Uta Serwuschok / 15. Jun 2010

News

Geiselnahme bei H&M - unser Theater ist von Polizei umzingelt

Also, die Moni war bis Mittag noch im Theater. Da hat alles noch ganz friedlich ausgesehen. Unsere Büromieze und der Kneiper und der Vorverkäufer wir alle haben noch miteinander geredet und jeder ist dann seiner Wege gegangen. 

Ich war gerade zu Hause angekommen, als mich Ingolf, was der Mirko ist, anrief und mir mitteilte, dass alles abgeriegelt ist, weil es eine Geiselnahme bei H&M gab. Und dann wird die Welt plötzlich so anders: man greift zum Telefon und ruft den Vorverkauf an. Da werde ich beruhigt und Jaqueline sagt mir: “Mach dir keine Sorgen, wir haben alles zugesperrt.” Dann geht der Anruf zum Büro, was am Thomaskirchhof liegt und ich sehe, ob Ute (Büromieze) noch vorhanden ist. Sie ist es. Allerdings hatte sie nicht bemerkt, dass auch am Thomaskirchhof alles von Polizisten abgeriegelt war. Wenn Ute arbeitet, bekommt sie nichts mit. Ginge eine Bombe hoch, würde sie verwundert den Kopf heben und sich fragen, warum die Müllabfuhr heute so laut ist.

Nun ist die Mutti dran, denn sie wird es im Fernsehen irgendwann sehen. Ich beruhige sie und sage, alles ist OK. So gebe ich mein Lebenszeichen in die Welt und scherze mit Thomas (Manni) und sage ihm, er soll doch mit seiner Hotline als Super Manni! helfen. Wir sind also alle munter und keiner unserer Nächsten ist von dieser perversen Aktion betroffen.

Als alles  durchtelefoniert war und ich dazu überging, die Informationen aus dem Fernsehen zu holen, überlegte ich, dass so etwas jeden treffen kann. Ich bin da so oft drin. Wir beziehen ganz viele Requisiten für unsere Moni-Manni-Szenen von H&M. Weil die immer etwas abgefahren aussehen. Du gehst also in einen Laden, einfach nur mal, um zu schauen und dann läuft ein Film ab, den du niemals auf deiner Rechnung hattest. Du bist plötzlich in der Gewalt eines wildfremden Menschen. Was denkt eine Mutter, deren Kinder zu Hause warten? Was macht die durch? Oder du hast eben noch wütend gedacht, dass dein Chef ein Arschloch ist, und hoffst dann nur noch, dass du dieses Afterteil am nächsten Tag wieder sehen kannst. Vielleicht hatte eine Jugendliche kein Bock mehr auf das öde Leben und plötzlich in der nächsten Sekunde spürt sie, wie sehr sie daran hängt. Weil ihr ein Fremder ans Leben will. Oder besser gesagt, vermutlich an das Geld der Filiale von H&M.  

Was ich diesen Geiselnehmern so übel nehme, ist die Hinterhältigkeit, mit  der sie sich in das Leben Unschuldiger einmischen. Da wollten einfach ein paar Leute einen Einkaufsbummel und Verkäuferinnen ihren Job machen.

Hoffen wir, dass alles friedlich ausgeht.

Noch ist die Stadt weiträumig von Polizei abgesperrt und gleicht einem Militärstützpunkt. Nicht wirklich lustig, die Leipziger Innenstadt am 15. Juni, 15.30 Uhr. Und Sanftwut mittendrin.  

Wie schrieb der Hausmeister im Twitter: Es ist so ruhig. Lachende Menschen sind uns lieber.

Eure Uta-Moni


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Uta Serwuschok / 14. Jun 2010

News

Ich liebe Bayern

Sitze mit meinen Freunden aus Poxau (gefühlte Hauptstadt von Bayern) und trinke mit ihnen Wein. Sie heißen ganz typisch bayerisch Martha und Hans. 

Und wie wir so schön sitzen, denke ich mir, es war gut, dass vor 20 Jahren die Einheit war. 

Eure Uta-Moni


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Uta Serwuschok / 13. Jun 2010

Freunde Manni Mein Leipzig Moni News

Moni, Manni und andere hohe Tiere beim Bürgerfrühstück

Also, Moni und Manni waren heute beim Bürgerfrühstück. Das war aber gar kein Frühstück, sondern mehr eine Party. Wir waren Tischpaten. Was bedeutet, dass man schon ein bisschen berühmt ist und von Bürgern der Stadt Leipzig an den Frühstückstisch geladen wird.

So eine Veranstaltung macht der Verein “Bürger für Leipzig” schon seit mehreren Jahren. Dabei werden Spenden für eine gute Sache gesammelt. Aber man gibt das nicht an eine fremde Institution, sondern an Vereine in der Stadt. Ganz besonders an jene, die sich für Kinder und deren Talente einsetzen.

Wir mit der lieben Frau Liebold vom Verein "Bürger für Leipzig"

Wir mit der lieben Frau Liebold vom Verein "Bürger für Leipzig"

Heute stand alles im Zeichen der Muslime und deren Kultur-und Lebensweise. Und ich sag euch mal eins, weil so viele Muslime da waren, kam richtig Stimmung auf.  Da haben mir sächsischen Eingeborenen uns die Augen gerieben. Es wurde getanzt, gesungen und viel erzählt. An allen Tischen gab es zu plappern.

