Kabarett-Ensemble SanftWut

/ 01. Sep 2017

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Heute vor 20 Jahren: Eröffnung des Kabarett-Theaters Sanftwut in der Mädler-Passage

Thomas, Ingolf, Uta Foto: Waltraud Grubitzsch

Thomas, Ingolf, Uta
Foto: Waltraud Grubitzsch

Also, ich, die Moni, sitze auf dem Sofa zu Hause und kann am Jubiläum nicht spielen. Ich kann nur von hier aus all meinen Kolleginnen und Kollegen winken und hoffe, sie denken an mich, wenn sie heute anstoßen auf 20 Jahre Kabarett-Theater Sanftwut in der Mädler-Passage.

Die Autorin des Artikels, die DANKE sagt.

Die Autorin des Artikels, die DANKE sagt.

Ich habe zwar keine Stimme (Erkältung), um spielen zu können. Aber eine innere Stimme besitze ich dennoch und diese meldet sich hier im Blog, um euch kurz zu erzählen, wie das war, damals am 1. September 1997.

Zuerst erinnert sich eine Frau immer an das Kleid, was sie zum Ehrentag trug. Mein Kleid war lang und rot. Das Wetter war sommerlich! Heiß! Das größte Ereignis damals: der Unfall von Lady Di.

Darum sind wir auch nicht auf die Titelseiten der Zeitungen gekommen. Weil es Dramatischeres zu berichten gab. Obwohl so eine Theatereröffnung nicht selbstverständlich ist.  Da brauchst du eine Vision, eine gewisse Verrücktheit, den Glauben an dich und ein Team, das dieser Idee folgt.

Also, der 1. September 1997 verlief so: Ab 6.00 Uhr in der Früh wirbelten wir durch das Theater, weil es noch eine Menge zu tun gab. Architekt Prof. Rambow, Techniker Udo Hampe und Ingolf, der das geschäftliche Risiko allein trug, knobelten immer noch über technische Details. Während wir “Putzteufel” mit Sorge auf die zum Teil noch verpackten Stühle starrten. Sie sollten gesäubert und einsortiert werden. Stühle, die unser Ensemblekollege Jürgen Kunz organisiert hat und die bis zum heutigen Tag ihren Dienst tun. Einfach eine tolle Qualitätsarbeit.

Zwischendurch gab es auf dieser “Baustelle” eine letzte Probe für das Abendprogramm. Freunde schauten vorbei, bestaunten den Kacheltresen von Frieder Heinze und riefen: “Wann wollt ihr eröffnen? Heute Abend? Das schafft ihr nie!”

Doch! 18.38 Uhr hatte ich noch den Putzeimer in der Hand. 19.02 Uhr öffneten sich dann die Pforten für das kleine Theater. Ich im Festkleid und Baudreck unter den Fingernägeln.

Der Abend war wunderschön und so starteten wir in ein neues Abenteuer.

Das Tor zur Sanftwut-Welt!

Das Tor zur Sanftwut-Welt!

Wobei das, was wir gewannen, ist eigentlich kein Abenteuer. Wir haben ein Zuhause geschaffen. Für unsere Seele, unsere Träume. Ein kleines Reich in der schönsten Passage der Stadt.

Bis zum heutigen Tag sitze ich gerne in unserem Theaterkneipchen und schaue von einem der Tische auf das Treiben der Passage. Ich liebe diese Momente. Auch, weil ich mich wohl fühle im Team des Kartenverkaufs und der Gastronomie. Theaterdirektor Ingolf Serwuschok hat mit der Truppe um David Bieberstein ein gutes Händchen bewiesen. Oft kommt Ute, unsere Bürochefin vorbei und sie besprechen Geschäftliches. Sie tun das auf menschlich angenehme Weise. So freundlich, dass auch ich beim “Gucken auf die Passage” mich nicht gestört fühle. :-) Kein Stress untereinander.

Ich denke immer, dass wir von allen Leuten, die im Theater arbeiten, ein Foto machen sollten. Thomas Grahl, unser Techniker, der sich konstant weigert, fotografieren zu lassen, könnte uns alle aufnehmen. Das würde er machen. Mit seiner hilfsbereiten, gelassenen Art.

Dann könntet ihr alle Teammitglieder mal sehen. Auch Susi Störel, unser Gründungsmitglied, gehört auf das Bild. Wie viele andere auch. Na ja, vielleicht kriegen wir das die nächsten Jahre noch hin.

Ich bemerke, ich befinde mich mit meiner Erinnerung immer noch im Künstlerkneipchen. Dabei gibt es ja den hübschen Theatersaal, mit seiner verschiebbaren Bühne, die den Raum kleiner oder größer macht.  Prima Idee für Kabarettisten und Zuschauer.

Vom Gründerensemble aktiv sind bis heute Uta Serwuschok (Moni, also ich), Ingolf Serwuschok (Theaterdirektor) und Thomas Störel (Manni, Autor, Komponist). Zeigt mir den Komponisten, der solche Hosen trägt wie Manni und der solch Lieder schreibt. Lieder, die sogar unsere Mitarbeiter trällern. Irgendwie bleibt uns selbst in den turbulentesten Zeiten der Sanftwut-Rhythmus erhalten. Neben Moni, Manni und Mirko ist das Musikalische das besonders attraktive Markenzeichen von uns.

Unser Kneipchen! Ich mag es.

Unser Kneipchen! Ich mag es.

Ich komme noch mal auf den 1. September 1997 zurück: Wir probten unsere Lieder, damit zur Gala abends alles klappt. Die Fenster des Theaters waren wegen der Hitze weit geöffnet und während wir sangen, versammelten sich in der Passage viele Menschen, hörten zu und gaben Beifall.  Beifall für ein Unternehmen, das seinen Platz in Leipzig längst selbstbewusst eingenommen hat und das in bester Nachbarschaft mit allen Mietern der Passage lebt. Und das bis zum heutigen Tag ein harmonisches, respektvolles Verhältnis zum Vermieter pflegt.

Zwanzig Jahre Kabarett-Theater Sanftwut in der Mädler Passage! Würde ich den Artikel bei Facebook veröffentlichen, stünde darüber: “Moni stolz hier!”

Wir sagen DANKE all unseren Wegbegleitern, Freunden und all jenen, die professionell mit großem Herzen für das Theater arbeiten. Wir sagen DANKE all unseren Fans und rufen euch zu: Bleibt uns treu! :-)

Auf weitere viele Jahre!

Die liebe (zur Zeit erkältete) Uta-Moni

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