Uta Serwuschok / 08. Jul 2009

Moni

Eine kleine Sommergeschichte

Zu Diensten

In einem Café an der Strandpromenade eines mondänen Seebades nahm eine junge Familie an einem der Tische am Fenster Platz. Obwohl sie eher abseits saß, zog sie die Aufmerksamkeit auf sich. Das Ehepaar und seine drei Kinder gaben ein schönes Bild ab.

Sie wirkten modern und waren anspruchsvoll jugendlich gekleidet. Man hätte meinen können, sie haben Stil. Aber es war nicht ihre Erscheinung, weshalb jeder zu ihnen schaute. Es war die helle kommandierende Stimme der Frau. Lautstark dirigierte sie die Familie und keinem konnte entgehen, dass sie zu jener Sorte Mensch gehörte, die andere für sich laufen lassen.

“Jerome, ich habe meine Brille am Strand liegen lassen. Lauf und gehe sie suchen!” Jerome ging sie suchen.

Die Mutter war mit dem Aussehen ihrer jüngste Tochter nicht einverstanden. “Claire, steh auf! Geh aufs Zimmer und mach dich zurecht.” Claire ging aufs Zimmer und machte sich zurecht.

“Kathrin, … Kathrin hörst du nicht? Geh und frag bei der Rezeption nach, ob sich schon jemand für den Ausflug eingetragen hat!” Kathrin lief widerwillig zur Rezeption und fragte nach, ob sich jemand für den Ausflug eingetragen hatte.

Nach wenigen Minuten waren die Kinder erfolgreich vom Tisch entfernt. Blieb der Mann.

“Was gibt es denn für Kuchen?” Die Frau suchte in der Speisekarte.

“Hendrik, hast du gesehen, hier steht kein Kuchen in der Speisekarte.”

“Du musst ihn dir vorn an der Theke aussuchen.”

“Ich?”

“Ja, du.”

“Wieso gehst du nicht und holst ihn mir?”

“Weil ich nicht weiß, was du möchtest.”

“Natürlich weißt du, du kannst ruhig für mich gehen.”

“Keinen Schritt.”

“Madame.” Der Kellner Fabio hatte sich hinter das sich langsam in Streit redende Paar gestellt. “Bitte wählen Sie Ihren Kuchen aus.”

Es wurde still im Café. Die Leute schauten auf ein bizarres Bild. Fabio, der rasende Kellner, eine Art Urgestein des Badeortes, hatte die fahrbare Kuchentheke an seinen Rollstuhl gebunden und war, nachdem er die lauten Kommandos der Frau vernommen hatte, damit an ihren Tisch gerollt. Nun standen sie da. Die Kuchentheke und der im Rollstuhl sitzende Kellner.

“Bitte Madame, wählen Sie.”

“Mir gefällt Ihre Auswahl nicht”, erwiderte sie gereizt. Von der Situation peinlich berührt.

“Gut, dann bring ich Ihnen vielleicht einen Cappuccino? Oder einen Eisbecher? Nun, lassen Sie sich Zeit. Ich komme gerne wieder.

“Machen Sie sich keine Mühe!”

“Es macht mir keine Mühe, Madame.”

Fabio entfernte sich und zog die Theke klappernd hinter sich her. Irgendwie erinnerte es den Betrachter an ein Hochzeitsauto, das zusammengebundene leere Dosen und anderen Unrat hinter sich her zieht.

“Wir gehen!” Madame erhob sich, gefolgt von ihrem spöttisch lächelnden Gatten.  Die Blicke aller im Nacken verließen sie das Café.

“Fabio”, rief ein Gast “können Sie die Theke auch zu mir bringen?”

“Natürlich. Immer zu Diensten. Denn ich habe den köstlichsten Kuchen des Seebades, ach, was sag ich, der ganzen Küste und ich fahre ihn, wohin Sie wollen. Hauptsache Bewegung. Ich liebe es, wenn ich mich bewegen kann.”

Einer neigte sich vertrauensvoll zu ihm herunter und lästerte: “Madame war wohl etwas hysterisch.”

“Mag schon sein, aber sie hatte schöne Beine”, sagte Fabio verträumt, “wirklich schöne Beine.”

