge sagte trocken zu seiner Lehrerin: “Wenn wir überfahren werden, dann ist das auch nicht schlimm.” Sie antwortete eben so trocken zurück: “Wenn du das so siehst.” Und sortierte dabei entspannt den Pulk von kleinen Persönlichkeiten auf dem Fußweg. Ich ging meiner Wege und war mir so sicher, dass wir alles richtig machen.

In spiele in diesem Programm unter anderem auch eine Lehrerin. Dieses Erlebnis wird ihr nun ein Stück mehr Seele geben.

Wenn man diese Phase erreicht hat und sich das Auge auf all die konkreten Nummern richten kann, dann ist klar:  die Premiere steht vor der Tür.

Am Mittwoch ist Generalprobe. Es soll dabei ganz viel schief gehen. Damit sich der Vorhang für eine erfolgreiche Premiere heben kann.


keine Kommentare / Kommentar schreiben

Uta Serwuschok / 08. Sep 2009

Heute hau'n wir auf die Pauker

Ein Wiegenlied für Moni

Schlaf, Moni, schlaf,

lern deine Texte brav.

Leg sie unters Kissen fein,

dann krabbeln sie ins Hirn hinein, 

von ganz allein.

Schlaf, Moni, schlaf.

 

Gute Nacht.


keine Kommentare / Kommentar schreiben

Uta Serwuschok / 07. Sep 2009

Heute hau'n wir auf die Pauker

Woran man eine ostdeutsche Verkäuferin erkennt

Während der Probenarbeit fallen immer wieder auch Einkäufe für Requisiten und Kostüme an. Wir suchen in allen möglichen Warenhäusern und kleinen Läden dieser Stadt. Vor ein paar Tagen verständigten wir uns über ein Motiv für das Plakat „Heute haun wir auf die Pauker“. Ingolf schlug vor, dass wir als Moni und Manni eine Zuckertüte in der Hand halten sollten. Weil es in dem Programm ja um Schule und Bildung geht. Ich machte mich also auf den Weg, um eine Zuckertüte zu kaufen. Ich war schon an der Tür, als Thomas mir hinterher rief: „Guck mal nach so ein paar Minizuckertüten, diese ganz kleinen. Die können wir vielleicht mit einarbeiten.“

Zuckerschnütchen mit Zuckertütchen (Foto: serwu)

Zuckerschnütchen mit Zuckertütchen (Foto: serwu)

Ich flitzte also zu Galeria Kaufhof und fand sowohl die große Zuckertüte, als auch die ganz winzigen. Diese lagen in vielen Farben vor mir und da ich eine Frau bin, faszinierte mich die komplette Farbpalette. Ich griff tüchtig zu. Ich hatte 12 solcher kleiner Tüten in der Hand als ich zur Kasse lief. Irgendwie muss der Ossi in mir die Oberhand gewonnen haben, denn ich ging davon aus, dass so ein Miniteil höchstens 20 Cent kostet. Damals im Osten war Papier ganz billig. Ich legte also meine Ausbeute auf den Kassentisch und da kam er, dieser nur in ostdeutschen Warenhäusern gesprochene Satz der Kassiererin: „Da kostet aber eine 2 Euro.“ Sie meinte meine süßen kunterbunten Zuckertüten. Und ich, völlig entsetzt, frage nach. „Zwei Euro?“ „Ja, zwei Euro. Eiiiine.“ Ich war regelrecht geschockt und sagte kleinlaut. „Da nehme ich nur die Hälfte.“ Und trennte mich, höchst ungern, von einigen Farben.

Als ich das Warenhaus verließ, überlegte ich mir, dass mit hundertprozentiger Sicherheit keine Verkäuferin im Westen Deutschlands so besorgt mit meinem Geldbeutel umgegangen wäre. Man drückt die Summe ein, denn in der Demokratie kann jeder frei entscheiden, wie er sein Geld verplempert. Der Umsatz zählt. Hier im Osten ist das soziale Gewissen noch lebendig und auch der gesunde Menschenverstand. Denn mal ehrlich 2 Euro für ein Stück buntes Papier…. Und ich möchte wetten, für den Regenwald tut der Hersteller nichts. Wenn Sie also mal im Westen einkaufen und eine Verkäuferin spricht den Satz: „Das kostet ABER …“, dann wissen Sie, die wurde im Osten geboren und meint es gut mit Ihnen. Die friedliche Revolution konnte uns Ossis viel überstülpen. Nicht aber Minizuckertüten für 2 Euro das Stück. Es sei denn, Sie verschenken sie ohne Inhalt. Oder treiben Ihren Schabernack damit, so wie wir.


keine Kommentare / Kommentar schreiben

« 1 2 ...10 11 12 ...15 16 »