Auf einem Stuhl mit Konsul Michael Weichert

Auf einem Stuhl mit Konsul Michael Weichert

Weil die Muslime ja ganz viele Kinder zur Welt bringen, wimmelte es um das “Glashaus” im Zetkinpark (wie der Leipziger sagt) nur so von süßen, kleinen muslimischen Zweibeinern. Und die Kinder vom Leipziger Verein “Morgenland” haben ganz viel dargeboten. Am schönsten waren die Lieder und Tänze. Es wurde geklatscht und die muslimischen Väter und Mütter brachten ihre Kameras in Position als ihre Kinder anfingen zu spielen. Da konnte man sehen, es gibt keinen Unterschied zu einem sächsischen Papa und einem muslimischen. Man will, dass was aus den Kindern wird. Darum engagieren sich die Eltern dafür , dass die Kinder lernen. Mehr, als das üblich verlangte Pensum. Musik, Tanz und Theater bieten so ein neues zu Hause für die Kinder.

Dass dies möglich ist, ist dem Verein “Bürger für Leipzig” mit seinen vielen ehrenamtlichen Helfern zu danken. Dank ihrer Initiativen werden so die speziellen Talente bei Kindern mit Migrationshintergrund (was für ein seltsames Wort) gefördert.

Wir, Moni und Manni, haben uns bildungsmäßig auch eingebracht. Wir haben nämlich das gute alte DDR-Produkt “Russisch Brot” für das Frühstück gekauft und unsere Tischfreunde haben es an die Kinder verteilt. Erst bedingungslos, dann aber sagte Manni, dass die kleinen Künstler uns immer erst den Buchstaben nennen sollen, bevor sie das Knabberzeug bekommen.

Kinderfütterung

Kinderfütterung

Das haben sie gerne getan und wir konnten uns von ihrem Bildungsstand überzeugen. Ein Spiel, dass uns allen, insbesondere auch den Kindern, viel Spaß bereitet hat.

Es waren außer Moni und Manni noch andere hohe Tiere da. So zum Beispiel der Herr Jung, was unser Oberbürgermeister ist und Lama Horst. Er trabte mit Pfleger und dem Tierarzt vom Leipziger Zoo an.

Es wurden ein paar Reden gehalten. Auch die Flüchtlingsbeauftragte mit einem Namen, den die Moni sich nicht merken konnte, sprach. Die kümmert sich um Flüchtlingsfamilien und so. Und da hat die Moni sich gesagt, sollen die ruhig zu uns flüchten. Das bringt Leben in die Hütte. Friedlich und lustig, wie wir heute erleben durften.

Fazit: Wir haben heute viele Vorurteile abgebaut. Auch wenn Moni und Manni sich keinen Gebetsteppich zulegen. Aber wir sind nah dran. :-)


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Uta Serwuschok / 12. Jun 2010

News

Pupsende Marsmännchen

Also, ich, was die Moni bin, habe heute Nacht ganz viele Gespenster am Himmel gesehen. Da ich aber ein moderner Mensch bin, wollte ich von Manni zu den Ereignissen da oben eine wissenschaftliche Erklärung. Ich schrieb ihm eine Mail:

“Lieber Manni, gestern Abend sah ich am Himmel ein seltsames Schauspiel. Es schwirrten geisterhafte Gestalten am Himmel hin und her. Ich weiß, es klingt verrückt, aber es ist so. Ein bisschen sahen sie aus wie Sternschnuppen, sie bewegten sich auch so, nur eben in Gestalt kleiner Wölkchen, die wie ein Sternschnuppenschweif durch durch die Gegend flitzten. In meiner Fantasie erschienen sie wie Geister. Weißt du, was das sein könnte?”

Mannis Antwort: “Das waren Marsmännchen. Und wenn sie pupsen, ziehen sie einen Schweif hinter sich her!”


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Uta Serwuschok / 09. Jun 2010

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SOZIALSYMMETRISCH - eine clevere Formulierung zum Sparprogramm

Der saarländische Ministerpräsident Peter Müller (CDU) sagte am Sonntag bei “Berlin direkt” (ZDF)  das Deutsche Sparprogramm für die nächsten Jahre solle 

SOZIALSYMMETRISCH 

sein. 

Ich glaube, der hat das Wort verwendet, damit keiner seiner Parteifreunde dahinter kommt, was er da eigentlich fordert. Meist reagieren die Menschen bei Fremdwörtern mit Kapitulation. Wir nicht. Wir haben den Duden bemüht. Die Formulierung sagt  Zukunftsweisendes. Und es trägt auch ein Stück sozialistisches Denken in sich. Denn übersetzen könnte man das mit SOZIALER GLEICHHEIT.

Wenn das Marx wüsste. Ob der Herr Müller in der richtigen Partei ist?

Na gut, unter den Konservativen ist so einer gar nicht schlecht. Müssen wir nur noch sehen, wie wir Guido loswerden. Vielleicht setzen wir ihn, wie einen herrenlosen Hund, mal nachts in Leipzig Grünau aus. Die Hartz IV-Empfänger werden ihn gebührend empfangen.

Eure Uta-Moni


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