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Uta Serwuschok / 26. Jun 2009

Moni

Die Friesen sind clever

Sie haben es geschafft. Das Wattenmeer ist Weltnaturerbe. Nun kann die Moni an der Nordsee alle Krabben mit Sie ansprechen. Und auch der Volksstamm der Friesen darf nicht mehr länger beleidigt werden. Von wegen doof und so. Ganz heimlich haben die daran gebastelt, dass sie jetzt auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO stehen.Ganz im Gegenteil von den Sachsen, die für das Dresdner Elbtal erst gestern diesen Titel verloren haben. Wozu brauchen die Dresdner auch eine Brücke? Die können doch schwimmen. Also, ab heute sind alle Friesenwitze verboten. Gut, wer möchte darf ausnahmsweise noch einen als Kommentar schreiben. Danach ist Schluss mit der Lästerei.

Monis Lieblingsmotiv von Kampen: Blick auf die "Sturmhaube" mit angrenzender Dünenlandschaft

Monis Lieblingsmotiv von Kampen: Blick auf die "Sturmhaube" mit angrenzender Dünenlandschaft

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Uta Serwuschok / 24. Jun 2009

Publikum

Manni hat einen neuen Kosenamen

Manni hat einen neuen Kosenamen Das Publikum ist für uns jeden Abend eine Überraschung. Besonders bei Nummern, wo die Mitarbeit gefragt ist, lassen die Leute ihrer Kreativität freien Lauf. Gestern spielten wir “Und ewig bockt das Weib”. Manni zieht alle Register bei einer Nummer, die wir “Kosenamen” nennen. Er läuft durch das Publikum und provoziert die Zuschauer, ihre Kosenamen preiszugeben. Da tauchen dann solche Namen wie Schatz, Liebste, Murmel u. a. auf. Die Leute amüsieren sich und am Ende der Nummer sagt Manni: “Das muss schon passen mit den Kosenamen. Ich habe der Moni schon hundert Mal gesagt, die soll zu mir …” Mehr konnte Thomas nicht sagen, denn aus dem Publikum kam die Pointe:”Rambo sagen.” Die Leute lagen flach. Ich wartete hinter der Bühne auf mein eigentliches Stichwort. Aber Manni rief:” Moni komm raus, das ist nicht zu toppen!” So hat Manni jetzt einen zweiten Kosenamen: Rambo.

Manni unser Rambo

Manni unser Rambo

Uta Serwuschok / 22. Jun 2009

Mein Leipzig

Monis Reisetipp für den kleinen Geldbeutel

Also, ihr müsst keene Krise kriegen in der Krise, wenn ihr kein Geld habt für Mallorca. Ich sage euch, ich war gestern zum Geburtstag von meiner Ellen, was die Frau Blumhagen-Drazil ist, und der wurde im Ferienpark Auenhain gefeiert. Da hat die Moni den Wildwasser-Kanupark angeguckt und war baff. Da trainieren Rekruten, nee Kanuten, für die olympischen Spiele. Aber auch einfache, nicht gedopte Menschen, dürfen da ins Wasser und baden gehen. Im reißenden Bach. Und Eis kannste essen, Fahrrad fahren. Schöööön.  Und wenn die wilden Wasser- Kanu-Olympioniken dann später die Goldmedaille kriegen und bei der Hymne weinen, kannst du rufen, den hab ich in Auenhain ins Wasser klatschen sehen. Und ratet mal, wen ich getroffen hab? Den Grafikdesigner von unserer Internetfirma, die so heißt wie ein Tennisclub. Pingpool. So wichtige Menschen triffst du auf Mallorca nich. Da loofen höchstens solche Parfümleute rum, wie dieser Meigel Douglas. Das ist ja langweilig. Aber Auenhain!!!!!!!  Mach Urlaub Daheeme. Wie unsere Angela Merkel sagt: man muss in der Krise seine Chance sehen.

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Uta Serwuschok / 20. Jun 2009

Freunde

Die reine Neugier

Die Wetterfrösche sagen: es wird wechselhaft, mit einigen Schauern.
Wir aber wünschen ein Azorenhoch!
Mit sonnigen Grüßen Uta, Thomas, Dirk & Dirk, Martin, Christian, Maria, Ingo, Jaqueline, Lydia und Doreen

Die reine Neugier

Die reine Neugier

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