Das hat es bei Sanftwut noch nie gegeben! Es erscheinen Fotos auf der Leinwand und sie bekommen Szenenapplaus! Warum? Weil unser Kabarett mit dieser ganz speziellen Nummer die Herzen der Zuschauer erwärmt. Weil wir etwas ansprechen, was ganz tief in uns schlummert: das Bekenntnis zum Leben, welches als Neugeborenes beginnt und im Normalfall im hohen Alter endet.
Im Programm “Die Sippe auf der Schippe” singen Thomas und ich das Lied “Versager”. Es beginnt mit den Liedzeilen:
“Guten Abend, ihr Versager, die ihr immer noch im Osten hockt, die Grips hat’s schon längst in den Westen gelockt, zwischen der Lausitz und Rügen sind nur Greise und Deppen geblieben.”
Dieses satirische Lied auf jene, die weggegangen sind, endet natürlich in einem Bekenntnis zum Osten.
Während der Proben entschieden wir, zwischen den Strophen von uns drei Spielern eine Fotoserie zu zeigen. Fotos, die unser Leben dokumentieren. So eine Art persönliches Album. Dabei eröffnet jeweils ein aktuelles Bild die Serie zur Person und endet mit einer Aufnahme aus Babyzeiten.
Diese sehr kleine, witzige Impression aus unserem eigenen Leben ist eigentlich nur ein ergänzendes Element. Und doch berühren wir damit zu jeder Vorstellung die Leute. Immer wieder wird lange und laut geklatscht. Und wir hören Bemerkungen wie: “Schön. Einfach klasse.”
Am Samstag zur Abendvorstellung war es dann auch für uns unglaublich, zu erleben, dass jede Fotoserie Szenenapplaus bekam. Für uns erfahrene Komödianten eine echte Überraschung.
In einem Programm, wie die “Sippe auf der Schippe”, das nur so mit schrägen Ideen und Pointen um sich wirft, ist der heimliche Favorit eben dieses leise Lied. Dieses Bekenntnis zur Familie und unserer eigenen Biographie.
Ein Ensemble, das zu Recht mit “Lachgarantie” für jedes seiner Programme wirbt, bringt ausgerechnet mit dieser leisen, musikalisch-fotografischen Impression den besonderen Glanz in den Theaterraum. Glanz, der von tiefer Verbundenheit von Künstler und Zuschauer erzählt.
Was will man mehr!
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