Thomas Stoerel / 09. Nov 2009

Erinnerungen Manni Moni

Sei froh, Moni

Mensch Moni, sei froh, dass ich dir nischt mitgebracht hab aus Weh-Needsch! Das Muränenglas ham se den Leuten in jedem zweiten Laden nachgeworfen. Mir hatten zu tun, unbeschadet zwischen den Scherben und den jabanischen Duristen langzugondeln. Das einzsche Glas, dass uns gefalln tat, wog 80 Kilo. Da hättst du aber schon mit sein müssen, um das nach Hause zu schleppen!

Murano-Monster

Murano-Monster

Jedenfalls musst du nich “weh-neidig” sein. Ich hab ouch sonst wem nischt mitgebracht.

Dein Manni


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Uta Serwuschok / 09. Nov 2009

Erinnerungen Manni Moni

Moni ist auf Manni sauer

 

Ankunft in Venedig

Ankunft in Venedig

Weil, der Manni war nämlich in Venedig. In der Stadt der Liebe. Mit seiner
richtigen Frau, der Susi. Das findet die Moni auch in Ordnung. Soll er
doch!!!!!!!! Er kann ruhig in die Stadt der Gondeln gondeln. Aber dass der
Manni seiner Moni nicht mal ein Andenken mitgebracht hat, kann die Moni
nicht verwinden. Jetzt sitzt sie in der Ecke und weint. Dabei hat die Mutsch
ihr auch noch erzählt, dass es bei Venedig eine Insel gibt. Mormono oder so.
Wie es ganz berühmtes Glas gibt. Das Mormonenglas. Tausende von Figuren gibt
es dort. Aber die Moni hat nicht mal einen kleinen röhrenden Glashirsch
bekommen. Sie hätte sich auch über einen kleinen Glaspapagei, einen
Salzstreuer oder eine Vase gefreut. Nichts hat der Manni ihr mitgebracht.
Kein Andenken! So hat Manni auch ohne Glas die Liebe zerscheppert. Von wegen
Venedig. Weh-nedig heißt die Stadt.


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Uta Serwuschok / 06. Nov 2009

Mein Leipzig

20 Jahre Mauerfall- aber die Einkaufsschlange lebt

Gloobt ihr nicht? Doch. Die Moni geht immer auf den Leipziger Markt. Und dort gibt es Einkaufsschlangen. Ewig lange Schlangen. Wie früher, wenns Bananen gab oder eine andere Bückware.  Erinnert ihr euch noch? Manchmal haben mir uns angestellt und wussten gar nicht was es gab. Hauptsache anstellen. Irgendwie orientierungslos. Heute ist eine Menschenschlange auf dem Markt ein Zeichen von Beliebtheit. Und zwar die Beliebtheit von der Ware und dem Menschen, der sie verkooft. Zum Beispiel bei mein Gemüsestand, da stehen Massen von Menschen. Dabei haben die keine Biomöhren und so. Nee, die haben nur ganz normale gut schmeckende Äppel und Mangos und Pilze und eene Verkäuferin!!!!!!! Sieht e bissel aus wie eine Ananas. Süßherb. Ein blondes Original.  Die steht mit beiden “Beenen im Lähm”,wie der Sachse sagt. Und mir zwei, ( die Ananas und ich)  mir schenken uns gegenseitig immer e bissel Geld. Mal ich e Cent und dann mal die e Cent. Stimmt so, sagen mir dann. Das sind die kleinen Rabatte und Aufmerksamkeiten, die die Moni so liebt. Zu dem Stand wackle ich leidenschaftlich gerne hin. Auch zu den Hühnerbeinen, zum Bäcker Schwarze (Eierschecke hm, hm, hm)  oder zum Fisch. Beim Fisch ist es bei kaltem Wetter ganz schön.Da riecht das nach Räucherei und es duftet nach mehr /Meer. So stehn die Ostdeutschen also wieder Schlange. Nur heute ist das ein Zeichen, dass es dort was gibt, was gut schmeckt. Mir Leipziger lieben unseren Markt. Mir können uns sozusagen mit diesen Ständen voller Köstlichkeiten identifizieren. Ein Open-Air-Warenhaus mit Leipziger Allerlei und was sonst die Region zu bieten hat. Und weil mir grade vom identifizieren gesprochen haben. Wenn ihr ganz aufmerksam durch den Markt geht, da findet ihr einen Fischstand, da sieht die Verkäuferin aus, wie die Räucherfische, die sie verkooft. So eine Art Räuchermännin. Ne Makrele auf zwei Beinen. Moni findet das gut.

Merken für den Terminkalender:  Dienstag und Freitag ist Markttag. Da wird Schlange gestanden. Im Gedenken an den Fall der Mauer. Und ganz wichtig. Bringt Zeit mit. Die quatschen wie früher über die herrlich wichtigen und unwichtigen Dinge des Lebens. Man kann dort auch die Omi abstellen oder den Kinderwagen. Aber Achtung, dort wird alles verkauft, was hübsch aussieht und gefällt. Nicht, dass anstatt des kleinen Lieblings ein Kürbis aus dem Kinderwagen rausguckt.


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Uta Serwuschok / 04. Nov 2009

Moni

Gedicht des Tages

Abschied und Wiederkehr

 

Als ich vor ein paar Tagen deine Wohnung verließ, 

drehte ich mich noch einmal um und schaute hoch zu deinem Fenster.

Ich wollte dir noch einmal winken. Aber du warst nicht zu sehen.

Dann wurde mir bewusst, dass du mein Abschiedsritual nicht kennst.

