Uta Serwuschok / 18. Jun 2009

Mein Leipzig

Ein Leichenberg auf der Petersstraße

Ich bin heute wieder die Petersstraße lang und  hörte schon von weitem eine schrille Stimme rufen: “Hier liegt die Bildung. Sie ist tot. Die Bildung ist tot.” Dann sah ich, dass junge Leute einen besonderen Protest zur Bildungspolitik zur Schau stellten. Zwischen “Zara” und Imbissbude, wo es leckere Pommes gibt, hatten sich die Protestierenden, mit Laken bedeckt, als Leichenhaufen auf die Straße gelegt. Also, der Ort der Handlung war wirkungsvoll. Und das Bild weckte auch mein Interesse. Aber um diesen Haufen herum hüpfte einer wie Rumpelstilzchen mit einem Megaphon und schrie: “Die Büüüüldung ist tot. Und ihr geht dran vorbei. Warum bleibt denn keiner steeeeeehen.” Liebe Blogleser, man konnte dort nicht stehen bleiben. Dieses Megaphon auf zwei Beinen vertrieb alle . Selbst die Hunde, die immer im Park nebenan auf der Wiese dösen,suchten jaulend das Weite. So blieb die Bildungsmisere unbeachtet.  Und dabei wäre es so wirkungsvoll gewesen, hätten diese jungen Leuten nur still unter den Laken gelegen und ihr Anliegen, mit wenigen Worten auf den weißen Stoff geschrieben, der sie bedeckte. Aber wer schreit, dem hört man nicht zu. Es gingen also alle Passanten vorbei. Man ließ die Leiche Bildung im Keller. Und die Moni in mir dachte: so viele Laken muss man erst mal waschen.


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Uta Serwuschok / 17. Jun 2009

Mein Leipzig

Du sollst nicht stehlen

Wer in der Innenstadt arbeitet, bekommt eine Menge vom Geschäftsleben mit. Durch die vielen Warenhäuser erlebt man immer wieder, wie Leute, die geklaut haben, diskret in die Büroräume geführt werden. Selten spielt sich das laut ab. Man bekommt nur mit der Zeit einen Blick dafür. Gestern ging ich auf der Petersstraße bei H&M vorbei. Vor dem Geschäft stand eine Frau umgeben von zwei Polizisten und versuchte auf ihrem Handy jemanden zu erreichen. Sie hatte ein Pfannkuchengesicht und kam nicht wirklich sympathisch rüber. Normalerweise hätte man gedacht: Pech gehabt Mädchen und wäre weitergelaufen. Aber die Frau hatte ein Kind dabei. Vielleicht etwas über ein Jahr. Ein kleiner süßer Fratz, der plappernder Weise in seinem Kinderwagen saß und sich aufgeregt bei den vielen Passanten der Petersstraße bemerkbar machte. Er hatte ein lustiges Gesicht. Das war so ein Kind, was man einfach nur knuddeln möchte. Und ich bekam Wut auf das Pfannkuchengesicht von Mutter, die für das kleine fröhliche Wesen so einen Start ins Leben hinlegt. Ich drehte mich noch mehrfach um und hörte mich innerlich sagen: du sollst nicht stehlen, du blöde Kuh.


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Uta Serwuschok / 16. Jun 2009

Heute hau'n wir auf die Pauker Moni

Moni und Manni wollten zu Boris´ Hochzeit

Also ich, was die Moni bin, ich wollte unbedingt zu der Hochzeit von dem Tennisspieler Boris Becker und seiner Lilli. Der Ort, wo mir hinmachen wollten, heißt St. Morizz. In der Schweiz eben. Für die Reisevorbereitung habe ich dem Manni gesagt, dass er mit unserem Navigationsgerät reden soll, wie mir da hin kommen. Er sollte die Reise sozusagen für den Ernstfall stimulieren. Das hat der Manni och gemacht und sich alles aufgeschrieben, was das Gerät geredet hat. Aber wie mir dann los sind, war das dann ganz anders. Weil, der Navigator fuhr uns nicht nach St. Morizz, sondern nach Morizzburg. Da warn mir ganz schnell da. Nur war da eben keene Hochzeit. 

Moni und Manni

Moni und Manni zurück aus Morizzburg (Foto: serwu)

Hatte aber sein Gutes. Mir warn am Abend wieder daheeme und konnten das Textbuch für das neue Programm quasi zu Ende schreiben. Der Titel ist: „Heute haun mir auf die Pauker“. Und am Sonntag hat die Moni die Frau Gummich besucht, der ihren Hund Ben gegrault und gefüttert und stolz das Buch übergeben. Unsere Frau Regisseurin zeigt euch das mal. Hübsch he? Unsre Regisseurin!

