Uta Serwuschok / 07. Mrz 2011
Sanftwut beim Rosenmontagsumzug: Ein Dank an alle
Also, ihr wisst ja, der Rosenmontagsumzug in Leipzig ist immer an einem Sonntag. Als ich gestern im Theater ankam, um mich als Moni rauszuputzen, überraschten mich unsere Mitarbeiter/innen. Sie hatten sich heimlich aus dem Fundus Kostüme ausgesucht und strahlten mich in ihrem Outfit an. Martin, der uns beim Einlass hilft, stand plötzlich aus Polizist aus Großröhrsdorf vor mir und Jessica, die Tochter von Dirk, lief in Monis Rock vom “Opernball” herum. So entstand schon vor unserer Fahrt durch die Innenstadt eine fantasievolle Stimmung. Unser Theater war erfüllt von großer Vorfreude auf den Umzug.
Thomas und ich, wir liefen dann als Moni und Manni zum Stellplatz und wurden von den Zuschauern begrüßt. Irgendwie ist das komisch, wenn man so am helllichten Tag mit seinem Bühnenkostüm durch die Straßen läuft. Selbst zur Karnevalszeit. Wir kicherten darüber und nahmen an unserem Wagen mit der Nummer 25 Aufstellung. Dort stand neben unserer Besatzung der Karnevalist Dieter Wagler, der uns fachmännisch die folgenden zwei Stunden begleitete.
Auch Ingolf, unser aller Isabelle, stand bereit. Mit seiner ganz neuen Kamera schoss er für uns viele Fotos, damit wir uns noch besser erinnern können. Sanftwut war komplett angetreten.
Wir hatten uns sehr spät für die Teilnahme am Umzug entschieden und so blieb zum Schmücken unseres Wagens nicht viel Zeit. Dennoch schaffte es unser Fettbemmenverkäufer und Kneiper Dirk, alles ansprechend zu gestalten. Ein dickes DANKE dafür.
Als ich so unsere Truppe betrachtete, gefiel mir daran besonders die junge, sehr fröhliche Ausstrahlung. Denn eigentlich sind wir ja während der Theateraufführung von unserer Kneipentruppe getrennt. Wir können nur ahnen, wie das im Kneipchen und im Saal läuft. So jetzt unter ihnen zu sein, war eine schöne Sache. Ich fühlte mich unter uns pudelwohl.
Wenn so ein Zug sich durch die Massen bewegt, muss jeder Wagen prall gefüllt sein mit Bonbons. Wir hatten auch sehr viele Bonbons. Aber wir haben nicht mit Jessica gerechnet. Jessica hatte nämlich ein besonders großes Herz für all die Beutel, die uns entgegen gehalten wurden und kippte immer gleich einen ganzen Eimer mit Leckereien rein.
Also, um es kurz zu machen. Ab Schillerstraße konnten wir die Bonbons nur noch einzeln werfen. Moni und Manni krochen sogar auf dem Boden des Wagens lang, um ein paar runtergefallene aufzulesen. Aber wir hatten eine besondere Attraktivität mit dabei. Dirk hatte nämlich Currywurst mit scharfer Soße zubereitet und diese Köstlichkeit wurde in kleinen Bechern verteilt. Was sind schon Bonbons gegen unsere Currywurst!
Es war schön, in die Gesichter der Menge zu schauen. Viele begrüßten uns persönlich, kamen zu uns an den Wagen und rissen unserer Besatzung die neuen Programmhefte aus der Hand. Und dann riefen sie: “Wir kommen bald wieder zu euch.”
Das ging runter wie Öl, so wie der Glühwein, den unsere Truppe zum Aufwärmen trank.
Mit dem Schlachtruft: “Sanftwut tut so gut!” zogen wir an den obersten Karnevalisten vorbei und fuhren dann auf direktem Weg zurück ins Theater. ie Straßen waren bedeckt mit Konfetti und Papierschlangen, die immer aus den Kanonen geschossen wurden. Ein Schauspiel, das mich ganz besonders beeindruckte. Trotzdem hatte die leicht verwüstete Stadt eine wunderbare Stimmung. Eine Art Leichtigkeit, die sich auf die Grimmaische Straße und den Neumarkt legte.
Wir brachten alle Utensilien wieder ins Theater. Und fanden uns dann, als Dankeschön für alle Beteiligten, zu einer Runde Bockwurst und Wiener Würstchen zusammen. Aus der Karaffe gab es Bier und auf der Bühne spielten Jessica und der kleine Sohn von Sven am Klavier. Kennt ihr das Lied: “Die Vogelhochzeit”? “Die Vögel wollten Hochzeit machen in dem grünen Wald…” So klang es durch den Saal. Wir Erwachsenen saßen am großen runden Tisch im Kneipchen und redeten über Gott und die Welt. Und immer mit dabei der Blick auf das Treiben in der Mädler-Passage mit all den Menschen in ihren fantasievollen Kostümen.
Schöne, genussvolle Momente im Leben brauchen nicht immer eine große Bühne. Nein, sie brauchen eine besonders große Bühne. Den Rosenmontagsumzug!
Eure Uta-Moni
PS: Die Fotos reichen wir noch nach.



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