Ich vergaß dir zu sagen, dass jedes Abschiednehmen,

und sei es nur für Stunden, bei mir so ist, als würden jene,

die mich verlassen, auf eine Weltreise gehen.

Man sieht sich noch mal in die Augen, und nimmt sich in die Arme.

Darum also schaue, herze und winke ich, so lange es geht,

meinen Freunden hinterher. 

Denn nicht auf jeden Abschied folgt eine Wiederkehr.

 

Geschrieben 2003 und heute veröffentlicht für meine Schwester Angelika, die einem Krebsleiden erlag.

Als politisch denkender Mensch interessierte mich eine Nachricht, die vor zwei Tagen durch die Medien ging: Ein neues Therapiezentrum mit einer sensationellen medizinischen Anlage macht von sich Reden. Diese neue Methode zur Krebsbekämpfung soll zielgenau und wirkungsvoll an den Tumor gehen können, ohne die gesunden Organe zu beschädigen. Ich glaube, dass diese Erfindung schon viele Jahre auf dem Markt sein könnte, würden sich die Mächtigen dieser Erde darauf einigen können, die komplette Kriegsmaschinerie einzustampfen. Wir könnten so das Geld für eine friedliche Forschung weltweit nutzen. Ich weiß, es ist ein ziemlich naiver Traum. Aber solche Erfindungen, wie dieses neue Krebszentrum zeigen mir, wie groß unsere Chancen wären, würden wir einige Idioten weltweit nicht mehr an die Macht lassen.


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Uta Serwuschok / 30. Okt 2009

Freunde News

Die „Gaffeeganne“ mit prominentem Überraschungsgast

Jedes Jahr am Dienstag nach der Lachmesse verwandelt sich die Garderobe unsers Theaters in eine Art Laden für Geschenke. Überall im Gang stapeln sich Präsente, Blumen stehen in ihrer Farbenpracht und dazwischen springen aufgeregte Menschen herum. Menschen, die sich einer Idee verschrieben haben: der Pflege der sächsischen Sprache. Einmal im Jahr kämpfen sie um die „Gaffeeganne“. Für die Nichtsachsen: Kaffeekanne. In diese Ganne gann mor Gaffee gippen oder man stellt se daheem in de Vitrine. Aber erst mal muss man sie gewinnen.
Und darum findet dieser Wettbewerb statt.
Heuer gingen 12 Teilnehmer an den Start. Alle Liebhaber der Texte von Lene Voigt, aus deren literarischem Werk an diesem Abend die Darbietungen waren. Da finden sich plötzlich ein Rentner oder eine Buchhalterin auf der Bühne von SANFTWUT wieder und sie schlagen sich alle achtbar. Es ist so wunderbar zu beobachten, wie sie vor dem Vortrag noch einmal kurz tief Luft holen, dann brav sich vor dem Mikro ausrichten, beginnen und manchmal wieder stocken, weil vor Aufregung der Text nicht einfiel. Na gut, dann dreht man sich eben um, holt den bereitgelegten Text vom Flügel und liest halt auch mal ab. Man konnte viele kleine Unsicherheiten beobachten. Sicher aber waren sie sich alle in ihrer Liebe zu Lene Voigt. Unbestritten steht diese Autorin, die so wunderbar menschliche Texte schuf, in der Gunst der Kämpfer um die „Gaffeeganne“ hoch oben. Und immer wieder berühren auch mich Texte wie „Mein Liebster ist ein Vagabund“ oder „Dr Start ins Lähm“.
In der Pause zog sich die Jury zur Auswertung zurück und ein anderer zog ein. Heimlich, durch den Personaleingang, wurde der Überraschungsgast des Abends in unser Theater geschleust. Nur wenige wussten, wer auftritt. Als er sich dann nach der Pause für seinen Programmbeitrag durch den Vorhang schob, war die Freude beim Lene-Voigt-Publikum riesig. Tom Pauls, der Guru der Lene-Voigt-Kunst, stand vor ihnen. Das Raunen der Menge war aber nicht so, als wollte man sagen, was für ein berühmter Künstler! Nein, sie begrüßten ihn als einen der Ihren.

Zwei Gurus – Wolfgang U. Schütte und Tom Pauls

Zwei Gurus – Wolfgang U. Schütte und Tom Pauls

Und mit seinem Programmteil zeigte Tom Pauls einmal mehr, warum er zu Recht so beliebt ist. Immer noch verneigt er sich vor Lene Voigt und seinem Publikum, indem er seine Liebe zur sächsischen Sprache mit ihnen teilt. Er kam nicht, um den Amateuren zu zeigen, wie man etwas macht. Er kam, um mit ihnen sich über die Texte der Lene Voigt zu amüsieren. Und er nimmt sein Publikum mit auf eine Reise ins Neudeutsche und findet im Publikum Gleichgesinnte. Sie sind auf einer Ebene Künstler und Publikum. Tom Pauls an einem solchen Abend zu erleben, bedeutet eigentlich nicht, dass man sagt, ich habe Tom Pauls auf der Bühne gesehen. Eigentlich muss es richtig heißen: ich habe Tom Pauls getroffen.
Bleibt noch zu sagen: die „Gaffeeganne“ nebst Publikumspreis steht nun in der Wohnung von Gitta Steyer. Und die „Ehrengaffeeganne“ erhielt Bärbel Steinert für ihre Arbeit mit Kindern.

Feierliche Preisverleihung (Foto: Armin Kühne)

Feierliche Preisverleihung (Foto: Armin Kühne)

Wir von SANFTWUT freuen uns auf das nächste Jahr und sagen Wolfgang U. Schütte und der Lene-Voigt-Gesellschaft Danke für diesen hinreißenden Abend.


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