Freude bei unserer Regisseurin Anne-Katrin Gummich

Freude bei unserer Regisseurin Anne-Kathrin Gummich


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Uta Serwuschok / 15. Jun 2009

Hör' nicht auf deine Frau

Er nannte uns Pappnasen:
mdr Figaro zu Besuch bei SANFTWUT

Es gibt Kunstkritiker, da würde man keine Träne weinen, fände man die eines Morgens als Leiche im Gemüsegroßhandel. Von einer Melone erschlagen. Diese Rachegelüste sind weltweit allen Künstlern bekannt. Denn es gibt Kritiker … reden wir nicht darüber.

Wir hatten am Samstag einen zu Gast, über den wir gerne reden möchten. Uns beehrte Harald Pfeifer vom MDR Figaro. Er saß vor uns mit seinem Aufnahmegerät und war während der Vorstellung mit seiner Technik beschäftigt. Dennoch tat er das, was er immer tut. Er hörte aufmerksam zu. Er bildete sich seine Meinung über das, was auf der Bühne geschah. Die schlechten Kritiker, liebe Blogleser, haben eine Erwartungshaltung, vielleicht die ihrer Oma, und erfüllen wir diese nicht, dann sieht es schlecht für uns aus. Wenn diese Betonköpfe dann noch von Profilsucht geplagt sind, kräht förmlich der Verriss aus der Zeitung. Aber daran haben sich weltweit alle Künstler gewöhnt. Diesen Kritikern hört man nicht mehr zu. Man liest sie nicht einmal mehr.

Wer interviewt hier wen?

Wer interviewt hier wen?

Harald Pfeifer, den ich persönlich seit Anfang der 80er Jahre kenne, ist kein Betonkopf und schon gar nicht profilsüchtig. Er schaut genau hin und darum ist es auch kein Wunder, dass er seine Technik am Samstag zu dem Programm „Hör nicht auf deine Frau“ in der ersten Reihe aufschlug. Er hatte sich eine Bemerkung von mir in seinem Kopf notiert. Die nämlich, dass SANFTWUT 2010 sein zwanzigjähriges Jubiläum feiert. Also kam er und nahm eines der wichtigsten Programme von uns zur Kenntnis. Ein Programm, das 20 Jahre der „Musikalischen“ unter den Kabaretts würdigt. Harald weiß, mit Musik hat bei uns alles begonnen. Und er weiß auch, dass wir schon immer gerne das Publikum zum Lachen bringen wollten. So nannte er uns gleich am Anfang unserer Laufbahn „Die Pappnasen“. Er wusste damals schon, dass Musik mit viel Witz bei uns gepaart wird und war so gesehen, ein Visionär.

Die Pappnasen Ingolf Serwuschok, Thomas Störel, Uta Serwuschok sowie Gastpianist Knut Ratzlaff (v. li. n. re.) und Harald Pfeifer MDR Figaro (vorn re.)

Die Pappnasen Ingolf Serwuschok, Thomas Störel, Uta Serwuschok sowie Gastpianist Knut Ratzlaff (v. li. n. re.) und Harald Pfeifer MDR Figaro (vorn re.)

Dennoch wahrte er uns gegenüber immer eine kritische Distanz. Am Anfang grämte uns der Begriff Pappnasen. Aber es ist ein Zeichen von Achtung zwischen Kritiker und Künstlern, dass wir heute diesen Titel lustvoll vor uns hertragen. Zwischen Harald und uns ist das so eine Art Parole. Nun also würdigt er unsere Arbeit mit 10 Minuten im MDR Figaro. Wenn der Sendetermin feststeht, dann setzen wir ihn in diesen Blog. Und in den nächsten Tagen schreiben wir mehr über das Programm „Hör nicht auf deine Frau“. Auf den Kritiker Harald Pfeifer hören wir schon. Wir wissen, er hat Substanzielles zu sagen. Und er soll bitte nicht von einer Melone erschlagen werden.


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Uta Serwuschok / 14. Jun 2009

Heute hau'n wir auf die Pauker

Am Tag des Herrn

Am Tag des Herrn dürfen Frauen nicht arbeiten. Darum meldet sich der Blogger Uta erst wieder am Montag. Doch so viel sei gesagt: gestern hatten wir bei unserem Programm “Hör nicht auf deine Frau” ganz wichtigen Besuch. Ein Journalist vom mdr-Figaro, den wir lange kennen und der uns schon vor 19 Jahren “Pappnasen” nannte. Und vor einer Stunde habe ich in einem wunderschönen Garten unserer Regisseurin Anne-Kathrin Gummich und ihrem Hund Ben das Textbuch für “Heute haun wir auf die Pauker” überreicht. So, jetzt ist Sonntag! Zu all den Ereignissen mehr am Anfang der Woche.


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